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Eckernförde Zieht Punker nach Goosefeld?
Lokales Eckernförde Zieht Punker nach Goosefeld?
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20:00 24.02.2020
Von Christoph Rohde
Am Standort Niewark wird es für den Eckernförder Lüfter- und Ventilatorräder-Hersteller Punker zu eng. Er sucht in der Region einen neuen Platz. Quelle: Christoph Rohde
Eckernförde

Die Goosefelder Gemeindevertretung beriet Montagabend den nicht-öffentlichen Tagesordnungspunkt „Grundstücks- und Vertragsangelegenheiten“. Im Anschluss bestätigten die Bürgermeister Jörg Sibbel und Rüdiger Zander die Gespräche beider Kommunen, ein interkommunales Gewerbegebiet auszuweisen. Die Stadt Eckernförde behandelt am kommenden Donnerstag im Hauptausschuss – ebenfalls hinter verschlossenen Türen – den Punkt „Beteiligung an einem interkommunalen Gewerbegebiet“ mit dem beabsichtigten Abschluss eines öffentlich-rechtlichen Vertrages.

Punker möchte weiter wachsen

Bekannt ist, dass sich Punker schon seit einem dreiviertel Jahr mit dem Gedanken trägt, mittelfristig den bisherigen Produktionsstandort am Niewark zu verlassen. Der Lüfter- und Ventilatorräder-Hersteller ist ein innovativer, europäischer Player, der weiter wachsen möchte. Am jetzigen Standort sei das nicht möglich, ließ Geschäftsführer Dr. Henning Bähren zuletzt verlauten. 25.000 Quadratmeter umfasst das Grundstück am Niewark. Die öffentliche Straße, die in den Diestelkamp mündet, begrenzt die Kapazitäten. Die neue Fläche müsste deutlich größer sein, doch das kann die Stadt Eckernförde nicht bieten.

300 Mitarbeiter am Standort Niewark

Die Lösung wäre ein interkommunales Gewerbegebiet. Goosefeld im Süden Eckernfördes böte eine schnelle Anbindung über Rendsburg/Büdelsdorf an die Autobahn A7, und die Arbeitsplätze blieben in der Eckernförder Region. Wermutstropfen für die Stadt: Ein guter Teil der Gewerbesteuer fiele weg. Punker ist mit einem Umsatz von 53 Millionen Euro (2018) ein wirtschaftliches Schwergewicht und gehört neben dem Waffenhersteller Sig Sauer und dem Getränke-Produzenten Behn zu den wenigen großen Unternehmen in Eckernförde. Der Lüfterräder-Spezialist beschäftigt im Ostseebad rund 300 Mitarbeiter.

Chronik des Unternehmens Punker

1954: Gründung der Punker GmbH durch Hans Flensfeldt und Heinz Stadtlander sowie John Cleason und Hage Börrup-Jörgensen

1960: Neubau von Werk 1 am heutigen Standort Niewar in Eckernförde

1967 :Neubau von Werk 2 und der Halle 1

1976: Einrichtung des Werks 3

1997: Übernahme von Airwheel in Großbritannien

1998: Werk 4/Halle 1 wird zum Zentrallager

2003: Punker produziert das 100 millionste Ventilatorrad

2008: Übernahme der Punker GmbH durch die Quadriga Capital Holding Gesellschaft

2015: Cross Equity Partners AG übernimmt Mehrheit an Punker Gruppe

2018: Sieger des MX Awards für "Manufactoring Excellence"

2019: Punker GmbH feiert ihr 65. Firmenjubiläum

Öffentlich-rechtlicher Vertrag angestrebt

Für interkommunale Gewerbegebiete gibt es laut Sibbel verschiedene, mögliche Konstruktionen: einen Zweckverband oder eine Kooperation über einen öffentlich-rechtlichen Vertrag. Letzteres wird derzeit angestrebt. Würde sich die Stadt beispielsweise an 50 Prozent der Kosten für das Gewerbegebiet beteiligen, wäre sie auch zu 50 Prozent an den Gewerbesteuereinnahmen beteiligt. „Das ist so üblich“, so der Bürgermeister. Die Nicht-Öffentlichkeit des Tagesordnungspunktes im Eckernförder Hauptausschuss begründet er damit, dass es sich hier um sensible Vertragsangelegenheiten handelt.

Fläche der Stadt Eckernförde ist begrenzt

Die Punker-Geschäftsführung kommentierte auf Anfrage eine mögliche Verlagerung des Unternehmens-Standorts von Eckernförde ins Umland gestern noch nicht, dementierte aber auch nicht. Von der Gewerbesteuer her gehört das Ostseebad mit 370 Prozent zu den drei wirtschaftsfreundlichsten Städten vergleichbarer Größe in Schleswig-Holstein. Seine Fläche ist mit 1370 Hektar (ohne Wasserflächen) allerdings begrenzt. Die Umlandgemeinde Goosefeld verfügt über 981 Hektar. Der Gewerbesteuer-Hebesatz liegt hier bei 310 Prozent.

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