Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Anmelden
Eckernförde Wie die Politik auf die Demo reagiert
Lokales Eckernförde Wie die Politik auf die Demo reagiert
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:11 09.09.2019
Von Christoph Rohde
Rund 3000 Eckernförder demonstrierten am Sonntag für Partys am Südstrand. Anlass für die Politik, eine mögliche Lösung nicht auf die lange Bank zu schieben. Quelle: Cornelia D. Mueller
Eckernförde

„Eine Lösung der Lärmschutz-Problematik brennt den Eckernfördern auf den Nägeln“, sagt die CDU-Fraktionsvorsitzende Katharina Heldt. „Es muss etwas passieren und hoffentlich in die richtige Richtung.“ Partys am Südstrand beißen sich mit Werten der Freizeitlärmrichtlinie. Nach Lärmschutzklagen müssen diese jetzt nach 22 Uhr strikt eingehalten werden. Ändert sich nichts, bedeutet das das Aus für Oktoberfest und Bacardi Beach. Der Umweltausschuss hat einstimmig einen von CDU, SSW, FDP und Ratsfrau Doris Rautenberg initiierten Prüfantrag auf den Weg gebracht. Die Verwaltung wird darin beauftragt, Möglichkeiten des Lärmschutzes für die Wohnanlage Sandkrug abzuklären.

Eine gewisse Eile für eine Lösung ist geboten

Gefragt seien intelligente Lösungen, sagt Heldt. Denn eine von der CDU plakativ ins Spiel gebrachte Lärmschutzwand hält auch sie ebenso wie Bürgermeister Jörg Sibbel für wenig realistisch. „Wir wollten nur das Thema ins Rollen bringen“, so die Fraktionschefin. Eine gewisse Eile ist ihrer Ansicht nach geboten. Denn Veranstalter bräuchten Planungssicherheit am Südstrand. Doch zunächst soll abgewartet werden, welche Resultate der Prüfauftrag bringt.

Stadt ist jetzt in der Pflicht, alle Möglichkeiten auszuloten

Beeindruckt von der Größe der Südstrand-Demo war der SPD-Fraktionsvorsitzende Jürgen Neumann. „Eine tolle Sache“, sagt er, „und ein Zeichen an die Verwaltung, das Thema intensiv und umfassend zu klären.“ Er sieht nicht nur die Stadt in der Pflicht, jetzt alle Möglichkeiten auszuloten. Die Frage stelle sich auch an die Techniker, so Neumann, beispielsweise was die Aussteuerung und Ausrichtung der Lautsprecher angehe, um Lärmimmissionen am Sandkrug in den geforderten Grenzen zu halten. Sein Appell geht auch dahin, sich zu arrangieren. Denn ob ESV-Spiele, Hafenfeste, Staffel-Marathon oder Kurkonzerte – immer wieder gebe es Beschwerden von Anliegern.

Bauvorhaben an Veranstaltungsflächen jetzt kritischer beäugen

Rainer Bosse (SSW) hofft auf eine positive Auswirkung der Südstrand-Demo auf den Lärmschutz-Kläger. „Vielleicht geht er einmal in sich.“ Für den Kommunalpolitiker hat die ganze Angelegenheit zumindest eine Konsequenz. Er werde jetzt jedes Bauvorhaben in der Nähe von Veranstaltungsflächen besonders kritisch beäugen, so Bosse. Das Hotel-Projekt auf der sogenannten Panzerplatte am Südstrand sehe er unter dem Aspekt möglicher Lärmschutzklagen jetzt skeptischer.

Vorgaben des FFH-Schutzgebietes am Südstrand berücksichtigen

Auf Besonnenheit setzt Edgar Meyn von den Grünen. Politik dürfe nichts hochschaukeln, sondern müsse Sachen regeln und Kompromisse finden, sagt er. „Sonst bleibt alles ein Fall für die Gerichte.“ Meyn unterstützt, dass die bisherigen Partys am Südstrand weiter stattfinden können. Hier seien aber neben der Lärmrichtlinie auch die Vorgaben des europäischen FFH-Schutzgebietes (Flora/Fauna/Habitat) zu berücksichtigen, gibt er zu bedenken.

Den Gemeinden Ausnahmeregelungen ermöglichen

Der FDP-Landtagsabgeordnete Stephan Holowaty aus Hohenwestedt möchte Einschränkungen für Feste durch Vorschriften und Klagen zu einem Landes-Thema machen. Immer wieder scheitern nach seinen Erfahrungen gesellige Veranstaltungen insbesondere an Lärmschutzauflagen. Er ist der Ansicht, dass Gemeinden die Möglichkeit bekommen sollten, jenseits der Lärmschutzrichtlinien vier Tage im Jahr zuzulassen, an denen einmal länger und lauter gefeiert werden darf. Die Demo am Südstrand, so Holowaty, sei ein „Weckruf aus Eckernförde“. Er wolle die Thematik über die Fraktion auch im Landtag voranbringen.

Weitere Nachrichten aus der Region Eckernförde finden Sie hier

In der Fußball-Landesliga Schleswig konnte sich der Gettorfer SC durch einen glücklichen 1:0-Sieg gegen den Osterrönfelder TSV aus dem Tabellenkeller lösen. Dabei war der GSC allerdings mit dem Glück im Bunde, denn beim Siegtreffer handelte es sich um ein Eigentor von OTSV-Akteur Harald Giese.

09.09.2019

Mehr als 240 Oldtimer, 5000 Besucher und viele, viele PS: Das war die Mischung war am Sonnabend am Eckernförder Südstrand. Zum 13. Mal feierten die Kaputten Jungs „Hubraum, Strand und Meer“ mit großem Publikum.

09.09.2019

Doppelten royalen Glanz gab es auf dem Lichterfest am Nord-Ostsee-Kanal (NOK) in Sehestedt. Erstmals wurde zur Kanalkönigin eine Kanalprinzessin gewählt. Auch in Schinkel leuchtete es aus Anlass der NOK-Romantika-Feiern am Sonnabend. Beide Feste zogen insgesamt rund 1250 Gäste an.

Rainer Krüger 08.09.2019