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Eckernförde Für RSH zog Dirk Klee in den Norden
Lokales Eckernförde Für RSH zog Dirk Klee in den Norden
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15:56 12.08.2019
Von Tilmann Post
Radiomann mit Haut und Haar: RSH-Programmchef Dirk Klee (41) lebt in Eckernförde. „Ich lande immer da, wo andere Urlaub machen“, sagt der gebürtiger Saarländer, der zuletzt in Vorarlberg tätig war. Quelle: Tilmann Post
Eckernförde

Herr Klee, Sie sind von Österreich nach Eckernförde gezogen. Haben Sie sich von dem Kulturschock erholt?

Dirk Klee: Das war alles andere als ein Kulturschock für mich. So schön die Berge und das Alpenvorland auch sind – gezogen hat es mich privat immer schon in den Norden und an die See. Ich war vor rund 15 Jahren beruflich schon an der Ostsee, in Mecklenburg-Vorpommern. Nach der Arbeit am Strand spazieren zu gehen, pustet mir einfach den Kopf frei.

Was mussten Sie dazulernen?

Dass es keine gute Idee ist, bei Regen in Eckernförde einen Regenschirm zu verwenden. Der hält eh nicht lange.

Wie unterscheiden sich die Hörer in Schleswig-Holstein von denen in Vorarlberg?

Generell mag ich es nicht, Menschen in Schubladen zu sortieren. Wenn ich aber mit der Lupe genau drauf schauen müsste, stelle ich fest, dass man hier im Norden generell etwas gelassener und entspannter ist. Und man schaut mehr aufeinander. Wir bei RSH haben ja das Motto „Zusammen sind wir Schleswig-Holstein“. Das wird täglich von unseren Hörern gelebt. Wenn sich beispielsweise am Morgen bei Voller Mittmann in der „Wach-Mittmann-Show“ ein Hörer mit einem Problem oder Notfall meldet, stehen danach die Telefone nicht mehr still. Viele wollen spontan helfen. Die Menschen sind gerade heraus und nicht „verschnörkelt“. Das gefällt mir.

Zur Person

Dirk Klee ist in Saarbrücken geboren und aufgewachsen. Als Kind entwickelte er seine Liebe zum Radio, mit 13 Jahren produzierte er seine erste eigene Sendung beim Offenen Kanal im Saarland. Nach seiner Lehre zum Werbekaufmann absolvierte Klee ein Volontariat beim lokalen Sender Radio 8 in Mittelfranken und stand fortan beruflich am Mikrofon. Es folgten Stationen in Schwaben und Mecklenburg-Vorpommern, bevor Klee 2007 Programmchef bei Radio Vorarlberg in Österreich wurde. Dirk Klee machte den Privatsender zum regionalen Marktführer und überholte die öffentlich-rechtliche Konkurrenz. Seit 2018 ist der 41-Jährige, der verheiratet ist und in Eckernfördes Altstadt wohnt, Programmchef bei RSH.

Was sind Ihre Aufgaben als Programmchef bei RSH?

Als Programmchef komponiert man die verschiedenen Inhalte so, dass am Ende ein stimmiges Programm herauskommt. Ob Auswahl der Moderatoren, welche journalistischen Themenschwerpunkte wir im Programm setzen, welche Musik läuft oder welche Aktionen wir machen. Dazu kommt natürlich die Digitalisierung. Durch das Internet, Apps, DAB+ und Smartspeaker wie Alexa ändert sich das Hörverhalten. Radio ist kein angestaubtes Medium, sondern nach wie vor sehr gefragt. Das täglich am längsten genutzte Medium. Auch Inhalte werden wieder deutlicher gehört, etwa Podcasts. Heute Radio zu machen heißt nicht, „nur“ ein UKW-Programm zu betreiben, sondern über die digitalen Kanäle viele weitere Angebote zusätzlich zu machen. Wir haben 14 weitere Musikkanäle, die zur Marke RSH gehören und die wir über unsere Homepage, App und via Smartspeaker kostenfrei anbieten. Die inhaltliche wie technische Weiterentwicklung unserer Programme ist im Kern mein Hauptjob.

Beeinflusst Ihr neuer Wohnort Eckernförde das Programm von RSH?

Das ist sicher so, wie in jedem Job: Je wohler man sich in seiner privaten Umgebung fühlt, desto besser ist auch die Leistung im Beruf. Eckernförde bietet mir die Möglichkeit, die Energie zu tanken, die man im Job vor allem für kreative Prozesse braucht. Auch konnte ich hier sehr gut lernen, wie und was der Schleswig-Holsteiner denkt. Eckernförde hat eine perfekte Größe, um genau das zu beobachten und sich in die Seele des Landes hinein zu fühlen.

Was gefällt Ihnen an Eckernförde am besten?

Eckernförde ist herrlich kompakt – ohne eng zu sein. Man ist schnell in der Fußgängerzone, schnell am Strand, schnell beim Einkauf und schnell auf der Autobahn oder B76. Und es ist immer ein bisschen wie Urlaub. Dazu die verwinkelten Gassen, die diesen skandinavischen Charme haben. Wenn man nach einem arbeitsintensiven, vielleicht auch mal stressigen Tag aus dem Büro kommt und in Kiel auf die Bundesstraße 76 Richtung Eckernförde fährt, lässt man mit jedem Meter etwas mehr von dem Stress fallen.

Gibt es etwas, das Sie unbedingt unternehmen möchten?

Ich möchte mir trotz Alltags das besondere Gefühl bewahren, dass ich dort wohne, wo andere Urlaub machen. Dazu möchte ich mit dem Fahrrad die Gegend rund um Eckernförde erkunden. Und ich habe tatsächlich noch nicht die Bucht mit einem Boot befahren. Das steht auch noch auf dem Programm.

RSH ist Marktführer in Schleswig-Holstein

Radio Schleswig-Holstein (RSH) ist das meistgehörte Radioprogramm in Schleswig-Holstein. Der Privatsender kam laut der jüngsten Media-Analyse im Juli von Montag bis Sonntag auf einen Marktanteil von 27,7 Prozent nach 26,3 Prozent in der Auswertung vom März. Auf den weiteren Plätzen folgen die öffentlich-rechtlichen Programme NDR 1 Welle Nord mit 16,2 Prozent nach zuvor 18 Prozent sowie NDR 2 mit 14,5 (14,6) Prozent. Die Zahlen sagen aus, wie groß der Anteil der Hördauer eines Programms an der Hördauer aller Sender ist. Dirk Klee zufolge schalten – je nach Auswertung – bis zu 280000 Menschen pro Stunde RSH ein. Damit gewinnt der Privatsender mit Sitz in Kiel stark zu, laut Media-Analyse im Frühjahr waren es 235000 Hörer pro Stunde.

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