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Eckernförde Serien-Brandstifter gesteht vor Gericht
Lokales Eckernförde Serien-Brandstifter gesteht vor Gericht
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17:01 03.02.2020
Von Tilmann Post
Der historische Kiosk am Vogelsang ging im Juni 2018 in Flammen auf. Ein Angeklagter gab diese und elf weitere Taten zu, er sitzt in Untersuchungshaft. Quelle: Rainer Krüger
Eckernförde

Dreimal mussten die Kameraden der Feuerwehr Eckernförde in der Nacht auf den 29. Juni 2018 ausrücken, um Brände zu löschen, die offensichtlich gelegt worden waren. Zunächst am Abend eine Holzhütte im Umwelt-Info-Zentrum, zwei Stunden später Müllcontainer in einem Verschlag an der Gudewerdtschule am Pferdemarkt.

Die Feuerwehr konnte beide Brände löschen, bevor größerer Schaden entstand. Gegen 2 Uhr ging jedoch das historische Kiosk-Gebäude am Borbyer Ufer in Flammen auf. Der Angeklagte gab jetzt zu, einen Strandkorb daneben angezündet zu haben.

Das Feuer griff auf das Reetdach des Häuschens über, das daraufhin komplett abbrannte. Der Schaden reichte in sechsstellige Höhe.

Zwölf Brandstiftungen in Eckernförde, Rendsburg und Sörup

Schon am folgenden Tag erwischte die Polizei ein Pärchen, das die Brandlegungen zugab. Wie sich nun durch das Geständnis vor Gericht herausstellte, ist der Haupttäter für elf weitere Feuer im Zeitraum zwischen März und Juli 2018 verantwortlich.

Allein achtmal habe er in Eckernförde gezündelt. Es waren aber auch zwei Taten in Rendsburg dabei. In den meisten Fällen ging es um Müllbehälter oder Altkleidercontainer.

Die Brandstiftungen seien eine Art Ventil für familiäre Probleme gewesen, sagte er zum Prozessauftakt Ende Januar vor dem Jugendschöffengericht Flensburg aus. Dort lebt der 21-Jährige inzwischen. Zum Tatzeitpunkt wohnte er noch in sozialer Betreuung in Eckernförde.

Überraschende Wendung durch Aussage eines Polizisten

Eine überraschende Wendung nahm die Verhandlung am Montag, als es um die jüngsten beiden Taten des Angeklagten ging – zwei Feuer im Kreisbahnhofshotel Sörup im Juli 2019. Er hatte bereits zugegeben, dass er dort Mülleimer und Matratzen angezündet hatte.

Ein Polizist, der den Angeklagten später verhört hatte, machte nun vor Gericht eine entscheidende Aussage. Der 21-Jährige habe bei der Vernehmung gesagt, dass ihm bewusst gewesen sei, dass Hotelgäste durch sein Feuer hätten sterben können.

„Das ist ein Indiz dafür, dass auch ein versuchtes Tötungsdelikt infrage kommt“, sagte Gerichtssprecher Martin Wunderlich auf Nachfrage. „Das führt zwangsläufig dazu, dass das Verfahren an die Große Jugendkammer des Landgerichts verwiesen wird, denn das Amtsgericht ist nicht für Kapitalverbrechen zuständig“, so Wunderlich.

Versuchte Tötung durch Feuer im Hotel?

Es werde geprüft, ob der Angeklagte vorsätzlich gehandelt habe, ihm also bewusst gewesen sei und er billigend in Kauf genommen habe, dass Menschen zu Tode kommen. Dafür lautet die Höchststrafe selbst nach Jugendstrafrecht zehn Jahre.

Das Urteil kann aber auch weitaus geringer ausfallen – je nachdem, wie schwer die Gefahrensituation und die persönlichen Umstände des Angeklagten eingeschätzt werden.

Lesen Sie auch:Aufbau des historischen Kiosks beginnt.

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