Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Anmelden
Eckernförde Radtouristen wünschen sich mehr Ostsee
Lokales Eckernförde Radtouristen wünschen sich mehr Ostsee
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:58 06.08.2019
Von Kerstin von Schmidt-Phiseldeck
Hermann Hieke (72) aus Halle/Saale hatte gehofft, dass der Ostseeküstenradweg zwischen Eckernförde und Kiel näher an der Küste verläuft: "Wir sind heute fast nur entlang der Straße gefahren", sagt er. Quelle: Kerstin v. Schmidt-Phiseldeck
Schwedeneck/Strande

Viele Radtouristen sind auf dem Ostseeküstenradweg zwischen Flensburg und Lübeck unterwegs. Der verläuft von Altenhof bei Eckernförde bis Strande allerdings nicht direkt am Ufer, wie in anderen Bereichen. „Die Straße ist sehr belebt, das macht nicht so Spaß“, sagt zum Beispiel Günter Braun aus Heidelberg.

Meer entdecken bei Abstechern entlang der Route

Der 64-Jährige ist an der Bäderstraße unterwegs, zurück zum Campingplatz in Schwedeneck, auf dem er einen Kurzurlaub verbringt. Allerdings gebe es auch an der Bäderstraße verschiedene Gelegenheiten für Abstecher direkt an den Strand, lobt er. Und in Eckernförde verläuft der Radweg teils direkt am Meer. Der Unternehmer hat sich eine Radfahrkarte für die Region besorgt und hat den Eindruck: „Man kann hier einiges machen.“ Auch die Ausschilderung der Radwege „ist ordentlich“, lobt er.

Andere kritisieren Ausschilderung

Hermann Hieke (72) aus Halle/Saale meint hingegen: „Die könnte manchmal besser sein.“ Er startete mit seinem Neffen Sonntag in Flensburg Richtung Lübeck. Die Fahrradtour buchte er bei einem Reiseanbieter, der das Gepäck von Ort zu Ort transportiert. „Ich hätte mir die Route näher an der Küste gewünscht“, sagt er zum Abschnitt zwischen Eckernförde und Kiel. Dieser sei durch das Fahren an der Straße „nicht so reizvoll“.

Radler vermissen Hinweise auf Gastronomie

Tatsächlich radelt man auf dieser Etappe auch nur an einzelnen Stellen mit Meerblick. Der 72-Jährige regt zudem bessere Hinweise auf Gastronomie-Betriebe an, in denen Radler für eine Pause einkehren können. Dass es zum Beispiel in Schwedeneck mehrere Restaurants am Strand gibt, habe er gar nicht wahrgenommen. 

Das ging auch Ute und Stephan Kindling (63), ebenfalls aus Sachsen-Anhalt, so. Schade, denn „wir sind ja bereit“, erklärt die 59-Jährige. Deshalb wollen sie nun in Strande einkehren. Das Paar macht gerne Radurlaub. Der Ostseeküsten-Radweg reiht sich für sie allerdings eher in den Durchschnitt ein – sowohl vom Ausbau als auch von der Schönheit der Strecke her. Sie sind ebenfalls unterwegs von Flensburg nach Lübeck

Auch Risse im Radweg sorgen für Kritik

Norbert Diedrichsen kommt als Osdorfer aus der Region und radelt täglich viel. Jetzt macht der 61-Jährige gerade Urlaub, ehe er im September in Rente geht. Mit seinem Hightech-Rad mit Elektroantrieb war er heute schon bis nach Holtsee und Dänischenhagen unterwegs, nun fährt er zurück nach Hause. Auch er findet, dass die Ausschilderung zum Beispiel in der Region Flensburg besser sei. Und als Viel-Radler stören ihn besonders die Risse in vielen Radwegen der Region.

