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Eckernförde Gute Idee gegen Kippen am Strand geklaut
Lokales Eckernförde Gute Idee gegen Kippen am Strand geklaut
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12:12 31.07.2019
Von Kerstin von Schmidt-Phiseldeck
Schnell gemacht, gut für die Umwelt: Bernd Wintjen vom Surendorfer Angelverein „Aal satt“ hat Strandaschenbecher zum Ausleihen gebastelt. Vorbild war eine Aktion in Kiel. Quelle: Kerstin v. Schmidt-Phiseldeck
Schwedeneck

Auf dem Weg zum Strand westlich der Wehrtechnischen Dienststelle 71 der Bundeswehr kommen Spaziergänger jetzt direkt an den praktischen Behältern vorbei: Sie hängen gegenüber vom Angelverein an einem Holzbrett, mit der Bitte um Rückgabe.

Vorbild steht am Falckensteiner Strand

Michaela Wintjen (45) fand die Idee von vier Studierenden des Kieler Geomar-Instituts und den Naturfreunden Schleswig-Holstein für den Falckensteiner Strand so gut, dass sie gleich ihren Mann zum Nachbau animierte. „Das ist so schlicht, das kann man auch machen“, sagt die Osdorferin.

Und so entfernte Bernd Wintjen Etiketten von Konservendosen, bohrte Löcher hinein, befestigte Bänder zum Aufhängen daran und schnitt ein Brett zum Aufhängen zu. Mutter Gudrun brannte die Beschriftung mit der Bitte um Rückgabe ein. Und dann wurde die Kippenstation in Surendorf an einem Pfahl befestigt.

Angler sammeln auch Müll

Und auch sofort genutzt, erzählen Michaela und Bernd Wintjen bei einem Besuch vor Ort. Bisher seien auch immer alle Impro-Aschenbecher zurückgebracht worden, berichten sie. „Wir sind hier auch die Saubermänner“, sagt ihr Mann: Man drücke den Jugendlichen im Angelverein regelmäßig Müllsäcke in die Hand, damit sie am Strand entdeckten Müll einsammeln können.

„Was wir schon alles gefunden haben!“, sagt er. Sogar ein Einkaufswagen war darunter – und immer wieder eingegrabene Einweggrills. Das Bewusstsein für die Schädlichkeit von Kippen sei auch bei den Angelfans gewachsen: Die meisten würde diese bei Bootstouren im Weckglas sammeln.

Kippen machen neun Prozent des Mülls an der Ostsee aus

Tatsächlich besteht fast ein Zehntel (neun Prozent) des Mülls an der deutschen Ostseeküste aus weggeworfenen Zigaretten. Damit landeten Zigarettenfilter auf Platz zwei der häufigsten Müllfunde an der Ostsee. An den Nordseestränden landen Kippen nicht mal unter den Top 20 der Müllfunde, hatte zu Jahresbeginn eine Anfrage der Grünen an das Bundesumweltministerium ergeben. Die Europäische Kommission listet Zigarettenkippen auf dem ersten Platz der Obergruppe „Kunststoffe“, die die Meere verschmutzen.

Gefahr für Meereslebewesen

Für Meereslebewesen stellten Zigarettenfilter eine Bedrohung dar. Außerdem können die in den Zigaretten enthaltenen Schadstoffe durch den Regen in Böden sowie Grund- und Oberflächenwasser geraten. Es könne nicht ausgeschlossen werden, „dass sie über diesen Pfad auch in die Nahrungskette gelangen“, erläuterte das Bundesumweltministerium.

Viele giftige Inhaltsstoffe

Auch die Kieler Studierenden und die Naturfreunde weisen in Kiel-Falckenstein auf die Gefahren der Zigarettenfilter hin. Diese sind nicht biologisch abbaubar, können Fische und andere Meeresorganismen töten. Allein die Inhaltsstoffe von vier Filtern in einem Liter Wasser können Untersuchungen zufolge einen Fisch töten.

In Zigaretten sind etwa 7000 verschiedene giftige und krebserregende Substanzen enthalten, darunter Nikotin, Arsen, Chrom, Blei und Formaldehyd. Mit jeder achtlos weggeschmissenen Kippe können sich diese Stoffe in der Natur verbreiten.

Tourist-Infos verkaufen Strand-Aschenbecher

Am offiziellen Badestrand in Surendorf, auf der östlichen Seite der Bundeswehr-Mole, gibt es übrigens auch Strandaschenbecher: Die Tourist-Information an der Promenade verkauft die schwarz-roten Kunststoffdöschen für einen Euro. Und in Strande hat man eine charmante Lösung aus der französischen Partnergemeinde Rayol-Canadel importiert, um Kippen den Kampf anzusagen: Dort gibt es für einen Euro in der Tourist-Information farbige Plastikbehälter in Eishörnchen-Form, die Kippen schlucken.

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