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Eckernförde Reise durch Witz und Musik
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15:10 03.07.2018
Sabine Lempelius und Gerhard Breier geben als Duo Zhok in Gettorf jiddische Lieder zum Besten. Quelle: Katharina Köhler
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Gettorf.

Der Abend steht ganz unter dem Thema der traditionellen jüdischen Musik. Ihre Klezmer-Lieder singen Lempelius und Breier zweistimmig, beide spielen außerdem mehrere Instrumente. Da kommt es schon einmal vor, dass Breier nach einem Instrumentenwechsel in der Armbeuge den Kontrabass festhält und gleichzeitig Klarinette spielt.

Bei den ersten Stücken, in denen oft klagende, dramatische Klänge dominieren, entsteht in der Kirche eine spannende Atmosphäre. Das Publikum ist sichtlich angetan von der Kombination aus fremder Sprache, den für westlich geprägte Ohren ungewohnten Skalen, den komplexen Rhythmen und den ungewöhnlichen Taktarten wie dem 7/8-Takt.

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Zwischen den Liedern warten die beiden Musiker mit Hintergrundwissen auf und erläutern außerdem, welche typischen Instrumente in der Musikrichtung zu finden sind. Mit Geige, Bass, Akkordeon, Klarinette und Gitarre decken sie zu zweit schon einen großen Bereich davon ab. Nebenbei erhalten die Zuhörer eine Einführung in den jüdischen Witz. Am Beispiel von Ephraim Kishon und typischen Witzen erläutern Lempelius und Breier die Besonderheiten des jüdischen Humors. So würden viele Witze auf Kosten einer bestimmten Berufsgruppe gehen. „Der Heiratsvermittler war meist ein armer Schlucker und galt als nicht besonders helle“, erklärt Gerhard Breier. Bald meint man den jüdischen Humor auch in der Musik wiederzufinden: vorwärtsstrebende Rhythmen, flinke Läufe, angeschliffene Töne. Die Beschwingtheit der Lieder greift auch auf das Publikum über – der ein oder andere Fuß wippt und da, wo die Taktarten es zulassen, wird mitgeklatscht.

Sabine Lempelius und Gerhard Breier harmonieren hervorragend – sowohl beim zweistimmigen Gesang also auch als Instrumentalisten. Belohnt werden sie dafür mit warmem Applaus vom Publikum, dessen Nerv sie ganz klar getroffen haben.

Von Katharina Köhler

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