Schwedeneck plant digitale Info-Stele

Mit einer digitalen Info-Stele wie in Strande möchte die Touristik Schwedeneck die Informationen über Restaurants, aber auch andere touristische Angebote verbessern. „Wir hoffen, dass das nächstes Jahr kommt“, sagt Touristikchef Manfred Mallon. Geplant sind auch mehr Abstellmöglichkeiten für Fahrräder sowie eine E-Ladestation. Wann diese Elemente des touristischen Konzepts umgesetzt werden, sei aber noch unklar.

„Hier kommen schon viele Radtouristen – auch solche, die hier nur mal Rast machen“, sagt er. Die nehmen aber zum Beispiel auch gerne die 2018 herausgegebene Broschüre „Wandern und Radfahren zwischen Kiel und Eckernförde mit, die auch in Strande ein Renner ist.

Bessere Fähranbindung gewünscht

Der Strander Touristikchef Heiko Drescher hört allerdings auch immer mal Kritik an der Qualität der Radwege. Zudem wünschten sich Radtouristen mehr als drei – am Wochenende vier – Fährverbindungen nach Laboe, auf die andere Seite der Förde.

„In Strande fehlen Radwege direkt an der Küste“, weiß Sabine Hamann, deren Mann Horst in Strande noch bis Ende des Jahres seinen Fahrradverleih betreiben wird. Selbst zum Bülker Leuchtturm müsse man auf der schmalen Straße fahren. Und auch sie hört öfter mal die Kritik, dass die Radwege in der Region neben schnell befahrenen Straßen verlaufen.

Radelquartiere für eine Nacht sind rar

Viele Radeltouristen steuern täglich ein neues Ziel an. Deshalb wünschen sie sich oft Quartiere, die günstig und für eine Nacht buchbar sind. „In Süddeutschland ist das verbreiteter“, erklärt der Strander Touristik-Chef Heiko Drescher. In Strande bieten das allerdings nur zwei Vermieter an.

Auch Manfred Mallon, Touristikchef in Schwedeneck, kennt diese Nachfrage. Doch auch dort vermieten die Vermieter im Sommer nicht tageweise. Dafür gibt es in der weitläufigen Gemeinde zwei Campingplätze, die Radtouristen ansteuern können: den privat betriebenen im Ortsteil Grönwohld und den gemeindeeigenen Platz in Surendorf.

Neu in Surendorf: Zwei Wiesenhütten

Der lockt Radler in diesem Jahr erstmals nicht nur mit der Zeltwiese: Es gibt jetzt auch zwei Wiesenhütten mit je zwei Schlafplätzen zum günstigen Preis – eine hat sogar Meerblick. Die Touristik hatte die früher offenen Hütten im Winter „mit Bordmitteln“ für die Vermietung hergerichtet. „Die laufen richtig gut“, sagt Touristikchef Mallon: „Davon könnten wir mehr haben – es muss nicht immer Luxus sein.“

Weitere Nachrichten aus der Region Eckernförde finden Sie hier.

Nach acht Jahren Oberliga-Abstinenz eröffnete Jannes Mohr fulminant die neue Fünftliga-Saison für den Eckernförder SV. Doch die frühe Führung hatte nicht lange Bestand. Am Ende verlor der Aufsteiger sein Heimspiel gegen den 1. FC Phönix Lübeck mit 1:4. Eine Niederlage, die am Ende zu hoch ausfiel.

06.08.2019

Gesichtet, gejagt, gestrandet: So erging es einem Buckelwal, der 1766 vor Eckernförde auftauchte. Etwa am Jahrestag seiner Strandung – der 17. August – werden in Eckernförde seit dem Jahr 2016 zahlreiche Aktionen zum Schutz der Wale, des Meeres und seiner Lebewesen organisiert.

Rainer Krüger 06.08.2019

Bisher hatte die ehemalige Bauernhofkatze „Dori“ kein leichtes Katzenleben. Nun ist der Tierschutzverein Eckernförde auf der Suche nach einem neuen Zuhause für die zarte, etwa vier- bis fünfjährige Katze. Auch zwei vermutlich ausgesetzte Jungkatzen sind abzugeben.

Tilmann Post 06.08.2019