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Eckernförde Linke warnt vor Planungs-Fehler
Lokales Eckernförde Linke warnt vor Planungs-Fehler
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12:30 06.06.2019
Von Christoph Rohde
Soll für die Verlegung des Skaterparks ein Naturgelände bebaut werden? Die Linke fordert Alternativen. Quelle: Christoph Rohde
Eckernförde

Für den Bau eines Kinos mit Verbrauchermarkt auf dem bisherigen Skaterpark ist die Verlegung der Skateranlage erforderlich. Über deren neuen Standort „möchten wir aber noch einmal nachdenken“, sagt Davy. Das Grundstück der inzwischen geräumten Kleingärten am Schulweg habe das Potenzial, sich zu einem wertvollen Biotop zu entwickeln. Hier sei eine fachliche Stellungnahme der Abteilung für Naturschutz und Landschaftsplanung gefordert.

Nach Einschätzung der Linken steht die Bebauung des Grundstücks zudem im Widerspruch zur Fortschreibung des Landesentwicklungsplans 2010. Dort heißt es: „Langfristig sollen keine Landwirtschafts- und Naturflächen neu für Siedlungs- und Verkehrsflächen in Anspruch genommen werden“.

Zum Skaterpark-Standort erst die Jugendlichen befragen

Die Fraktion stellt die Frage, ob es sich die Stadt leisten könne, angesichts der Fridays-for-Future-Demonstrationen ein Naturgelände zu bebauen. Die Forderungen der jungen Leute müssten ernst genommen werden, die Jugendlichen befragt werden, ob für eine Sportanlage eine wertvolle Fläche mit Biotop-Potenzial geopfert werden solle.

Davy fordert, andere Standorte für eine Verlegung der Skateranlage zu prüfen. Das könnte beispielsweise auf dem Dach des geplanten Kinos sein oder in den frei werdenden Hallen des Hagebau-Marktes Süd. Dort könnte sich sogar eine wetterunabhängige Einrichtung realisieren lassen.

Bevor kostspielige und langwierige Pläne gemacht würden, so die Linke, sollten dazu Naturschutzexperten und die Jugendlichen den Stadt gehört werden.

Ein Kino mit Verbrauchermarkt kommt auf den Skaterpark am Schulweg. CDU, SSW und FDP votierten in der Eckernförder Ratsversammlung für die Aufstellung eines entsprechenden Bebauungsplanes. SPD, Grüne und Linke erhoben städtebauliche und ökologische Bedenken.

Für Katharina Heldt war es der „Anfang vom Ende einer unendlichen Geschichte“. Schon 2016 habe man an gleicher Stelle für ein Skaterpark-Kino geworben, erinnerte die CDU-Fraktionsvorsitzende. Damals fiel die knappe Entscheidung für das Bahnhofsareal. Doch mit dem Investor ließ sich das Projekt dort nicht verwirklichen. Sein Vorhaben scheiterte. Jetzt folgt ein neuer, wenn auch umstrittener Kino-Anlauf auf dem Skaterpark. „Keine einfache Kiste soll da entstehen“, versprach Heldt, sondern etwas optisch Ansprechendes. Die Größe des Kinos sei egal, nur marktfähig müsse es sein.

Neben dem B-Plan-Verfahren, für das etwa ein Jahr veranschlagt ist, soll es auch ein Wettbewerbs- und Interessenbekundungsverfahren für potenzielle Investoren geben. Stellschrauben sind nach Angaben von Bürgermeister Jörg Sibbel dabei der Kaufpreis sowie die architektonische Qualität. Die geplanten Vorgaben: mindesten drei Säle, eine noch festzulegende maximale Verkaufsfläche für den Verbrauchermarkt sowie ein Mindestpreis für den Flächenverkauf. Rechnet man eine Bauzeit von eineinhalb Jahren ein, dürfte ein Kino mit Verbrauchermarkt – wenn alles glatt läuft – in drei Jahren auf dem Skaterpark stehen.

Auch Reisebus-ZOB und Skeetskatebahn müssen verlegt werden

Die Skateranlage selbst soll, wie berichtet, auf das Gelände der ehemaligen Kleingärten auf der anderen Seite des Schulwegs verlegt werden. Unklar ist noch, was mit dem Reisebus-ZOB samt Toilette passiert. Nach bisherigen Planungen kommt auch er auf die andere Seite. Für die Speedskatebahn ist eine Verlagerung an das Schulzentrum Süd geplant. Hier könnte es allerdings zu Überschneidungen mit einer beabsichtigten Verlagerung der ESV-Sportanlage vom Bystedtredder kommen. Die Kosten für eine Speedskatebahn werden derzeit von der Verwaltung ermittelt. Für den B-Plan Skaterpark beauftragt die Stadt ein externes Planungsbüro. Kosten: 80.000 Euro. Die Verwaltung empfiehlt zudem ein Einzelhandelsgutachten, um eine für die Innenstadt verträgliche Größe des Verbrauchermarktes zu ermitteln.

Grüne, SPD und Linke bleiben bei ihrer Kritik am Standort Skaterpark. Viele Aspekte seien noch nicht gelöst, sagte Frauke Piechatzek (SPD). Dazu zählten neben der Speedskatebahn auch mögliche Konflikte zwischen Wanderweg und Skatern sowie die unsichere Tragfähigkeit des Bodens im Niederungsgebiet der ehemaligen Kleingärten. Die Bahnschienen blieben ein Hindernis Richtung Innenstadt und der Grüngürtel werden durch die Bebauung angegriffen, mahnte sie. „Kino ja, aber nicht zu diesem Preis“, sagte Barbara Davy (Linke). Edgar Meyn (Grüne) verwies darauf, dass sich 2013 auch CDU und FDP gegen eine geplante Skaterpark-Bebauung ausgesprochen hätten. Und er monierte eine fehlende Bürgerbeteiligung bei der aktuellen Standortbestimmung. Für ihn bleibe das Bahnhofsgelände erste Wahl.

Bahnhofsareal für Wohnen und Parken nutzen

FDP-Politiker Bernd Hadewig betonte, dass im Hauptausschuss die Entscheidung, mit dem Investor für das Bahnhofsareal keinen vorzeitigen Vertrag abzuschließen (von ihm als Sicherheit für die Planungskosten gefordert), einstimmig gefallen sei. Für den Skaterpark spreche auch, dass der Einkaufsverkehr zum Verbrauchermarkt nicht die Reeperbahn belaste. Rainer Bosse (SSW) verwies darauf, dass der Gebäudekomplex nur neun Meter hoch werden solle. „Wir kriegen da was Tolles hin.“ Eine Ausweitung des Interessenbekundungsverfahrens für potenzielle Kino-Investoren auf das Bahnhofsareal war bereits im Bauausschuss abgelehnt worden. Das Bahnhofsareal soll künftig anteilig für Wohnen (90 Mietwohnungen) und Parken genutzt werden.

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