Reportage aus Altenhof: Andrang auf Wohnmobilstellplatz
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Eckernförde Andrang auf Wohnmobilstellplatz
Lokales Eckernförde Andrang auf Wohnmobilstellplatz
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17:19 01.06.2020
Von Rainer Krüger
In Altenhof statt in Spanien verbringt das Ehepaar Markus (von rechts) und Bettina Reich einen Teil des Jahresurlaubs. Beim gemeinsamen Frühstücken mit Christian Arnoldi und Sandra Cords ist das für beide die beste verbliebene Moglichkeit bei Corona-Bedingungen.
In Altenhof statt in Spanien verbringt das Ehepaar Markus (von rechts) und Bettina Reich einen Teil des Jahresurlaubs. Beim gemeinsamen Frühstücken mit Christian Arnoldi und Sandra Cords ist das für beide die beste verbliebene Moglichkeit bei Corona-Bedingungen. Quelle: Rainer Krüger
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Altenhof

Der 50-Jährige ist erleichtert, das seit 18. Mai wieder Touristen aus anderen Bundesländern nach Schleswig-Holstein dürfen. "Nach den Vorschriften können wir 65 von 100 Plätzen nutzen", sagt Schentek. Auf dem etwa zwei Hektar großen Gelände neben dem Gasthof Grüner Jäger, den die Familie ebenfalls betreibt, stehen die Fahrzeuge weit auseinander. Zwischen ihren ist immer eine Wohnmobilbreite Abstand. "Die Gäste suchen sich ihre Plätze selbst. Der Hausmeister und ich kontrollieren regelmäßig, ob alle richtig stehen", so Schentek.

Weitläufiger Platz mit wenigen Stellen mit unbedingter Maskenpflicht

Natürlich gilt auch in Altenhof Maskenpflicht bei Fremdkontakten unter 1,5 Meter Abstand. Doch lässt sich das Mund-Nasen-Schutz-Tragen auf dem auch mit 65 Wohnmobilen noch weitläufigen Platz ziemlich gut vermeiden. Denn zwangsweise muss die Maske nur beim Gang auf die Toilette aufgesetzt werden oder wenn der Gasthof zum Essen besucht wird. Und diese Möglichkeit gibt auch einen neuen Reiz zum Stopp in Altenhof. "Wir kommen aus Hamburg. Dort ist alles natürlich viel enger. Hier kann ich mich vom Masken-Koller erholen", sagt Nursel Frese.

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Mit Partner Matthias Januschewski steigt sie aufs Fahrrad. Bevor sie vor neun Jahren in die Elbmetropole zog, wohnte die 58-Jährige in Eckernförde. "Ich weiß, wie schön es hier ist. Wir mögen Wald und Strand. Außerdem habe ich unter Corana-Bedingungen auch überhaupt keine Lust, eine Flugreise zu machen", berichtet sie. Schon am vergangenen Wochenende waren sie auf dem Wohnmobilstellplatz Ostsee. Über Pfingsten nehmen sich beide von Freitag bis Montag Zeit. Eine Corana-Auflage stört Frese doch: die geschlossenen Duschen. "Ich kann auch im Wohnmobil duschen, aber auf Dauer ist das nichts", findet sie. Insofern sieht sie dieses Jahr für sich noch mehrere Ausflüge nach Altenhof, aber nicht den wochenlangen Urlaub.

Wohnmobil-Urlaub in Altenhof ersetzt Reise nach Spanien

Markus Reich (52) aus Schenefeld im Kreis Pinneberg hat schon eine erfrischende Alternative zum Duschen gefunden. "Ein Bad in der Ostsee tut es auch", sagt der Gas- und Wasserinstallateur. Allerdings sei das bei den aktuellen Temperaturen nur ein kurzes Vergnügen. Mit seiner Frau Bettina Reich ist er in einem Blickfang unterwegs. Er hat einen ehemaliges Mehrzweckfahrzeug der Feuerwehr zum Wohnmobil umgebaut. "Aus einem Neun-Mann- ist ein Zwei-Bett-Fahrzeug geworden", berichtet er.

Das Duschproblem haben die Reichs über Pfingsten elegant gelöst. Denn Bettina Reichs Bruder Christian Arnoldi und Lebensgefährtin Sandra Cords sind mit einem Delfin-Wohnmobil aus Halstenbek gekommen und stehen nebenan. Da wird dann die Dusche geteilt. Auch gemeinsames frühstücken ist angesagt. "Ich komme schon seit 15 Jahren auf den Platz", verrät Markus Reich. Doch eigentlich wäre er jetzt lieber in Spanien gewesen. "Geplant war, dass wir für den Jahresurlaub nach Malaga reisen. Doch das ging durch Corona nicht mehr. Also haben wir das Beste draus gemacht und sind drei Wochen im Wohnmobil an der Ostsee", berichtet er.

Die Reiselust seiner Gäste macht Schentek Hoffnung: "Vielleicht kommen wir in dieser Saison mit einem blauen Auge davon." Die Zwangpause wurde auf dem Wohnmobilstellplatz und im Gasthof unter anderem für Renovierungsarbeiten genutzt. "Außerdem haben wir auf dem Platz ein Feuchtbiotop angelegt. Mit etwas Glück quaken dort bald Frösche", so Schentek.

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