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Eckernförde Schinkeler Höfe erhalten Landbau-Preis
Lokales Eckernförde Schinkeler Höfe erhalten Landbau-Preis
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10:23 24.01.2020
Von Tilmann Post
Zum „Solawi“-Angebot gehören auch Produkte der 100 Ziegen von Katya Schneider und Thomas Schmidt. Unsere Karte zeigt weitere Höfe mit Solidarischer Landwirtschaft in Schleswig-Holstein. Quelle: Tilmann Post/KN/Google
Schinkel/Berlin

Elf Vertreter der Gemeinschaft erhielten den Preis am Donnerstag auf der Grünen Woche von Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner.

Damit setzten sich die drei Bioland-Betriebe in Verbindung mit der Bäckerei Kornkraft gegen tausende Höfe bundesweit durch. Die Jury überzeugte vor allem der Ansatz, eine solidarische Landwirtschaft als Verbund mehrerer Betriebe zu organisieren, heißt es in einer Mitteilung nach der Verleihung.

Hier sehen Sie Bilder der Preisverleihung in Berlin und von den Höfen.

170 Haushalte beziehen Lebensmittel der Schinkeler Höfe

Der Preis ist mit 7500 Euro dotiert. Im Bundeswettbewerb Ökologischer Landbau werden jährlich drei Biobetriebe für besondere Betriebskonzepte ausgezeichnet.

Die Schinkeler Höfe versorgen als Solidarische Landwirtschaft (Solawi) mehr als 170 Haushalte von Kiel bis Eckernförde jede Woche mit frischen Lebensmitteln.

„Viele Haushalte teilen sich auch einen Anteil, sodass viel mehr Verbraucher dahinterstehen“, erklärt Katya Schneider (36), die seit diesem Monat mit Thomas Schmidt (37) den Milchziegen-Bereich auf dem Hof Mevs betreibt.

Solidarische Landwirtschaft: Soviel zahlen die Kunden

Jeder Haushalt bezahlt für ein Wirtschaftsjahr 152 Euro pro Monat an die Höfe und die Bäckerei. Die wiederum liefern die Lebensmittel an 18 Depots in Kiel, Eckernförde, Altenholz, Gettorf und Schinkel.

Dort holen sich die „Solawistas“ ihren Ernteanteil ab. An einer Lieferliste können sie ablesen, was demnächst kommt. Die Erzeugnisse bestehen aus Milch, Joghurt, Quark, Käse und Fleisch vom Hof Rzehak, Gemüse und Kräuter vom Wurzelhof sowie Ziegenkäse, Fleisch, Kartoffeln und Eier vom Hof Mevs.

Interaktive Karte: Solidarische Landwirtschaft in Schleswig-Holstein

Getreideprodukte, Brot und Kuchen kommen von der Bäckerei Kornkraft. „Das Angebot ist von der Saison abhängig, deshalb müssen die Verbraucher kreativ bei der Zubereitung sein. Es bietet eine Grundversorgung für zwei Personen plus Kinder“, so Katya Schneider.

Gemüse, Milchprodukte, Fleisch und Brot aus Solidarischer Landwirtschaft

Jetzt gebe es zum Beispiel gerade Lagergemüse wie Möhren, Rote Bete, Kohlrabi und Rüben sowie Feldsalat aus dem Gewächshaus. „Das Konzept ist so gedacht, dass die Solawistas im Sommer Vorräte anlegen, etwa Bohnen und Tomaten für den Winter einkochen oder aus Kohl Sauerkraut machen“, erklärt Thomas Schmidt.

„Beiträge und Produkte sind nicht aneinander gekoppelt. Es handelt sich vielmehr um eine Unterstützung für die Betriebe. Was sie erwirtschaften, geben sie zurück. Das kann bei schlechter Ernte schwanken“, so Schmidt.

Gleichzeitig bleiben die Höfe aber eigenständig und können ihre Produkte zusätzlich auf anderen Wegen vermarkten, etwa per Hofverkauf und auf Wochenmärkten.

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"Solawi" als Lösung für Probleme moderner Landwirtschaft

Die Verwaltung der Solidarischen Landwirtschaft übernehmen die Anteilseigner ehrenamtlich, sodass die Bauern sich voll auf die Erzeugung konzentrieren können, so Jahne Zastrow (41), der auf dem Hof Mevs den Bereich Pflanzenbau und Mühle führt.

„Die Solawi bietet Lösungen für die Probleme, die zwischen Landwirtschaft und Verbrauchern entstanden sind“, sagt Zastrow. „Die direkte Nähe zu den Abnehmern bewirkt eine Wertschätzung für die Produkte. Durch die Unterstützung der Gemeinschaft haben auch kleine Betriebe die Chance, Landwirtschaft zu betreiben“, sagt er.

Das Prinzip der Solidarischen Landwirtschaft

Der große Unterschied zu anderen Solawis besteht in Schinkel in der Kooperation mehrerer Betriebe. Üblicherweise besteht eine Solidarische Landwirtschaft aus nur einem Betrieb, wie etwa in Groß Wittensee, wo ein Öko-Hof ebenfalls sein Konzept umgestellt hat. Ziel etwa der Solawi in Schinkel ist es, "die Betriebe, die Böden und die Landschaft zukunftsfähig zu erhalten und eine große Vielfalt regionaler Lebensmittel unter hohen ökologischen Standards zu erzeugen", heißt es. Während die Verbraucher Transparenz über die Herkunft ihrer Lebensmittel erhalten, gewinnen die Höfe Planungssicherheit. Alle zusammen teilen sich das Risiko. Während der Sommerdürre 2018 haben die "Solawistas" beispielsweise Geld gesammelt, damit die Bauern Futter für die Tiere zukaufen konnten.

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