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Eckernförde Insektenschutz in der Stadt
Lokales Eckernförde Insektenschutz in der Stadt
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15:12 27.02.2019
Von Christoph Rohde
Bienen und andere Insekten brauchen ausreichend Lebensraum und Nahrung. Naturnahe Gärten können dabei unterstützen. Quelle: Matthias Balk
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Eckernförde

Als Ersten der möglichen Kandidaten sprach die Stiftung im Umweltausschuss die Stadt Eckernförde auf politischer Ebene an. Das Vorhaben steht zwar noch unter dem Vorbehalt der Förderzusage durch das Bundesamt für Naturschutz (BfN). Projektleiterin Antje Walter geht aber von einem positiven Bescheid aus. Bis dahin will die Stiftung Naturschutz, die in Schleswig-Holstein über 37<GV>000 Hektar Stiftungsland verfügt (fast 2,5 Prozent der Landesfläche) schon einmal Pflöcke bei den Kommunen einschlagen.

Der Grund liegt auf der Hand: Das Insektensterben ist inzwischen zu einem weltweiten Thema geworden und hat dramatische Ausmaße angenommen. Ob Schmetterlinge oder Wildbienen – „überall gibt es starke Abnahmen bei den Beständen“, sagt Walter. Wo früher 1000 Kohlweißlinge über den Feldern flatterten, seien es heute nur noch zehn. Bei den Bienen sind vor allem die selteneren Arten betroffen. Um gegenzusteuern, entstand bei der Stiftung die Idee, in städtischen und ländlichen Kommunen insektenfreundliche Flächen zu schaffen.

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Den Naturkreislauf der Insekten erleben

In Schleswig-Holstein will die Stiftung fünf Städte in das Pilot-Programm mit aufnehmen. Eckernförde kam in die Auswahl, „da hier schon seit längerer Zeit gute Arbeit im kommunalen Naturschutz geleistet wird“, sagte Walter. Das Projekt „Blüten-Bunt-Insekten-Reich“ soll Insekten nicht nur Lebensräume und Nahrungspflanzen anbieten, sondern auch umweltpädagogische Arbeit leisten. Die Menschen könnten Insekten wieder im Naturkreislauf erleben, ihre Vielfalt kennenlernen und auch Arten bestimmen, so die Projektleiterin.

Mehr Bienen, Käfer und Schmetterlinge in der Stadt – das heißt aber auch, um Akzeptanz für neue Lebensräume zu werben. Auf insektenfreundlichen Flächen darf es „etwas struppiger“ zugehen. Wer die für unsere Umwelt überlebenswichtigen Kerbtiere fördern möchte, muss ihnen ein entsprechendes Angebot machen. Infos für Gartenbesitzer gehören deshalb ebenso zum Projekt wie Führungen, Exkursionen und Festivitäten. So würden Schmetterlingswiesen mit Schildern gekennzeichnet und eine Falter-App würde das Bestimmen und Erfassen von Schmetterlingen erleichtern.

Kooperation mit Green Screen möglich

Saatgut von regionalen Pflanzen und Anleitungen für eine naturnahe Gartengestaltung gehören ebenso zum Gesamtpaket. Für Eckernförde hieße das Projekt unter anderem: Noch mehr städtische Flächen insektenfreundlich anlegen, Säume blütenreich herrichten und den Wettbewerb „Naturnaher Vorgarten“ fortführen. Kooperationen seien mit dem Naturschutzbund und dem Green-Screen-Festival möglich, warb Walter. Das Projekt soll zu 75 Prozent vom BfN gefördert werden, den Rest übernähme die Stiftung.

In einer Trend-Abstimmung sprach sich der Umweltausschuss einstimmig für das Insekten-Projekt aus, das 2020 starten soll. Der städtische Naturschutzbeauftragte Michael Packschies formulierte es so: Das Umwelt-Vorhaben sei „kostenloses Wasser, dass sich unser Mühlrad weiterdreht“. 

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