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Eckernförde 33.000 Medien bekommen einen Chip
Lokales Eckernförde 33.000 Medien bekommen einen Chip
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06:00 22.02.2019
Von Christoph Rohde
In diesem weißen Klebe-Etikett, das jedes Buch erhält, versteckt sich ein kleiner Chip mit Antenne. Er enthält Kennungen zu Bibliothek und Medium, aber keine Nutzerdaten. Quelle: Christoph Rohde
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Eckernförde

Alle Bücher, CDs und DVDs erhalten einen sogenannten RFID-Aufkleber (Radio Frequency Identification) mit einer Antenne und einem kleinen Chip. Wird das Medium damit über ein Lesegerät gezogen, läuft die Verbuchung auf das Konto des Nutzers automatisch. Auf einem Display kann er zudem sein Bücherei-Konto einsehen. „Datenschutz ist gewährleistet“, betont Verena Leonhardt, Leiterin der Stadtbücherei. Auf dem Chip steht nur die Bibliothekskennung, die Codenummer des Mediums und eine Sicherungsinfo (aktiv oder deaktiviert). Daten zum Nutzer finden sich hier keine, nicht einmal die Lesernummer.

Das Land fördert die Investition mit 75 Prozent

Mit der Umstellung der Ausgabe auf elektronische Selbstverbuchung befindet sich die Stadtbücherei Eckernförde in guter Gesellschaft mit vielen anderen der über 120 Büchereien in Schleswig-Holstein. „Wir schwimmen im Schwarm mit“, sagt Leonhardt. Das Land fördert die 64.000 Euro teure Investition, die auch ein neues Bibliotheksmanagement-System umfasst, mit 75 Prozent. 16.000 Euro trägt die Stadt.

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Gleichzeitig steht das Bibliothekswesen vor tiefgreifenden Veränderungen. „Es geht langfristig in Richtung offene Bücherei mit mehr Spielräumen für die Nutzer“, blickt die Leiterin voraus. Ein erster Schritt ist die Selbstverbuchung der Ausgabe.

Stärkerer Fokus auf inhaltliche Arbeit

Im April erhält die Stadtbücherei zwei Selbstverbuchungsplätze – einen in der Kinderbuchabteilung, einen im Eingangsbereich. Damit erspart sich das Bücherei-Team das manuelle Scannen der Medien bei der Ausgabe. Es ist sogar eine Stapelverbuchung möglich. Auf der anderen Seite soll die inhaltliche und kundenorientierte Arbeit verstärkt werden. So gibt es jetzt schon verschiedene Angebote von den Lesemäusen für kleine Kinder über den Ferienleseclub für Schüler bis zum LesArt-Programm für Erwachsene.

Eine automatische Rückgabe der Medien ist bislang nicht geplant. Der Zustand der Bücher könne so besser kontrolliert werden und die Ausleihe solle nicht zu einem anonymen Vorgang werden, sagt Leonhardt.

Bücherflohmarkt für den 23. bis 30. März geplant

Derzeit haben die Mitarbeiterinnen alle Hände voll zu tun mit dem Aufkleben des Chips. 33.000 Medien müssen markiert werden. 12.000 sind bereits durch eine Fremdfirma Anfang Februar beklebt worden. Doch bleiben immer noch genügend übrig. „Deshalb haben wir zwei Wochen geschlossen“, so die Leiterin.

Während der Erfassung der Bestände werden parallel die „Ladenhüter“, die fünf Jahre lang nicht ausgeliehen wurden, aussortiert. Sie können auf dem Bücherflohmarkt vom 23. bis 30. März in der Bücherei für wenig Geld erstanden werden. Die Einnahmen tragen dazu bei, das Sortiment wieder aufzufrischen.

Mit der Einführung der neuen Selbstverbuchungsplätze im April wird im Eingangsbereich auch eine elektronische Sicherungsschranke installiert. Sie piept, wenn nicht verbuchte Medien hindurch getragen werden. Darüber hinaus erhält Ende April der Internet-Katalog der Stadtbücherei eine ansprechendere Gestaltung mit übersichtlicheren Suchfunktionen. Onleihe-Medien sind dann tagesaktuell aufgeführt.

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