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Eckernförde Belasteter Boden in Kleingartenkolonie
Lokales Eckernförde Belasteter Boden in Kleingartenkolonie
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17:40 17.05.2019
Von Christoph Rohde
Viele Gärtner haben sich in der Süderhake II eine kleine Idylle geschaffen. Ob Altlasten im Boden sie nun trübt, müssen die Ergebnisse von Laboruntersuchungen zeigen. Quelle: Christoph Rohde
Eckernförde

Nach Angaben der Vorsitzenden Alexandra Kahlstorff wollte ein Neupächter Bio-Gemüse in seinem Garten in der Süderhake II züchten. Da er in einer anderen Gemeinde schlechte Erfahrungen mit der Boden-Güte gesammelt hatte, ließ er im Februar eine Bodenprobe untersuchen. „Das Ergebnis war besorgniserregend“, informierte die Vorsitzende im Umweltausschuss. Sie habe daraufhin die Stadt kontaktiert, die wiederum über das Bau- und Umweltamt Kontrolluntersuchungen veranlasst habe.

Schriftlich liege ihr dazu noch nichts vor, sagt Kahlstorff. Bislang seien nur Bodenproben aus den zwei benachbarten Gärten bekannt. Dabei wurden erhöhte Werte von PAK (Polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe), Blei und Cadmium festgestellt. Jetzt wird die ganze Kolonie untersucht. Von den 70 Gärten sind derzeit rund 50 verpachtet. „Solange keine Entwarnung erfolgt, empfehlen wir, nichts anzubauen“, sagt die Vorsitzende. „Wir warten jetzt erst einmal alle Werte ab und versuchen, bis dahin einen kühlen Kopf zu bewahren.“ Das Labor rechnet damit, dass Ergebnisse nicht vor der Sommerpausen vorliegen.

Früher hatten hier Räuchereien ihre Asche entsorgt

Sollte der Befund ungünstig ausfallen, müssten die Kleingärtner in den betroffenen Bereichen auf Hochbeete umstellen. „Alle Pächter sind informiert“, sagt Kahlstorff. Bis in 20 Zentimeter Tiefe soll die Erde von guter Qualität sein, darunter könnte es problematisch werden. Der Grund: In den 1930er-Jahren wurde die Fläche von den Eckernförder Räuchereien genutzt, um ihre Räucherkohle zu entsorgen. Auch Bürger sollen das Gelände als Müllkippe angesehen haben. Entwässerungsgräben sollen mit Bauschutt und Asche verfüllt worden sein.

Die Kleingartenkolonie Süderhake II liegt auf einer Art Halbinsel zwischen der Norderhake, dem Noor und der Süderhake. Nachdem das Grundstück in den 1930er Jahren an die Stadt verkauft worden war, wurde es dem Verein 1937 zur kleingärtnerischen Nutzung übergeben. Die Altlasten hat laut Kahlstorff nie jemand untersucht. Damals habe man sich offenbar nicht so viele Gedanken gemacht. Viele Pächter sind schon mehr als 40 Jahre in der Süderhake II aktiv. Sie verwandelten die Kolonie am Noor mit ihren liebevoll angelegten Gärten über die Jahrzehnte in eine kleine Idylle.

Kleingärtner wollen um ihre Kolonie kämpfen

Wer heute durch die Anlage geht, dem fallen auch Leerstände auf. Doch aufgeben wollen die Kleingärtner hier nicht. „Wir kämpfen um unsere Kolonie“, sagt Kahlstorff. „Und wenn wir alles auf Hochbeete umstellen.“ Doch zunächst sollen die Labor-Werte abgewartet werden. Nach Auskunft des Landesverbandes sind Kleingartenkolonien auf ehemaligen Müllkippen kein Einzelfall. Der Bundesverband Deutscher Gartenfreunde hat sogar eine Broschüre herausgegeben mit dem Titel: „Gärtnern – trotz Bodenbelastungen“. „Es gibt Möglichkeiten, damit umzugehen“, ist die Ortsvorsitzende überzeugt.

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