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Eckernförde Gemeinde befragt Steinviertel-Anwohner
Lokales Eckernförde Gemeinde befragt Steinviertel-Anwohner
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07:00 07.03.2020
Von Kerstin von Schmidt-Phiseldeck
Die weiße Linie trennt im Steinviertel Gehweg und Fahrbahn. Weil diese zu schmal ist, darf dort eigentlich nicht geparkt werden. Bislang wird das geduldet, doch so kann es nicht bleiben. Quelle: Kerstin v. Schmidt-Phiseldeck
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Dänischenhagen

Geschätzt etwa 20 Einwohner kamen wegen des Themas am Donnerstag zur Sitzung der Gemeindevertretung. Drei Wochen zuvor hatte es bereits eine Einwohnerversammlung dazu gegeben. Die Gemeinde überlegt, das Gebiet, in dem seit etwa sechs Jahren Tempo 20 gilt, als verkehrsberuhigte Zone auszuweisen.

Falschparken wird nicht dauerhaft geduldet

In der gilt Schritttempo, zudem könnten zusätzliche Parkplätze entstehen. Bisher parken dort mangels Platz vor allem abends Fahrzeuge auf der Fahrbahn. Die ist dafür aber wegen des mit einer weißen Linie abgetrennten Sonderweges für die Fußgänger gar nicht breit genug. Derzeit wird das Falschparken geduldet – doch das ist keine Dauerlösung.

Mittlerweile erlaubt eine Änderung der Verkehrsregeln allerdings auch das Ausweisen des gesamten Steinviertels als verkehrsberuhigt. Dafür hatten sich Eltern von kleineren Kindern stark gemacht. Allerdings gibt es in dem Gebiet mit geschätzt etwa 130 Wohneinheiten durchaus unterschiedliche Ansichten, wie der Verkehr geregelt werden sollte. Die Besucher der Sitzung am Donnerstag gehörten zur Gruppe jener, die den Ist-Zustand beibehalten möchte.

Bewohner haben unterschiedlich Interessen

„Gefühlt“ sei nur eine kleine Gruppe dafür, hier eine verkehrsberuhigte Zone zu schaffen, sagte ein Einwohner. Das habe auch die Einwohnerversammlung gezeigt. „Wir müssen auch auf die Interessen der Schwächeren, wie Kinder, Rücksicht nehmen“, sagte  Bürgermeister Horst Mattig (SPD). Es gebe doch nur wenige Kleinkinder in der Siedlung, entgegnete eine Einwohnerin.

Ein Bürger meinte, man könne ohnehin nur sehr wenige Stellplätze im Gebiet schaffen. Dafür würde die Autofahrt quer durchs ganze Gebiet in einer verkehrsberuhigten Zone aber sieben Minuten dauern, kritisierte er. Der Bürgermeister konterte: „Da verliere ich zwei Minuten auf der Strecke.“ Der Einwohner verwies darauf, dass „niemand“ in verkehrsberuhigten Zonen Schritttempo fahre. Ein anderer Einwohner erklärte, die derzeitige Lösung im Steinviertel „ist die beste in all den Jahren“.

Geplant: Schriftliche Befragung aller Anwohner

CDU-Fraktionschef Tim Gabrys sprach sich dafür aus, dass die Regelung im Steinviertel bleibt wie sie ist: „Das ist für alle das beste.“ Dann müsse man auch das Parkverbot umsetzen, erklärte WIR-Fraktionchef Ingolf Scheffler. Ein Bürgerentscheid mache keinen Sinn, weil dieser eine Mindestzahl an Teilnehmern erfordere. Er schlug eine Anwohnerbefragung vor: „Die ist zwar unverbindlich, bietet aber die Chance, auch jene zu hören, die nicht am lautesten sind.“ 

SPD-Fraktionschefin Ursula Liewert sorgte sich vor allem um die Kinder im Steinviertel und plädierte für einen zweijährigen Test. Ein Verzicht auf die weiße Linie erschien ihr „fatal“.

Tim Gabrys nahm den Vorschlag der WIR auf und beantragte eine schriftliche Befragung der Anwohner im nächsten Quartal. Frank Hoffmann (SPD) formulierte schon mal mögliche Varianten für das Steinviertel: Verkehrsberuhigung mit einzelnen markierten Parkplätzen, die Beibehaltung der weißen Linie mit Ahndung von Falschparkern oder die Entfernung und Beibehaltung von Tempo 20. 

Nach der Befragung „haben wir hoffentlich ein Ergebnis, das repräsentativer ist“, sagte Bürgermeister Horst Mattig. Einstimmig beschloss die Kommunalpolitik dieses Vorgehen.

Korruptionsprozess sorgte bundesweit für Aufsehen

Das Steinviertel sorgte Anfang des Jahrtausends auch bundesweit für Schlagzeilen wegen eines Korruptionsprozesses gegen den früheren Bauamtsleiter des Amtes Dänischenhagen. Dieser wurde 2009 wegen Bestechlichkeit und Vorteilsnahme zu drei Jahren und neun Monaten Freiheitsstrafe verurteilt; seine zur Tatzeit als Immobilienmaklerin eingesetzte Ehefrau erhielt wegen Beihilfe eine zweijährige Bewährungsstrafe.

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