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Eckernförde Honigernte im Tierpark
Lokales Eckernförde Honigernte im Tierpark
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10:43 29.06.2019
Von Jan Torben Budde
Präsentieren stolz die erste Beesarnwohld-Honig-Ernte: Volker Strehlow (von links), Vorsitzender der Freunde des Tierparks Gettorf, sowie die Lehrer Patrick Blaß und Christian Herzig-Gerdes. Quelle: Jan Torben Budde
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Gettorf

In weißen Imker-Schutzanzügen mit Schleier nähern sich die Sechst- bis Achtklässler den drei Bienenstöcken. „Früher hatte ich Angst vor ihnen, weil ich mal von einer gestochen wurde“, verrät die zwölfjährige Meggy. Doch seitdem die Schülerin in der Bienen-AG mitmacht, geht die Sechstklässlerin furchtlos mit den Insekten auf Tuchfühlung.

Erste Ernte brachte 40 Kilo Honig

„Wenn man zum Bienenstock geht, sollte man sich ruhig verhalten“, sagt Leo (13) aus der Klasse 7 b, der wie seine Mitschüler eine lange Hose und Handschuhe trägt. Warum sich der Revensdorfer ausgerechnet für die Bienen-AG entschieden hat? „Weil ein Teil ihres Lebensraumes zerstört wird, möchte ich den Bienen helfen“, erklärt der Leo und schiebt noch schmunzelnd hinterher, „und ich mag Honig.“ Bei der ersten Ernte sprangen laut Bio-Lehrer und AG-Leiter Patrick Blaß gleich etwa 40 Kilo heraus. In Anspielung auf den Namen ihrer Schule und das englische Wort für Biene („Bee“) nennen die Kinder das Erzeugnis: Beesarnwohld-Honig. Hinter dem Ertrag stecke viel Arbeit, sagt der 31-Jährige, der eigens einen Imkerkursus absolviert hat.

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Drei Stöcke mit rund 150000 Bienen

Die Bienen-AG trifft sich dienstagnachmittags. Ihre drei Stöcke mit rund 150000 Bienen sowie fünf junge Ableger, die im kommenden Jahr Honig produzieren sollen, stehen im Tierpark Gettorf. Es gibt eine Zusammenarbeit mit dem Förderverein des Zoos, der den Gymnasiasten und Gemeinschaftsschülern ein Imkerhaus zur Verfügung stellt. „Es hat mal einem Verein gehört, der sich aufgelöst hat“, so Volker Strehlow, Vorsitzender der Tierpark-Freunde, der die Bienen-AG gern unterstützt.

Schüler bekommen Gespür für die Lebewesen

Honigernte statt Mathe büffeln? Patrick Blaß: „Bienen bekommen gerade große mediale Aufmerksamkeit, stehen stellvertretend für Probleme in der Natur.“ In der AG entwickelten die Kinder ein Gespür für die Lebewesen. „Sie bekommen eine ganz andere Bedeutung für die Schüler“, so Blaß. Zudem fördere die Arbeit mit den Bienen das Verantwortungsbewusstsein. „Und am Ende steht sogar ein Produkt“, freut sich der Lehrer. Vorher war jedoch Fleißarbeit angesagt: „Die Schüler haben nachgeschaut, ob die Bienen frische Wabenflächen benötigen oder eine Krankheit haben“, erklärt Blaß. Eine Bedrohung ist die Varroamilbe. Der Parasit schwächt Honigbienen.

Cornelia Müller 28.06.2019
Tilmann Post 28.06.2019
Tilmann Post 28.06.2019