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Eckernförde Schwedeneck: Jörg Weimer tritt zurück
Lokales Eckernförde Schwedeneck: Jörg Weimer tritt zurück
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16:15 06.06.2019
Hat seine Ämter niedergelegt: Gemeindevertreter und Fraktionsvorsitzender Jörg Weimer (SPD) aus Schwedeneck. Quelle: Jan Torben Budde
Schwedeneck

Weimer spricht von „Fehlentscheidungen“ in der Gemeindevertretung, was die Kinderbetreuung betrifft. Konkret geht es ihm um die „Etablierung einer externen Krippengruppe“ im Nachbarort Dänischenhagen. Ihm habe eine günstigere Lösung vorgeschwebt, was die SPD-Fraktion dann auch in Anträge verpackt habe. So favorisierte er den Ausbau der Tagespflege in der Gemeinde, also die Betreuung von Kindern unter drei Jahre durch Tagesmütter. Nach der Devise: „Kurze Beine, kurze Wege“. Als möglichen Standort für die institutionelle Tagespflege liebäugelte er mit der ehemaligen Hausmeisterwohnung in der Surendorfer Schule. „Es wäre kein großer baulicher Aufwand gewesen“, sagt er.

Anmietung von Modulbauten in Dänischenhagen als Krippengebäude

Stattdessen setzte die Gemeinde auf die Anmietung von Modulbauten in Dänischenhagen als Krippengebäude. Weimer sieht darin eine Fehlentscheidung, nach seiner Kalkulation ist die Variante teurer – und kommt bei den Eltern nicht an. Es gebe zwar einen Bedarf, denn es sollen 16 Kinder auf einer Warteliste gestanden haben. Im Frühjahr konnten Eltern sich für einen Krippenplatz beim Amt Dänischenhagen eintragen. Doch Ende April habe er von Bürgermeister Sönke-Peter Paulsen (CDU) erfahren, dass für 2019 gar keine und für 2020 eventuell zwei Anmeldungen vorliegen.

Mangelnder Rückhalt in der Fraktion

Für Weimer brachte der mangelnde Rückhalt in der Fraktion das Fass zum Überlaufen: Eine Abstimmung in der Krippen-Frage zeigte, dass nicht alle voll hinter seinem Kurs stehen. Er kritisiert, dass bereits Geld für Ausstattung und Herrichtung besagter Modulbauten geflossen ist, obwohl das Interesse seines Erachtens zu vage war. Zunächst waren 15.000 Euro in den Haushalt 2019 eingestellt worden. Nun kamen überplanmäßig noch 11.500 Euro hinzu. Grund: Laut einer Vorlage des Amtes waren die Kosten grob geschätzt, fallen jedoch wegen Auflagen höher aus. Weimer: „Die Gemeinde hat demnach, ohne nur ein einziges Kind in der Krippe betreut zu wissen, einen Schaden von 16.000 Euro Mietkosten und fast 26.500 Euro für eine ungenutzte Einrichtung.“ Dabei sollte der Betrieb eigentlich schon laufen.

Dass keine Anmeldungen vorliegen, bezeichnet der Bürgermeister als „ärgerlich“. Es sei jetzt in der Gemeinde zu beraten, ob der Mietvertrag für die Modulbauten in Dänischenhagen zum frühestmöglichen Zeitpunkt gekündigt oder eine Tagespflege- oder eventuell doch noch eine Krippengruppe eingerichtet werde. Dabei hatte es im vergangenen Sommer deutliche Hinweise für einen Bedarf an zusätzlichen Krippen-Plätzen gegeben, so Paulsen.

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Von Jan Torben Budde

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