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Eckernförde Kirchlicher Abschied von Petra Blümel
Lokales Eckernförde Kirchlicher Abschied von Petra Blümel
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16:18 15.07.2019
Von Kerstin von Schmidt-Phiseldeck
Die Pastorinnen Kirsten Erichsen (Sieseby) und Peggy Kersten (Waabs) verabschiedeten die professionelle Trauerbegleiterin Petra Blümel mit einem Gottesdienst in der Riesebyer Kirche. Quelle: Kerstin v. Schmidt-Phiseldeck
Rieseby

Von Problemen im Hintergrund war an diesem Tag, an dem sich alle um einen würdigen Abschied bemühten, wenig zu spüren. Seit 1998 kümmerte sich Petra Blümel (54), die in Pommerby lebt, für die Kirche in Schwansen um die Sterbe- und Trauerbegleitung. Zunächst auf Honorarbasis, seit 2002 mit einer halben Stelle, immer wieder zeitlich befristet. Der 2017 gegründete „Förderverein Trauerarbeit Schwansen“ scheiterte nach Angaben der Kirche beim Versuch, die fehlenden Mittel für die Arbeit einzuwerben.

Eine Entscheidung, die nicht jeder versteht

Petra Blümel war der Abschiedsgottesdienst ein wichtiges Zeichen nach draußen: „Damit alle wissen, dass ich nicht mehr dabei bin.“ Sie bekomme immer noch Anrufe mit der Bitte um Unterstützung. Pastorin Kirsten Erichsen aus Sieseby dankte in ihrer Predigt für Begleitung, Trost und Nähe, die Petra Blümel Menschen geschenkt habe. „Trauer schwingt mit und auch Enttäuschung über eine Entscheidung“, die nicht jeder verstehe, erklärte die Pastorin. 

Es soll durch Pastoren weiter Trauerbegleitung geben

Für die Kirchengemeinden dankte Peggy Kersten der Trauerbegleiterin für ihr Engagement. Diese sei mit den Betroffenen durch tiefe Täler gegangen und habe sie nicht alleine gelassen: „Du hast die Menschen gelehrt, dass es tiefe, gute Wege geben kann im Angesicht des Todes.“ Auch sie verwies darauf, dass es vielen deshalb schwerfalle, dass Petra Blümel nicht mehr für die Kirche arbeite. „Wir möchten diesen Menschen sagen: Habt keine Angst – wir sehen, was du geleistet hast.“ Es werde auch weiterhin Trauerbegleitung geben, durch die Pastoren. 

Petra Blümel hatte um Kündigung gebeten

Die Kirche hatte die Stelle zum 30. Juni gekündigt, nachdem die Trauerbegleiterin selbst darum gebeten hatte: wegen „interner Schwierigkeiten“, nicht aus inhaltlichen Gründen, wie Petra Blümel bei ihrer Ansprache in der Kirche erklärte. Sie sprach von einer Arbeit, „die ich jederzeit gerne gemacht habe“, dankte all jenen, „die mir das Vertrauen schenkten“.

Trauerarbeit kenne keinen Alltag, keine Routine: „Starre Konzepte tun Menschen meist nicht gut.“ Sie habe die Menschen immer zu individuellen Wegen ermutigt – für viele sei sie deshalb wohl auch eine Herausforderung gewesen. Ihr Wunsch: „Dass es jenseits der Frage von Finanzierbarkeit vielfältige, bunte, lebendige Angebote für Trauernde gibt, die sich als Ergänzung zur pastoralen Begleitung verstehen.“

Unabhängige Initiative hofft auf ergänzende Angebote

Das hofft auch die Unabhängige Initiative Pro Trauerbegleitung, die sich nach dem Aus für die Trauerbegleitung der Kirche gegründet hatte. „Weil es nicht sein kann, das so etwas sang- und klanglos verschwindet“, sagt Henrike Reinckens von der Initiative. Was passiere nun mit den „vielen Initiativen“, die Petra Blümel für die Region angeschoben habe – wie der Gottesdienst für verstorbene Kinder, die Engelswiese?

Das kostenlose Angebot war etwas Besonderes

Pro Jahr habe sie wohl etwa 120 Erwachsene und 80 Kinder begleitet, erklärt Petra Blümel zu ihrer Arbeit: „Immer so lange, wie die Menschen die Begleitung brauchten.“ Viele Veranstaltungen seien auch zu Treffen geworden für die Menschen: „Um zu erzählen, wie es weiterging.“ Es gebe auch Trauerbegleiter, die auf Rechnung arbeiten, sagt sie: „Hier war das Angebot an die Menschen kostenfrei – das war sicherlich besonders.“

Was nun für sie kommt? Sie will sich erst mal eine Zeit des Rückblicks gönnen. Sei gespannt auf das, was nun komme. Das ist noch offen, nur so viel: „Ich möchte was mit Kindern machen.“

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