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Eckernförde Herausforderung auch für die Stadt
Lokales Eckernförde Herausforderung auch für die Stadt
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15:45 23.08.2019
Von Christoph Rohde
Das Seebataillon - hier bei einer Übung - trägt entscheidend zum Anwachsen des Standortes Eckernförde bei. Es soll auf über 1400 Soldaten ausgebaut werden. Quelle: Frank Behling
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Eckernförde

Wohnraum ist teuer an der Küste und schon jetzt stöhnen Eckernförder im Sommer über Verkehrsbelastungen durch Tagesgäste und Urlauber. Doch Bürgermeister Jörg Sibbel begrüßt die Entscheidung der Bundeswehr, in den Standort Eckernförde und die Region weiter zu investieren. „Mit neuen Soldaten kommen auch neue Einwohner und Familien zu uns“, sagt der Verwaltungschef. Das bedeute für die Stadt einen Zuwachs an Kaufkraft aber auch ein Potenzial an neuen Mitgliedern in Vereinen und ehrenamtlichen Hilfsdiensten.

Über 600 neuen Wohneinheiten in den nächsten fünf Jahren

Insgesamt, so Sibbel, stärke die Bundeswehr den Lebens- und Wirtschaftsraum Eckernförde. Doch der Zuwachs an Personal birgt Herausforderungen. Beispiel Wohnraum. Er ist knapp im Ostseebad, konkurriert mit Ferienwohnungen und bewegt sich in guten Lagen auf hohem Kostenniveau. „Wir sind aber vorbereitet“, sagt der Bürgermeister. Er verweist auf über 600 Wohneinheiten, die in den kommenden fünf Jahren in Eckernförde entstehen sollen. Dazu zählen die Schiefkoppel Süd, der GWU-Campus am Lorenz-von-Stein-Ring, die Nooröffnung, der Prinzenpark in Borby sowie das Bahnhofsareal, auf dem weiterhin bis zu 90 Wohnungen geplant sind.

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Neue Zufahrt und Hauptwache für den Marinestützpunkt geplant

„Dabei können wir einen Mix aus Einfamilienhäusern, Doppel- und Reihenhäusern, Eigentums- und Mietwohnungen sowie gefördertem Wohnraum anbieten“, sagt Sibbel. Die Wohnungs-Nachfrage durch Soldaten wolle man zudem mit Hilfe des Umlands meistern. Auch in Sachen Verkehrsführung haben sich Stadt und Bundeswehr Gedanken gemacht. Da der Vogelsang zu den Dienstschluss-Zeiten des Marinestützpunktes und im Sommer durch Camper stark belastet ist, ist es vorgesehen, das Jungmannufer als Zu- und Abfahrt in Höhe der Kläranlage zu schließen. Eine neue Stützpunktwache soll den Verkehr dann über die „Panzerstraße“ L26, die Schwansenstraße B203 und die B76 ableiten.

Eckernförde - ein Standort mit Zukunft

Entzerrt wird die Situation dadurch, dass Teile der Dienstposten des Seebataillons nicht im Marinestützpunkt, sondern in der Preußerkaserne und in Alt Duvenstedt untergebracht sind. Wann die neue Verkehrsführung vom Stützpunkt aus umgesetzt wird, ist allerdings noch offen. Ursprünglich sollte die neue Hauptwache und damit die Ableitung des Verkehrs über Landes- und Bundesstraßen schon gebaut werden. „Aktueller Planungsstand ist jetzt Ende 2022“, sagt Fregattenkapitän Bernd Ufermann. Der Standortälteste freut sich über das Anwachsen des Stützpunkts. „Eckernförde ist ein Standort mit Zukunft“, sagt er.

300 Millionen Euro für den weiteren Ausbau des Stützpunkts

In diese Zukunft wird seitens der Bundeswehr kräftig investiert. Laut Ufermann sollen in den nächsten fünf Jahren noch 300 Millionen Euro in den Ausbau des Stützpunktes fließen. Mit dem Geld entstehen unter anderem neuen Unterkunfts- und Stabsgebäude sowie ein großer Kfz-Bereich. Und es muss der Marinehafen weiter saniert werden. „Alles wird an die neuen Einheiten angepasst“, sagt Ufermann. Da es schnell gehen soll, eilt der Ausbau der Infrastruktur derzeit noch dem Personalanstieg hinterher. Aufgestockt werden sollen die Spezialkräfte (Kampfschwimmer), das U-Boot-Geschwader mit zwei zweiteren Booten sowie das Seebataillon.

Seebataillon soll auf über 1400 Soldaten anwachsen

Das Seebataillon trägt entscheidend dazu bei, dass der Standort Eckernförde wächst. Lag die Stärke des Bataillons vor fünf Jahren noch bei rund 800 Soldaten, so kommt im Oktober eine zweite Ausbildungskompanie hinzu. In der Folge soll die Einheit auf über 1400 Soldaten anwachsen. Zum Seebataillon gehören Bordeinsatz- und Küsteneinsatzkompanien, Minentaucher und Aufklärer. An neuen militärischen Ausrüstungen sind multifunktionale Kampfboote ebenso geplant wie Flugkörper und Mörser.

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