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Eckernförde Einmal Norwegen und zurück
Lokales Eckernförde Einmal Norwegen und zurück
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08:02 27.04.2018
Von Rainer Krüger
Täglich radelt die Kielerin Pia Osterloh zur Schule nach Eckernförde. In den Ferien legte sie einen drauf. Sie fuhr nach Norwegen und wieder zurück. Quelle: Rainer Krüger
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Eckernförde/Kiel

„Ich hatte relativ spontan entschieden, Anne-Sofie und Sam Syvertsen zu besuchen. Beide sind Freunde unserer Familie und wohnen in Norwegen“, erzählt Pia. Da sie seit dem vergangenen Sommer ein Rennrad besitzt, war klar, wie die Reise erfolgen sollte.

Was sie an ihre Kondition glauben ließ: ihr Schulweg. „Seit wir im Februar nach Kiel gezogen sind, fahre ich täglich mit dem Rad ins Berufsbildungszentrum Eckernförde und zurück“, erzählt die sportliche Schülerin, die gerade ihr Abitur macht. Warum sie 62 Kilometer zum und vom BBZ fährt? „Ich will Medizin studieren. Nach meinen Recherchen hat das BBZ die einzige Oberstufe mit einem Gesundheitsprofil in der Gegend.“

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Couch-Surfing führte zu abgebrannten Gasthof

Start der Norwegen-Tour war am 8. April. „Um 5 Uhr morgens bin ich von meiner Oma in Schwentinental losgefahren,“ so Osterloh. Bald gab es die erste Panne. „Mein Fahrradcomputer mit der Navigation ging kaputt. Ich musste mich dann mit dem Handy orientieren.“

Mit Mühe schaffte sie es, aus Flensburg den Weg nach Dänemark zu finden. Und das Smartphone-Navigieren kostete Zeit. „Ich hatte mich über eine App zum Couch-Surfing angemeldet. Als ich nach einer 256-Kilometer-Tour am Treffpunkt ankam, stand ich vor einem abgebrannten Gasthof.“ Der Schock hielt nicht lange an. „Mein Gastgeber wohnte nebenan. Ich hatte sofort Familienanschluss.“

Trotz Umweg rechtzeitig zur Fähre

Der zweite Tag mit der Norwegen-Fähre in Hirtshals als Ziel hatte es ebenfalls in sich. „In Aalborg habe ich mich mit der Zeit vermetert. Ich bin fünf Kilometer in die falsche Richtung gefahren und musste bergan wieder zurück.“ So gab es auch an dem Tag ordentlich Stress. „Ich kam erst zehn Minuten vor dem Ablegen auf die Fähre.“ Anschließend lief aber alles gut. „Meine Freunde holten mich um 1.15 Uhr nachts ab. Da war ich gefühlt halb tot. Aber anschließend hatten wir schöne gemeinsame Tage.“

Ihr Fazit: „Wenn man etwas unbedingt schaffen will, geht es auch“, sagt sie selbstbewusst. Daher hat sie schon die nächste Radtour für die Zeit nach dem Abitur im Kopf. „Ich will ans Nordkap“, verkündet sie. „Gerne kann auch jemand mitfahren. Kontakt zu mir lässt sich über die Radfahrer-App Strava aufnehmen.“

Was dann besser werden könnte? „Bei der Verpflegung muss ich umplanen. Ich habe zwischendurch Energieriegel gegessen. In Norwegen kostet einer 4,90 Euro. Bei zehn Stück pro Tag ist das zu teuer.“

Rainer Krüger 27.04.2018
26.04.2018
Tilmann Post 26.04.2018