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Eckernförde Titel mit bitterem Beigeschmack
Lokales Eckernförde Titel mit bitterem Beigeschmack
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07:02 03.05.2018
Von Tilmann Post
Helga Ballert (links) vom Gettorfer Turnverein hat für ihren zweiten Platz bei einer Aktion der PSD-Bank eine Prämie erhalten, die sie zum Teil der Krebsgesellschaft spenden möchte. Dass der GTV-Vorstand das nicht möchte, kritisiert auch Mitglied Traute Stielow. Quelle: tilmann Post
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Gettorf

Mit der Aktion „Ehrenamtlicher Alltagsheld“ hatte das Kreditinstitut insgesamt 6000 Euro ausgelobt, um die freiwillige Arbeit für Vereine im Land in den Vordergrund zu stellen. Die Sieger wurden per Abstimmung im Internet ermittelt. Helga Ballert nahm auf Vorschlag des Vereins daran teil und erhielt so viele Stimmen, dass sie den zweiten Platz der landesweiten Aktion errang. Sie ist seit fast 55 Jahren GTV-Mitglied und mit ihrer Tatkraft nicht aus dem Vereinsleben wegzudenken.

"Die Menschen wollten nicht den Verein würdigen"

„Ich hätte nie gedacht, dass die Aktion mit mir so ein Erfolg wird“, sagt die 78-Jährige. Besonders nach dem Artikel in den Kieler Nachrichten über ihre Nominierung, der im März erschienen war, gingen die Klicks für Helga Ballert durch die Decke. „Ich bin von vielen Menschen in Gettorf angesprochen worden, die für mich abgestimmt haben. Die wussten aber nicht, dass der Verein das Geld bekommt. Sie dachten, es wäre für mich bestimmt“, erzählt Helga Ballert. Das bestätigt GTV-Mitglied Traute Stielow. „Die Menschen haben Helga Ballert würdigen wollen und nicht den Verein“, sagt sie.

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Prämie sollte an Krebsgesellschaft gehen

Für die Preisträgerin sei es von Anfang an klar gewesen, dass sie die Prämie nicht für sich behalten würde. Aber sie will darüber bestimmen, welchen Zwecken es zugute kommt. Besonders wichtig war es ihr, der Schleswig-Holsteinischen Krebsgesellschaft einen Teil der Summe zukommen zu lassen. An deren Benefizveranstaltung „Lauf ins Leben“ nimmt Helga Ballert jährlich mit einer Mannschaft unter GTV-Flagge teil. Die Organisation leiste eine wichtige Arbeit für Krebskranke, findet Helga Ballert. „Viele sind betroffen, auch aus unseren eigenen Reihen im Turnverein.“ Ihr Mann sei ebenfalls an Krebs gestorben.

Geld muss der Sportförderung dienen

Laut Vereinsgeschäftsführer Thomas Glüsing muss das Geld im Verein bleiben und der Sportförderung dienen, deshalb sei die Krebsgesellschaft ausgeschlossen. „Der Vorstand muss die satzungsgemäße Verwendung gewährleisten“, so Glüsing.

„Ich fühle mich wie ein Lockvogel ausgenutzt“

Das macht Helga Ballert traurig. „Ich fühle mich wie ein Lockvogel ausgenutzt“, sagt sie. Erst werde mit ihrer Person Werbung gemacht, und dann dürfe sie nicht mitentscheiden. Das sehen auch viele GTV-Mitglieder so, sagt Traute Stielow. Ihr zufolge werde das als Tiefschlag und Enttäuschung empfunden.

Nachwuchs-Handballer profitieren

„Ich muss es wohl einsehen“, so Ballert. Immerhin sollen nun nach einem ersten Gespräch mit dem Vorstand auf ihren Wunsch hin die Radfahr-, Walker- und Wandergruppen sowie das Nachwuchs-Handballcamp von dem Geld profitieren.

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