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Eckernförde Lesung am Bülker Leuchtturm
Lokales Eckernförde Lesung am Bülker Leuchtturm
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16:20 09.02.2016
Von Cornelia Müller
Uwe Schmidt liest erstmals öffentlich aus seinem religionskritischen Buch, das die eigene Biografie aufgreift. Quelle: Cornelia Müller
Strande

Wer ist dieser Ex-Gemeindepfarrer, dessen Buch nach Abrechnung klingt? Warum erst nach der zweiten Auflage die Einladung zu einem voraussichtlich spannenden Leseabend mit Gespräch? Uwe Schmidt lächelt, als er die Haustür öffnet. Freundliche Augen, ein offenes Gesicht. „Nein. Das ist keine Abrechnung“, antwortet er. „Ich mache meine persönliche Kirchengeschichte zum Thema, über das es sich nachzudenken lohnt. Könnte ich heute nochmals wählen, würde ich Theaterregisseur werden. Aber dieser Wunsch entspringt auch schönen Erfahrungen mit der Jugendarbeit, die ich als Pastor in Altenholz erlebte. Also habe ich in der Zeit als Pastor auch Wertvolles entdeckt.“ Im Jahr 2000 ging Schmidt in den Ruhestand. Die intensive Auseinandersetzung mit Regeln institutionalisierter Religion begann früh. Im streng christlichen Elternhaus aufgewachsen, stieß er schon als Kind schmerzhaft an Grenzen, als der eigene Vater und „Gott“ dasselbe waren. Warum war der „liebe Gott“ unberechenbar? War er nur lieb, wenn das Kind elterliche Verbote beachtete? Im Kindergottesdienst „entsetzte mich an Jesus, wenn behauptet wurde, dass er unter anderem gestorben sei, weil ich so sündig wäre,“ schreibt er. Dabei hatte der Junge namens Uwe gar nichts verbrochen.

Dass tiefes Empfinden und natürliche Logik mit christlichem Glauben oder einer anderen Weltreligionen nicht deckungsgleich waren, rüttelte Schmidt auch intellektuell auf. Er empfand Entmündigung und zugleich Schuldgefühle, „die in Religionen strukturell begründet sind“. Das reale Erleben von „Momenten, in denen alles still, göttlich und vereint ist“, auf der anderen Seite übte weiter Faszination aus. Die Beschäftigung mit Widersprüchen des Glaubens führte Schmidt trotz Auflehnung ins Theologiestudium, und als Pastor in eine moderne Gemeinde „mit vielen offene Menschen“ – nach Altenholz. Das Unbehagen, dass einständiges religiöse Denken und Fühlen durch „eine Lehre der Kirche und des Glaubens verkümmern“, schwand trotzdem nicht. Bleibt die Frage, warum Schmidt erst nach der zweiten Auflage seines Buchs ins Forum tritt. „Es hat sich jetzt erst ergeben“, sagt er. „Ich wurde gefragt.“

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