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Eckernförde Proteste gegen Ex-"Traumschiff" geplant
Lokales Eckernförde Proteste gegen Ex-"Traumschiff" geplant
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13:05 13.06.2019
Von Tilmann Post
Bereits 2018 ankerte die MS „Deutschland“ in der Eckernförder Bucht und zog zahlreiche Schaulustige an. Das Schiff ist 175 Meter lang und wird von mehreren Dieselmotoren mit zusammen fast 17.000 PS angetrieben. Zahlreiche Folgen der ZDF-Serie "Das Traumschiff" wurden auf dem Ozeanriesen gedreht. Quelle: Christoph Rohde
Eckernförde

„Wir wollen deutlich machen, dass wir keine Kreuzfahrtschiffe in Eckernförde und auch nirgendwo sonst haben wollen“, sagte Jacob Grimm (21) aus Ascheffel, der die Demonstration gegen die MS „Deutschland“ angemeldet hat. Mit Blick auf die Blockade-Aktion am vergangenen Sonntag im Kieler Hafen betonte er, dass es sich in Eckernförde um friedlichen Protest handeln soll.

Die Gruppe „Smash Cruiseshit“ hatte in Kiel bei einem stundenlangen Katz-und-Maus-Spiel mit der Polizei verhindert, dass das Kreuzfahrtschiff „Zuiderdam“ auslaufen konnte.

Fotostrecke: Aktivisten protestieren gegen Kreuzfahrer in Kiel

Klicken Sie hier für weitere Fotos von der Blockade eines Kreuzfahrtschiffes im Kieler Hafen durch Klimaaktivisten.

Der Eckernförder Protest orientiert sich laut Grimm nicht an der Aktion im Kieler Hafen, er sei bereits vorher geplant gewesen. „Damit springen wir aber offensichtlich auf einen Zug auf, der sich gerade in Gang setzt“, so der Student.

Kundgebung mit Plakaten, Sprechchören und Reden

Am Sonnabend soll Grimm zufolge nichts zerstört, boykottiert oder sabotiert werden. „Wir wollen den Passagieren klarmachen, wie umweltschädlich Kreuzfahrten sind.“ Grimm sprach von einer Info-Veranstaltung, aber auch von einer Kundgebung mit Plakaten, Sprechchören und Reden.

Das noch frische „Bündnis gegen Kreuzfahrer“ gehe auf Teilnehmer der „Fridays for Future“-Gruppe zurück, die bereits fünfmal in Eckernförde demonstriert hat. Möglicherweise schließen sich noch Parteien und Gewerkschaften an, so Jacob Grimm.

Stadtwerke Eckernförde richten eingezäunte Sicherheitszone ein

Angemeldet ist für Sonnabend eine Versammlung mit 250 Menschen, ob so viele kommen, sei offen. Treffpunkt ist um 7 Uhr am Spielschiff neben dem Ostsee-Info-Center. Eine Stunde später wollen die Demonstranten über Jungfernstieg, Schiffbrücke, Frau-Clara-Straße, Hafenstraße und Steindamm zum Museumssteg auf Borbyer Hafenseite ziehen.

Dorthin werden die Passagiere von der MS „Deutschland“ mit Tenderbooten gebracht, um an Land zu gehen, etwa für Ausflüge. Die Stadtwerke als Hafenbetreiber richten wie immer eine eingezäunte Sicherheitszone ein, erklärte Geschäftsführer Dietmar Steffens.

Polizei, Zoll und privater Sicherheitsdienst vor Ort

Schiffe des internationalen Verkehrs müssen im Hafen abgeschirmt werden, damit kein Unbefugter Zutritt hat“, sagte er auf Nachfrage. Außerdem seien ohnehin Polizei und Zoll anwesend sowie ein privater Sicherheitsdienst, der Identitätskontrollen vornimmt. Zusätzliche Vorkehrungen seien derzeit nicht geplant.

Die Polizei verstärkt ihre Präsenz jedoch, auch auf dem Wasser, so der Eckernförder Revierführungsbeamte Jörg Henningsen. Wie viele Kräfte und Boote zum Einsatz kommen, wollte er aus taktischen Gründen nicht sagen. Es gelte zu verhindern, was am Sonntag in Kiel passierte, so Henningsen.

Mit einer Eskalation sei nicht unbedingt zu rechnen, weil am gleichen Tag drei Kreuzfahrer in Kiel einlaufen. Sollten Blockierer Aktionen planen, dann eher dort. „Aber es kann immer dazu kommen, dass sich Demonstranten schräg verhalten“, sagte er.

MS "Deutschland" wird um 6 Uhr in Eckernförde erwartet

Die MS „Deutschland“ wird am Sonnabend um 6 Uhr in der Bucht erwartet. Eine halbe Stunde später sollen die ersten Passagiere am Museumssteg an Land gehen, wo sie vom Shanty-Chor begrüßt werden. Um 13 Uhr lichtet das ehemalige ZDF-„Traumschiff“ den Anker wieder.

Einen zweiten Besuch stattet das Schiff dem Ostseebad am 27. August ab. Mehr Anläufe gibt es 2019 nicht. Für 2020 haben sich aber bereits sechs Schiffe angekündigt, so Stefan Borgmann von der Eckernförder Touristik- und Marketinggesellschaft.

Er hatte die Anläufe von Kreuzfahrtriesen möglich gemacht. Angesichts der Proteste zeigte er sich entspannt. Er wolle abwarten, wie viele überhaupt demonstrieren. 

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