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Eckernförde Erste Live-Cam vom Meeresgrund
Lokales Eckernförde Erste Live-Cam vom Meeresgrund
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07:00 24.11.2016
Von Christoph Rohde
Taucher wissen, wie es unten im Meer aussieht. Jetzt soll allen anderen auch ein Rundumblick unter Wasser ermöglicht werden. Am Seesteg vor dem Ostsee-Info-Center soll eine Unterwasserkamera Livebilder aus vier bis fünf Metern Tiefe übertragen. Quelle: Ostsee Info-Center
Eckernförde

Das Ostseebad Scharbeutz besitzt zwar eine ähnliche Einrichtung, doch die Kamera liefert nur Einzelbilder vom Ostseegrund. In Eckernförde möchte das OIC hingegen das Live-Erlebnis vermitteln. „Viele Besucher fragen uns, wie es denn da unten aussieht“, sagt Marco Knaup, Taucher und Techniker des Meereszentrums. „Doch mit Worten ist das schwer zu erklären.“ Die Aufnahmen der Unterwasserkamera sollen nicht nur auf einem Monitor im OIC direkt erlebbar sein, sondern auch mit den Internetseiten des Zentrums und der Eckernförder Touristik verlinkt werden.

 Das 360-Grad-Objektiv wird in vier bis fünf Metern Wassertiefe am Seesteg vor dem OIC den Rundumblick einfangen. Wenn Qualle, Taucher oder Seehase vorbeischwimmen, bekommt es der Besucher im Trockenen unmittelbar mit. „Die Live-Webcam wird eine tolle Ergänzung zu unserer Hydrofon-Station sein“, sagt OIC-Leiter Claus Müller. Ein Unterwassermikrofon liefert bereits jetzt in hoher Qualität die Töne direkt aus dem Meer, beispielsweise wenn ein Fischkutter passiert. Auch dieses Reinhören in die Ostsee, so Müller, sei eine Besonderheit des OIC.

 Hydrofon und Unterwasserkamera sind beides Module, mit denen das Meereszentrum Besuchern einen Einblick in die Ostsee ermöglichen will. Weiteres ist geplant. So hat Müller die Entwicklung einer permanenten Anzeige für den Zustand des Ostseewassers angeschoben. Eingebunden in das Konzept sind das Kieler Meeresforschungsinstitut Geomar, Meereskundler sowie die Organisation Meeresbürger. Angezeigt werden sollen sowohl die aktuelle Temperatur, als auch der Salzgehalt sowie der Redox-Wert, der Rückschlüsse auf die Nährstoffkonzentration zulässt. Das Horchen ins Meer, der Blick unter Wasser und die Daten zum Zustand der Ostsee fügen sich dann zu einem Gesamteindruck zusammen. Müllers Vision ist es, dass viele solcher Daten-Stationen entlang der Ostsee sich später vernetzen.

 Die jetzt geplante Unterwasserkamera soll rund 15000 Euro kosten. Fördergelder erhofft sich das Ostsee-Info-Center von der Aktivregion Hügelland am Ostseestrand (bis zu 45 Prozent) sowie von Umwelt-Stiftungen. Weitere Leistungen wie die Montage der Kamera und das Verlegen eines Unterwasser-Glasfaserkabels sollen mit eigenen Kräften erfolgen. Auch das Putzen des Objektivs wollen Taucher ehrenamtlich erledigen. Denn wenn Delfin Fiete einmal wieder vorbeischauen sollte, dann darf die Sicht nicht durch Algen beeinträchtigt sein.

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