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Eckernförde Viele Haustiere fürchten das Feuerwerk
Lokales Eckernförde Viele Haustiere fürchten das Feuerwerk
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13:45 29.12.2018
Von Sebastian Ernst
"Winseln und ängstliches Bellen sollte man nicht durch Bedauern belohnen", sagt Tierärztin Alexandra Kruse (r.) von der Gettorfer Tierarztpraxis Otten und Roth. "Wenn der Hund aber Nähe sucht, kann man die ruhig zulassen." Quelle: Sebastian Ernst
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Gettorf

"Jeder einzelne Tierhalter leidet mit seinem Tier. Haustiere sind ja wie oft wie ein Familienmitglied", sagt Alexandra Kruse, Fachtierärztin für Kleintiere von der Tierarztpraxis Otten und Roth in Gettorf. "Für Hunde und Katzen ist Silvester oft ein grausamer Tag." Laut Fachliteratur leide etwas mehr als ein Drittel der Hunde und Katzen an Geräuschangst. Die kann sich bei Hunden in Zittern, Winseln oder stressbedingtem Urinieren äußern. Katzen tendieren eher dazu, sich zu verkriechen. Das geiche gilt natürlich auch für Zoo- oder Nutztiere.

Vorsicht bei der Gassi-Runde

Besonders kritisch an Silvester ist die obligatorische Hunderunde. "Im Panikfall können sich Hunde von der Leinen losreißen oder sich aus dem Halsband oder dem Geschirr herauswinden", sagt Kruse. "Jedes laufen Tiere unserer Kunden." Sie empfiehlt ein spezielles Hundeangstgeschirr, bei dem ein zusätzlicher Riemen für mehr Sicherheit sorgt. Ein weiterer Tipp der Tierärztin: die letzte Gassi-Runde gegen 17 Uhr drehen, denn dann werde noch nicht so viel geböllert. "Die Zeit um Mitternacht sollte man mit seinem Tier unbedingt im Haus verbringen", so Kruse weiter. "Alle Fenster, Türen und, ganz wichtig, auch die Katzenklappe sollten verschlossen werden. Außerdem hilft es, die Fenster abzudunkeln und mit Radio oder Fernseher eine eigene Geräuschkulisse zu schaffen."

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Medikamente können helfen

Auch mit Medikamente kann man sein Haustier beruhigen. "Da bieten sich entweder Pheromone an, die auch beim Säugen durch die Mutter ausgestoßen werden, oder aber Angst lösende Mittel", erklärt Kruse. Helfen können auch spezielle Lärmschutzkopfhörer für Hunde. "Ein Schal tut es da aber auch", so die Veterinärin. Viele Tierbesitzer greifen aber zu deutlich drastischeren Maßnahmen. "Wir haben viele Kunden, die fahren mit ihren Tieren zum Jahreswechsel auf die Inseln, wo es ruhiger ist", sagt Kruse. "Andere verbringen Silvester auf der Autobahn, denn da ist Feuerwerk verboten."

Sebastian Ernst 29.12.2018
Jan Torben Budde 28.12.2018
Cornelia Müller 28.12.2018