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Eckernförde Gemeinsam buddeln für mehr Wald
Lokales Eckernförde Gemeinsam buddeln für mehr Wald
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19:23 07.04.2019
Von Kerstin von Schmidt-Phiseldeck
Alina Dürotin (21) von der Waldjugend Hütten und Yannik Hofmann (29) aus Hamburg packen im Wald von Lindhöft mit an. Quelle: Kerstin v. Schmidt-Phiseldeck
Noer

„Das ist aktiver Klimaschutz“, sagt Christel Happach-Kasan, die Landesvorsitzende der Schutzgemeinschaft (SDW), zur alljährlichen Pflanzaktion in ganz Deutschland. Ihr Stellvertreter Johann Böhling erklärt, dass auf diesem privaten Waldstück zuvor Eschenwald stand. Die Bäume starben an der Eschenkrankheit

Kaum noch Neuwald im Land

Der einstige Förster freut sich über die Aufforstungsaktion. Allerdings: „Noch schöner wäre Neuwald gewesen.“ Doch das Wachstum an Wald in Schleswig-Holstein, „scheint zum Erliegen gekommen zu sein“, bedauert er. Damit sich nicht auch noch Wildtiere über die leckeren zarten Schösslinge hermachen, wurde das Areal eingezäunt. 

Klimaschutz – das ist auch ein wichtiges Anliegen für Fenja Rehm und Annika Mertens, beide 16 Jahre alt. Sie waren schon bei „Fridays for Future“-Demos dabei, nun arbeiten sie sich mit dem Spaten durch das Waldstück. „Nicht nur schimpfen, sondern auch was tun“, sagt Annika. Die Pflanzaktionen gefallen ihr: „Man tut was Gutes, und es ist verbunden mit dem Lager.“ Viele der etwa 60 Mitglieder der Waldjugend haben seit Freitag in Koten gezeltet: „Das ist sehr cool, man trifft viele Leute.“ 

Hauptanliegen Naturschutz

Der Naturschutz sei ja auch ein Hauptanliegen der Waldjugend“, erklärt Fenja. Dann schnappt sie sich wieder den Spaten, pringt mit den Schuhen oben aufs Spatenblatt, um das nächste Loch auszuheben. Die Waldjugend wurde 1957 gegründet, um die Wälder nach dem Weltkrieg wieder aufzuforsten, erklärt Pressereferentin Gesa Derda. Heute hat jede Ortsgruppe einen Patenforst, In Lindhöft pflanzten auch Vertreter der Ortsgruppen Hütten, Burg (Dithmarschen), Frörup, Lübeck, Hamburg und Tornesch

„Das ist seit Jahren eine schöne Tradition geworden“, sagt Alina Dürotin (21) von der Hüttener Gruppe. Gemeinsam mit Yannik Hofmann (29) aus Hamburg sucht sie gerade nach einem Platz für einen weiteren Schössling. Dem Hamburger gefällt an der Aktion auch, dass sie als Ältere jetzt den Nachwuchs an die Aufgaben heranführen

Lernen im Wald

So wie Christian (12) aus Eckernförde, der gerade mit einem Bündel Stieleichen unterwegs ist. „Es macht Spaß, im Wald zu sein – zum Spielen, aber auch zu Forsteinsätzen: „Und man lernt was über die Natur – Bäume zu bestimmen, und Vögel.“ Dean Patan (16) von der Waldjugend Hütten freut sich, dass der Boden in diesem Jahr nicht so verholzt ist wie im Vorjahr in Ladelund. Das findet auch Linus Bogner (12): „Wir hatten schon schlechtere.“

Erster Tag des Baumes 1952

Bundesweit rechnet die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald in diesem Jahr mit mehr als 70.000 neu gepflanzten Bäumen. Der erste Tag des Baumes wurde 1952 begangen und war noch von der Nachkriegszeit geprägt. Er richtete sich gegen die Übernutzung der Wälder und für eine Rückbesinnung auf nachhaltiges Wirtschaften. In der Schutzgemeinschaft sind etwa 25.000 Waldfreunde organisiert. Ein Schwerpunkt  ist das Heranführen von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen an den Wald.

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