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Eckernförde Leiter Söhren verlässt Ustinov-Schule
Lokales Eckernförde Leiter Söhren verlässt Ustinov-Schule
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16:11 29.01.2019
Von Christoph Rohde
Mit viel Menschlichkeit und klaren Ansichten hat Dirk Söhren die Schule gestaltet. Anfang Februar tritt Nachfolgerin Imke Freudenthal ihren Dienst an. Quelle: Christoph Rohde
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Eckernförde

Im August 2003 bezog Dirk Söhren das Schulleiterbüro der Peter-Ustinov-Schule – und sollte es lange Jahre nicht mehr verlassen. 757 Jungen und Mädchen hatte die Schule damals und die Oberstufe war nur zweizügig, erinnerte Bürgermeister Jörg Sibbel. Heute sind es 900 Kinder und Jugendliche, die in der inzwischen größten Schule der Stadt Eckernförde unterrichtet werden. Die Oberstufe ist vierzügig, und die Anmeldungen übertreffen regelmäßig die Zahl der freien Plätze.

Immer im Fahrwasser geblieben

„Demografischer Wandel und allgemein zurückgehende Schülerzahlen haben die Peter-Ustinov-Schule nicht aus dem Fahrwasser geworfen“, würdigte Sibbel. Sie habe sich vielmehr unter der Leitung von Söhren zu einem allseits anerkannten Eckernförder Erfolgsmodell entwickelt. 2010 wurde aus der anfänglichen Gesamtschule im Rahmen der Schulreform eine Gemeinschaftsschule. 2017 erhielt die inzwischen räumlich beengte Peter-Ustinov-Schule angemessene Unterkünfte für die Mittelstufe in der früheren Gorch-Fock-Schule.

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Eine "herausragende Schule" in Schleswig-Holstein

Der Bürgermeister nannte Söhren einen „Kämpfer für mehr Chancengerechtigkeit im deutschen Bildungssystem“. Dörte Nowitzki, Ministerialrätin im Bildungsministerium, attestierte ihm einen „Blick fürs Ganze“ und „klare eigene Positionen“. Als Hauptpersonalrat für die Gesamtschulen im Land habe er sich für verbesserte Arbeitsbedingungen der Lehrkräfte eingesetzt. Und als langjähriger Schulleiter habe er dazu beigetragen, dass die Peter-Ustinov-Schule „eine herausragende Schule in der Bildungslandschaft Schleswig-Holsteins geworden ist“, sagte Nowitzki.

Zeitreise in den Unterricht vor 50 Jahren

Elternvertreter Andreas Helmcke bestätigte: Söhren habe es geschafft, alle offenen Lehrerstellen zu besetzen. „Die Bewerber sind gern an unsere Schule gekommen.“ Kollegen brachten dem scheidenden Schulleiter ein Ständchen, Schüler der Klasse 5c luden ein zur Zeitreise in den Unterricht vor 50 Jahren, wo der „kleine Dirk“ von einer besseren Schule träumte. Ein Videoclip, den die Schülersprecher Dilan und Lasse präsentierten, führte Söhren noch einmal alle Schüler im Zeitraffer vor Augen. Und Slam-Poetin Selina Seemann riet den Gästen „op Platt“, nicht traurig über den Abschied zu sein. „De arme Kerl hätt bannig lang brukt, mit de School fäddich to weern. 36 Johr – dat is dreemol G8“.

Nachfolgerin Imke Freudenthal kommt aus Friedrichsort

Wie der erste Schulleiter Jürgen Anbuhl auch und Söhren selbst kommt die Nachfolgerin aus Friedrichsort. Imke Freudenthal, bisherige stellvertretende Schulleiterin der IGF, wird am 1. Februar die Peter-Ustinov-Schule übernehmen. Söhren, dem immer an einem guten Miteinander gelegen war („das wirkt sich auf die ganze Schule aus“), wird künftig mehr Zeit für Tennis und seine plattdeutschen Theater-Ambitionen haben. Das Bildungsthema aber könnte ihn auch in seinem Ruhestand weiterbeschäftigen.

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