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Eckernförde Klimaschutz als Prüfstein im Beruf
Lokales Eckernförde Klimaschutz als Prüfstein im Beruf
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14:15 05.08.2019
Von Cornelia Müller
„Deine Zukunft ist grün“ heißt das vierjährige Projekt der Awo Gettorf, für das es 1,3 Millionen Euro EU-Förderung gibt. Leiterin ist Sozialpädagogin Silke Knippschild (rechts). Kunstpädagogin Amrei Magdanz ist die Koordinatorin. Thorsten Zenk bringt die Erfahrungen unter anderem auch als Maschinenbauer, Ausbilder und aus der pädagogischen Pfadfinderarbeit mit. Nicht auf dem Bild: Sozialpädagogin Manuela Kruse, die auch Tischlerin ist. Quelle: Cornelia D. Mueller
Getttorf

Was sich das Projektteam vorgenommen hat, ist nicht von Pappe. Die vier wesentlichen Veranstaltungen pro Jahr und viele weitere Aktionen stecken hohe Ziele für Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Alter zwischen 14 und 25 Jahren ab.

Zum Beispiel: Fünf Tage lang in einem intensiven Workcamp herausfinden, wohin die berufliche Reise gehen soll und wie man Nachhaltigkeit am Arbeitsplatz fördert, lebt und weitergibt. Erforschen, was dem Klima, der Gesellschaft, einem selbst wirklich auf Dauer dient.

Den Blick zu schulen für Herkunft und die Herstellung von Produkten, ist auch Teil des Programms. Erleben, dass weniger wirklich mehr ist. Teilnehmen an den zehn Workcamps des Gettorfer Teams dürfen jeweils bis zu 20 junge Menschen – gratis und im Förderzeitraum nur einmal.

Mit dem Projekt "Deine Zukunft ist grün" betritt die Arbeiterwohlfahrt Gettorf Neuland

„Auch für uns ist diese Arbeit Neuland. Doch sie ist dringend nötig, weil sich unser Leben verändern muss“, sagt Projektkoordinatorin Amrei Magdanz. Silke Knippschild, Geschäftsführerin des Ortsverbands der Arbeiterwohlfahrt, und ihr Team hatten sich deshalb um die Teilnahme an dem Programm beim Bundesumweltministerium beworben. Gespeist wird es aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds.

Die Bewerbung war erfolgreich, ist quasi ein Sechser im Lotto. 1,3 Millionen Euro stehen dem Team jetzt bis 2022 zur Verfügung, um junge Menschen zu erreichen und sie zu Multiplikatoren eines nachhaltigen Lebens zu machen. Das erste Camp beginnt jetzt auf der Nordseeinsel Amrum.

„Diesmal sind es 16 Mädchen und Jungen bis zum Alter von 18 Jahren“, berichtet Magdanz. Die Kunstpädagogin stammt aus dem Norden. In Hessen hat sie größere Projekte der Jugendarbeit konzipiert. Jetzt ist sie gespannt, welche Erfahrungen aus dem ersten Camp in die drei des Folgejahres einfließen werden.

Die Jugendlichen machen Praktika und erforschen ökologische Zusammenhänge 

„Wir werden eigenen und viel externen Sachverstand einbinden“, sagt sie. So werden die Jugendlichen Praktika in Betrieben machen, mit Naturexperten auf Tour gehen, Einblick in Umweltforschung bekommen, sich kreativ, technisch, körperlich erproben, Stärken und Neigungen ausloten.

Hinzu kommen pro Jahr ein Kongress und Präsentationen bei Ausbildungsmessen, beim Green-Screen-Naturfilmfestival in Eckernförde, am Tag der Deutschen Einheit. Immer dreht es sich dabei um die Frage, wie man Gemeinwohl und Klimaschutz zum Lebensprinzip macht. Knippschild ist überzeugt, dass sogar die gesamte Jugendarbeit des Awo-Teams davon profitiert, „denn in unserem Arbeitsalltag lässt sich viel verändern“.

Ansätze gibt es, aber sie sind ausbaufähig. So baten die Mitarbeiter kürzlich um Spenden für Bastelmaterial und erhielten kartonweise Wolle, Stoffreste, Holz und mehr von den Bürgern, „was sonst auf dem Müll gelandet wäre“.

Vier Pädagogen mit Erfahrungen in anderen Berufen betreuen die Gruppen

Thorsten Zenk, der die pädagogische Arbeit von der Pike auf schon bei den Pfadfindern lernte und auch Maschinenbauer, Feinmechaniker sowie Lehrlingsausbilder ist, säte in den Osterferien mit Kindern eine Blumenwiese vor dem Awo-Familienzentrum in der Kieler Chaussee. Die bewundert ganz Gettorf. „Und sie regt zur Nachahmung an“, betont er.

Zenk und Sozialpädagogin wie Tischlerin Manuela Kruse bringen jeweils 30 Wochenstunden in „Deine Zukunft ist grün“ ein. Koordinatorin Magdanz ist Vollzeit eingebunden. Projektleiterin Knippschild und eine Verwaltungskraft sind mit je zehn Stunden Wochenarbeitszeit beteiligt.

Darum geht es beim Projekt

Das Dachprogramm für das Gettorfer Projekt „Deine Zukunft ist grün“ ist beim Bundesumweltministerium in Berlin angesiedelt. Getragen wird es vom Europäischen Sozialfonds (ESF). Der Gesamttitel kling zunächst sperrig: „Berufsbildung für nachhaltige Entwicklung befördern. Über grüne Schlüsselkompetenzen zu klima- und ressourcenschonendem Handeln (BBNE)“. Die Schwerpunkte setzen die sich bewerbenden Projektträger aus den Bundesländern selbst. In der Förderrichtlinie des ESF heißt es unter anderem: „Bildung für nachhaltige Entwicklung wird als eine Verbindung von Inhalten, pädagogischem Konzept, Methoden und Haltung verstanden. Das Programm BBNE integriert diesen Ansatz in die berufliche Bildung (...) und überträgt ihn auch auf das Feld der Berufsinformation und Berufswahlbegleitung.“ Das Projekt der Awo zielt demnach „auf die Bereitschaft, Verantwortung für das eigene Handeln zu übernehmen, mit Unsicherheiten und Widersprüchen umzugehen, Probleme zu lösen und an der Gestaltung einer demokratischen und kulturell vielfältigen Gesellschaft mitzuwirken“.

Bewerben für die Workcamps von „Deine Zukunft ist grün“ dürfen sich junge Menschen zwischen 14 und 25 Jahren aus allen „alten“ Bundesländern. Sobald das Gesamtprogramm steht, wird es im Netz abrufbar sein. Anfragen zum Projekt werden schon jetzt beantwortet (auch@deine-zukunft-ist-gruen.de).

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