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Eckernförde Stadthalle: Verzögerung ohne Alternative
Lokales Eckernförde Stadthalle: Verzögerung ohne Alternative
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15:09 04.03.2020
Von Tilmann Post
Die Stadthalle ist die größte Veranstaltungsstätte in Eckernförde. Die Ausfallzeit bis Februar 2021 tut den Kulturvereinen weh. Quelle: Archiv/Tilmann Post
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Eckernförde

„Aufgrund der guten konjunkturellen Situation und der bundesweit regen Bautätigkeit ist es leider erst nach dem zweiten Ausschreibungsverfahren gelungen, eine Firma für den Rückbau der alten Fassade und die Herstellung der neuen Fassade beauftragen zu können“, teilte Bauamtsleiter Timm Orth mit. Das habe zu Abweichungen im Zeitplan geführt.

Die marode Stadthalle sollte ursprünglich zwischen April und September saniert werden, sodass sie danach wieder für Veranstaltungen genutzt werden kann. Darauf hatten sich sowohl die Konzertreihe als auch die Theatergemeinschaft verlassen, die im Winterhalbjahr zusammen mehr als ein Dutzend Aufführungen für ihre Abonnenten in der Halle organisieren.

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Bauablauf der Stadthallen-Sanierung entspricht nicht der Ausschreibung

Großes Entsetzen kam nun auf, als diese Woche plötzlich die Rede davon war, dass der Saalbetrieb erst im Februar 2021 möglich ist. Die Vereine sehen keine Ausweichmöglichkeiten und fürchten wegen des Ausfalls der Saison um ihre Existenz.

Beate Rimpf, Vorsitzende der Konzertreihe, übte deshalb scharfe Kritik. „In der Ausschreibung zur Sanierung der Stadthalle wurde explizit darauf hingewiesen, dass die Nutzung der Stadthalle von September bis Mai durch verschiedene Veranstalter zu berücksichtigen sei“, schrieb sie in einem Brief unter anderem an Bürgermeister Jörg Sibbel (CDU).

Das Rathaus bestätigte am Dienstag auf Nachfrage, dass diese Bedingung Teil der Ausschreibung war. Doch in der weiteren Abstimmung mit der beauftragten Firma, Planern und Projektsteuerer zum Bauablaufplan habe sich ergeben, dass das nicht mehr zu halten sei, so Timm Orth.

Rathaus will bei Ersatzlösungen helfen

Um nicht eine komplette Sperrung der Stadthalle aus Sicherheitsgründen zu riskieren, werde nun vom Ausschreibungstext abgewichen und die Sanierung verlängert.

Dass das Naturfilmfestival Green Screen die Stadthalle im September nicht für Galas und Filmvorführungen nutzen kann, habe bereits vor zwei Wochen festgestanden, teilte Jörg Sibbel mit. Deshalb konnten die Organisatoren schon früher ins Bild gesetzt und durch die Stadt „bei der Entwicklung einer eigenverantwortlichen Ersatzlösung“ unterstützt werden, so Sibbel.

„Dieses Angebot gilt selbstverständlich auch für die anderen regelmäßigen Stadthallennutzer“, sagte der Bürgermeister. Mit Blick auf die Kritik von Konzertreihe und Theatergemeinschaft stellte er klar, „dass für den Zeitraum ab September 2020 keinerlei Mietverträge und damit verbindliche Zusagen für die Stadthallennutzung abgeschlossen worden sind“.

Konzertreihe: Franz Liszt Kammerorchester tritt auf

Ob die beiden Eckernförder Kulturvereine komplett auf die Saison 2020/2021 verzichten müssen, ist derzeit noch offen. Beate Rimpf wies darauf hin, dass das letzte Konzert der laufenden Saison in jedem Fall stattfindet. Es handelt sich um das Franz Liszt Kammerorchester mit Moné Hattori am Montag, 23. März, um 20 Uhr.

Wilfried Wagner als Veranstalter des Antikmarktes hat bereits eine Alternative für seine Veranstaltung gefunden – der nächste Markt am Sonntag, 15. März, findet im Töz an der Marienthaler Straße 17 statt, alle weiteren ebenfalls.

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