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Eckernförde Freier Auslauf hinterm Wolfszaun
Lokales Eckernförde Freier Auslauf hinterm Wolfszaun
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18:33 10.03.2019
Von Kerstin von Schmidt-Phiseldeck
Gut gesichert: Alle Schafe des Schwedeneckers Christian Clement leben nun hinter Wolfszäunen. Dazu gehört auch diese Herde mit hochträchtigen Tieren in Kuhholzberg. Quelle: Kerstin v. Schmidt-Phiseldeck
Schwedeneck

Zum Glück musste er nach dem mutmaßlichen Wolfsriss auf seiner Weide Anfang vergangener Woche nicht lange auf wolfssichere Zäune warten. Diese stellt das Land leihweise zur Verfügung. Am Donnerstag hatte Christian Clement bereits 15 je 50 Meter lange Schutznetze für die Koppel in Hofnähe erhalten.

Zäune nachgeordert

Doch weil er auch noch eine Herde etwas außerhalb in Kuhholzberg hat, orderte er weitere Zäune nach. „Damit die Tiere mehr Raum haben, wo sie sich hinlegen können“, erklärt er – auch das sei schließlich Tierschutz. Schafe suchen sich zum Schlafen gerne geschützte Ecken. Aber wegen des Wolfes stand der Pferch in Kuhholzberg anfangs in einer feuchten Senke in der Nähe eines Hauses, dessen Bewohner die Tiere im Blick behielten.

Schafe sind Auslauf gewohnt

Doch nun ist auch die gesamte, etwa sieben Hektar große Fläche dort eingezäunt. „Die Schafe sind eine große Koppel gewöhnt“, sagt Christian Clement. Zwei Tage zuvor waren die Tiere hier tagsüber nur durch zwei Litzen geschützt, hatten dafür aber den Auslauf, den sie brauchen. Allerdings kostet die Arbeit mit den wolfssicheren Zäunen die Schafhalter auch Zeit. Etwa 90 hochtragende Muttertiere sind in Kuhholzberg unterwegs.

Warten auf die DNA-Analyse

In Hofnähe hat Christian Clement etwa 70 Tiere, die bereits gelammt haben – ein Lamm aus dieser Herde holte sich vergangene Woche vermutlich der Wolf. Die DNA-Analyse steht aber noch aus. Ob man auf dem Kadaver noch DNA-Spuren finden kann, sei aber unklar, erzählt der Schwedenecker Landwirt. Denn auch Krähen und der Seeadler hätten das Lamm zerfetzt. Aber ein Tier, „das ist noch nicht so schlimm“.

Interaktive Karte: Wolfsrisse in Schleswig-Holstein

Zum Lammen in den Stall

Doch jetzt, wo er Wolfsspuren kennt, weiß er, „dass ich schon öfter welche gesehen habe“. Der Stall von Christian Clement reicht nach seinen Angaben nicht für alle Schafe. Derzeit stehen dort etwa 40 Tiere, die gerade lammen. Danach ist Schichtwechsel: Die kleine Herde kommt nach draußen, die Herde aus Kuhholzberg zieht in den Stall. Zudem hat er Geflügel auf dem Hof: „Da kommt auch mal ein Fuchs.“

Sorge auch bei anderen Tierhaltern

Auch Besitzer anderer Tiere, die draußen leben, beschäftigt der Wolf. „Natürlich“, sagt eine Pferdebesitzerin aus Schwedeneck. Allerdings gelten Pferde „nicht unbedingt als Wolfsfraß.“ Und ein Wolf wisse auch, „dass so ein Huf ziemlich weh tun kann“. Aber ihre Nachbarn hätten Hühner: „Die sind sehr beunruhigt“ – auch, weil Wölfe in einen Blutrausch geraten könnten.

Hund ins Haus geholt

Und dass der Schwedenecker Wolf „mittags über die Koppel läuft“, findet die Pferdehalterin schon irritierend: „Ich habe erst mal meinen Hund reingeholt.“ Man müsse nicht in Hysterie verfallen, sagt sie. Doch es sei „naiv“, das Raubtier in einer so besiedelten Landschaft „mit offenen Armen zu empfangen“.

Video: Wolfssichtung in Schwedeneck

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