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Eckernförde Stadt reagiert auf Personalnot im "Haus"
Lokales Eckernförde Stadt reagiert auf Personalnot im "Haus"
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16:35 21.06.2019
Von Tilmann Post
Die Jugend-, Kultur- und Medienwerkstatt "Das Haus" ist in den Fokus von Politik und Verwaltung geraten. Der Stellenplan soll aufgestockt werden, sodass künftig vier Pädagogen tätig sein können. Derzeit sind zweieinhalb Stellen vorgesehen. Quelle: Christoph Rohde
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Eckernförde

Zu dem Ergebnis kommt die Verwaltung, nachdem gezählt wurde, wie viele Gäste die Einrichtung besuchen und was sie sich wünschen. Auslöser für das Engagement waren der Rückzug der "Haus"-Leiterin Nadine Förtsch Anfang des Jahres und Kritik vom Jugendrat zur Personalsituation.

Das Zentrum in der alten Bürgermeistervilla an der Reeperbahn hatte zu dem Zeitpunkt bereits seine pädagogische Arbeit eingeschränkt. Die Misere war bekannt. Dennoch sah die Stadt zunächst keinen Anlass, die Personalstärke aus zwei Vollzeitkräften und einer befristeten Halbtagsstelle zu ändern. Der Betrieb sei gewährleistet, hieß es damals.

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Meinung im Eckernförder Rathaus hat sich grundlegend geändert

Nach einer dreiwöchigen Untersuchung im Mai hat sich die Meinung im Eckernförder Rathaus grundlegend geändert. Die Analyse war von der Politik in Auftrag gegeben worden, nachdem zunächst zwei Fraktionen mehr Personal gefordert hatten.

Aus den Ergebnissen geht hervor, dass die Hauptbesuchszeit zwischen 16 und 18 Uhr mit bis zu 40 Jugendlichen liegt. Am Wochenende kommen die meisten zwischen 18 und 20 Uhr ins "Haus", im Erhebungszeitraum bis zu 51. Die Mehrheit wünscht sich längere Öffnungszeiten, auch in den Ferien.

"Das Angebot entscheidet über die Nachfrage", sagte die neue Leiterin, Mette Brix, jetzt im Ausschuss für Jugend, Kultur, Bildung und Sport. Das Tonstudio und die Werkstätten werden ihr zufolge nicht genutzt, weil das Personal nicht reicht.

Schutz vor vor Cybermobbing oder Internetabhängigkeit

Das "Haus" sei derzeit nicht mehr als ein offener Jugendtreff mit Option auf Beratungsgespräche, von denen in den drei Mai-Wochen rund 250 stattgefunden haben. "Das ist klassische Präventionsarbeit. Wenn dadurch Probleme vermieden werden, kommt es nicht zu Folgekosten", so Brix.

Das "Haus" biete jedoch viel mehr Potenzial. Medienpädagogik etwa sei wichtig, um den Jugendlichen zu zeigen, wie sie sich vor Cybermobbing oder Internetabhängigkeit schützen.

"Wir stehen voll dahinter", sagte Bürgermeister Jörg Sibbel (CDU). Deshalb sollen eineinhalb Stellen neu geschaffen und die Befristung der halben Stelle aufgehoben werden. Kosten pro Jahr: 95.000 Euro.

Kritik von CDU, Freude bei den Linken

"Wir sehen den Mehrbedarf auch, aber diese Summe langfristig ohne die Option auf Streichung in den Haushalt einzustellen, macht mir Probleme", so CDU-Ratsherr Marc Pöhlmann mit Blick auf die geplante Entfristung.

Freude hingegen bei den anderen Fraktionen. "Ich bin begeistert. Wir hatten im März nur eine Stelle beantragt, das wird nun sogar übertroffen", sagte Rainer Beuthel (Linke). Die Ratsversammlung entscheidet am Donnerstag, 27. Juni, über das Vorhaben.

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