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Eckernförde So spart die Kita Müll beim Frühstück
Lokales Eckernförde So spart die Kita Müll beim Frühstück
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08:11 25.01.2020
Von Kerstin von Schmidt-Phiseldeck
Selbermachen macht Spaß: Die sozialpädagogische Assistentin Katharina Stanska (33, von links) hat Theo (5), Grete (3) und Josse (5) im Blick, die emsig die Flockenmühle drehen. Quelle: Kerstin v. Schmidt-Phiseldeck
Strande

Die Veränderungen haben sogar einen messbaren Erfolg: „Wir haben unseren Plastikmüll halbiert“, sagt die Kindergarten-Leiterin Birgitt Knudsen. Kein Wunder: Als die Kinder ihr Frühstück noch von zu Hause mitbrachten, waren darunter auch aufwändig verpackte Lebensmittel wie püriertes Obst aus Quetschbehältern oder Ähnliches. Und auch die Kita Möwe verzichtet mittlerweile auf Fertiggetränke und Mineralwasser, erklärt Erzieherin Nina Wimmer. Denn: „Unser Wasser ist so gut!“ 

Hier wird das Brot selbst gebacken

Im Strander Kindergarten wird jetzt viel Selbstgemachtes aufgetischt. Dazu gehört auch das Brot, das die Erzieherinnen regelmäßig gemeinsam mit den Kindern backen – im Ofen in der Küche, aber auch im Lehmofen draußen. Doch nicht nur das: Gerade sitzen Theo und Josse (beide 5) sowie Grete (3) mit der sozialpädagogischen Assistentin Katharina Stanska an der Getreidemühle, produzieren unermüdlich durch Kurbeln frische Getreideflocken. Selbermachen macht echt Spaß! 

Wochenprogramm steht an der Tafel

Auf dem Tisch in der Frühstücksecke steht an diesem Morgen schon ein dicker Dinkelhafervollkorn-Teigklops. Aus dem kneten und formen die Kinder später begeistert kleine Brötchen, Schnecken und andere Teigobjekte: für das Frühstück am nächsten Morgen. Dazu wird es dann noch Husumer Deichkäse und Gemüse geben – so steht es im Eingangsbereich auf einer Tafel mit dem Wochenprogramm. 

An diesem Morgen gibt es „Strander Körnerknäckebrot“, das am Tag zuvor gebacken wurde. Dazu selbst gemachter Kräuterquark, frische Paprika, Gurke, Möhren, Kohlrabi, Tomaten und Äpfel. Erstmals hat Birgitt Knudsen jetzt zur Winterzeit auch einige Südfrüchte bestellt, aus biologischer Bewirtschaftung. Aus den Schalen hat Katharina Stanska noch Marmelade gekocht – hier wird alles genutzt, was geht.

Nur die Strandgruppe hat noch Brotdosen

Nach und nach kommen die Kinder zu Nina Wimmer an den Büfett-Tisch, sagen, was sie gerne auf ihren Teller bekommen möchten. Nur die Kinder der Strandgruppe bringen noch eine Brotdose mit. Die ist aber leer, wird hier gefüllt, ehe es los in die Natur geht. Frühstückszeit ist immer von 8 bis 9.30 Uhr. Und dem Nachwuchs schmeckt es offensichtlich. Leon (5) erklärt, er esse gerne Apfel und Gurke, während die dreijährige Emma neben ihm eines der frischen Knäckebrote mümmelt: „Mit Butter!“ 

Einkauf im Dorfladen

Auch der Einkauf steht im Zeichen der Nachhaltigkeit: Die Kita Möwe holt ihr Obst und Gemüse oder den regionalen Käse stets beim Kaufmann in Strande, der für den Kindergarten sein Sortiment erweiterte. „Der bestellt auch extra Bioprodukte für uns“, freut sich Nina Wimmer über die Unterstützung.

Und der heimische Käse schmecke dem Nachwuchs so gut, dass manche Eltern diesen nun auch schon vom hiesigen Kaufmann holen: lernen vom Nachwuchs! Der zieht im Sommer zudem im Kindergarten noch Gemüse wie Möhren oder Kartoffeln. „Es ist eine richtige Philosophie, hinter der wir stehen“, sagt Erzieherin Nina Wimmer.

Kita-Träger Brücke Rendsburg-Eckernförde

Etwa 60 Kinder besuchen die Kita „Strander Möwe“. Neben zwei Elementargruppen gibt es eine Strandgruppe. Träger ist der Verein Brücke Rendsburg-Eckernförde. Dieser entstand nach eigenen Angaben 1984 aus einer ehrenamtlichen Initiative von Ärzten, Sozialarbeitern und Krankenschwestern. Er hat sich zu einem Netzwerk sozialer Initiativen, Projekte und Organisationen mit etwa 1100 Mitarbeitern entwickelt.

In den zehn Kindergärten der Brücke werden insgesamt etwa 400 Kinder betreut. Ein zentrales Element der Arbeit sei die Partizipation der Kinder „als pädagogisches Konzept“. Zudem möchte die Brücke „praktisch und pädagogisch den Klima- und Umweltschutz stärken“.

In einigen Kindergärten der Brücke lernt der Nachwuchs auch spielerisch Englisch durch ein lehrreiches „Sprachbad“, Immersion genannt. In den Einrichtungen in Strande und in der Kita Sonnenschein in Dänischenhagen vermitteln derzeit zwei Südafrikaner die englische Sprache.  Auch in der Awo-Kita in Altenholz gibt es dieses Angebot.

Auch alte Gerichte werden wieder auf den Teller geholt

Kita-Leiterin Birgitt Knudsen hatte die Idee, das Frühstück in der Einrichtung umzustellen. „Man darf Eltern auch immer wieder überraschen und Gewohnheiten ändern“, sagt sie. Es habe ja auch Vorteile, wenn Eltern morgens nichts mehr für ihren Nachwuchs vorbereiten müssen. „Und wir holen auch alte Gerichte wieder auf den Teller, wie zum Beispiel Hirsebrei“, erzählt sie. Wichtig sei, dass die Kinder einen achtsamen Umgang mit Lebensmitteln lernen. 

Träger will sich für Klimaschutz engagieren

Verzicht auf Fertiggerichte, weniger Müll, sorgsamer Umgang mit Ressourcen wie Lebensmitteln, kurze Wege beim Einkauf: Das dient auch dem Klima. Und damit tut die Strander Kita schon jetzt einiges für das, was sich der Kindergarten-Träger Brücke Rendsburg-Eckernförde für das Jahr 2020 auf die Fahnen geschrieben hat: nämlich den Klimaschutz. 

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