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Eckernförde 60 Mark für ein historisches Wrackteil
Lokales Eckernförde 60 Mark für ein historisches Wrackteil
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15:15 09.10.2019
Von Stefan Deiters
So sah der Maler Lüder Arenhold vier Jahrzehnte später das "Gefecht von Eckernförde". Im Vordergrund die Fregatte "Gefion", dahinter das bereits schwer angeschlagene Linienschiff "Christian VIII". Ein Wrackteil des dänischen Linienschiff Christian VIII. wird im Museum Eckernförde gehütet. Quelle: Museum Eckernförde
Eckernförde

Schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts machte man sich in Eckernförde Gedanken über die Einrichtung eines Museums. Allerdings war dabei nicht etwa an ein Museum gedacht, in dem man sich allgemein über Stadtgeschichte und Stadtkultur informieren konnte, sondern an eine Ausstellung, die sich speziell mit der Zeit von 1848 bis 1851 befasste, also mit dem damals als „Schleswig-Holsteinische Erhebung“ bezeichneten Krieg. In Eckernförde glaubte man eine besondere Beziehung dazu zu haben, hatte es doch hier am 5. April 1849 einen letztlich nicht kriegsentscheidenden Sieg gegen die Dänen gegeben - den „Tag von Eckernförde“.

Neues Museum sollte an den "Tag von Eckernförde" erinnern

Damals lag dieses Ereignis zwar schon über 60 Jahre zurück, doch wurde die Erinnerung daran mit regelmäßigen „Jubelfeiern“ lebendig gehalten. Da lag es natürlich nahe, auch in einem Museum an diesen Tag und seine Geschichte zu erinnern. Über diese Pläne hatte offenbar auch die Presse berichtet: „Da ich in den Zeitungen gelesen habe, dass der hohe Magistrat ein Museum speziell zu den Jahren 1848/49 errichten will, so erlaube ich mir Ihnen ganz ergebenst ein hervorragendes Stück vom Dänischen Linienschiff Christian VIII. zum Kauf anzubieten“, so heißt es in dem Schreiben vom 6. Oktober 1911.

Nach der Explosion des Linienschiffs vor Eckernförde waren unzählige Teile des Wracks gesammelt und zu Andenken weiterverarbeitet und verkauft worden. Bei dem angebotenen Holzstück handelte es sich aber offenbar um ein unbearbeitetes Wrackteil: „Das Stück besteht aus einem halben Eichenkranz mit geschnitzter Fahne und ist ein Gallionsstück“, so der Briefschreiber weiter. „Da ich am 16. dieses Monats hier fortziehe, darf ich wohl umgehende Nachricht erbitten.“

In Eckernförde reagierte man schnell auf das Angebot

Der Rat der Stadt bat um Zusendung des Stücks, das schließlich am 14. Oktober 1911  eintraf: „Da es nun ein hervorragendes historisches Altertum ist, so hoffe ich, dass Ihnen der Preis von 160 Mark nicht zu hoch sein wird“, so hieß es im Begleitschreiben.

Die Verantwortlichen im Rathaus hatten zwar durchaus Interesse, hielten den geforderten Preis aber für alles andere als gerechtfertigt. Man bot daher einfach 100 Mark weniger als der Verkäufer eigentlich haben wollte. Das Pokern zahlte sich aus: „Bedauere sehr, dass Sie mir nur 60 Mark bewilligen wollen, da ich aber von hier fortziehe, will ich auf das Gebot eingehen.“ Bereits am 19. Oktober fasste der Magistrat dann einen Beschluss zum Ankauf des Holzstücks.

Das Wrackteil wird bis heute im Museum Eckernförde aufbewahrt

Das Holzexponat im Museum Eckernförde trägt die Inventarnummer „AB 100“. Es dürfte sich um das erste Stück im Museum handeln, das von der Stadt gezielt für eine stadtgeschichtliche Sammlung angekauft wurde. Allerdings wurden auch zuvor schon Gegenstände für ein künftiges Museum gesammelt, ein Ankauf aber ist nicht aktenkundig.

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