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Eckernförde Vernässung der Salzwiesen gut fürs Klima
Lokales Eckernförde Vernässung der Salzwiesen gut fürs Klima
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07:39 07.10.2019
Von Kerstin von Schmidt-Phiseldeck
Dieses Foto gibt einen kleinen Eindruck davon, wie die Seenlandschaft auf den Salzwiesen aussehen könnte. Es entstand nach einem Defekt im Schöpfwerk. Die Kommunalpolitik möchte das Projekt noch dieses Jahr anschieben. Quelle: Gemeinde Strande
Strande

Für den Klimaschutz hatten sich gerade auch die Strander Grundschüler eingesetzt – animiert durch die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg. Die jungen Strander sammelten nicht nur Müll, sondern machten sich auch Gedanken, was sie tun könnten, damit weniger schädliches Kohlendioxid (CO2) in die Atmosphäre gelangt. Keine Kreuzfahrten machen, weniger Auto fahren, keine Plastikdosen kaufen: Da fiel ihnen so manches ein.

"Nachhaltige Kommunalpolitik" in Strande

Doch auch die Kommunalpolitik kümmert sich um ihre Schulaufgaben, ist Holger Klink überzeugt. Das gehe manchmal etwas unter in der aktuellen Diskussion. Er verweist auf das Projekt zur Vernässung der Salzwiesen auf der Bülker Huk: Es sei angesichts der Effekte und der überfraktionellen Einigkeit von CDU, FDP und SPD ein gutes Beispiel für „nachhaltige Kommunalpolitik“.

Man sei sich einig, dass diese Wiesen als Verbindung zwischen Ortslage und den Steilküsten einzigartig sind. Sie sollen unbedingt erhalten bleiben und langfristig zu einem Biotop ausgebaut werden.

Bisher werden Salzwiesen entwässert

Die Gemeinde hatte die 30 Hektar großen Flächen im Winter erworben. Noch werden diese landwirtschaftlich genutzt und aufwendig durch ein Grabensystem über ein Schöpfwerk in die Ostsee entwässert. Doch das soll sich ändern: Geplant sei, hier wieder Wasser anzustauen.

Dadurch könnten zunächst Biotope in Form von Brachwasser, Flutrasen und Feuchtgrünland entstehen, erklärt Holger Klink. Diese könnten Rast- und Brutvögeln, aber auch Amphibien „einen neuen Lebensraum von bisher nicht vorhandenen Ausmaßen“ bieten.

Um eine Verbuschung und Verschilfung der Fläche zu vermeiden, bedürfe es aber eines Pflegekonzeptes, das derzeit durch ein Kieler Büro erarbeitet wird. Denkbar sei zum Beispiel eine ganzjährige Beweidung durch Robustrinder oder Wasserbüffel. Die Planung stehe kurz vor der Fertigstellung. Ziel sei es, den Maßnahmenkatalog in den nächsten kommunalpolitischen Sitzungen im Herbst zu diskutieren und auf den Weg zu bringen.

Mögliche Einsparung: bis zu 900 Tonnen Kohlendioxid

Und was bringt das Ganze fürs Klima? Von der Anstauung auf den Salzwiesen würde auch der Niedermoor-Boden profitieren, erklärt Holger Klink. Und das würde wiederum bedeuten, dass nach seinen Angaben durch die Renaturierung und Rückvernässung jährlich bis zu 900 Tonnen Kohlendioxid gebunden werden könnten. Das würde laut Klimarechner des Umweltbundesamtes immerhin 180 Flugreisen auf die Malediven und zurück (je 8000 Kilometer) entsprechen.

Moore speichern Kohlenstoff

Moore und Feuchtwiesen spielen beim Klimaschutz eine wichtige Rolle: Sie sollen die effektivsten Kohlenstoffspeicher aller Landlebensräume sein. Bei ihrer Entwässerung gelangen daher riesige Mengen CO2 in die Atmosphäre – und dazu das noch sehr viel klimaschädlichere Lachgas (N2O).

Nach Angaben des Naturschutzbundes Deutschland (Nabu) geben zwar auch intakte Moore während ihres natürlichen Bildungsprozesses ein klimaschädliches Gas ab – nämlich Methan. Insgesamt wirken sich Moore aber wegen der Kohlenstoffbindung positiv auf das Klima aus, heißt es. 

Lebensraum für Vögel

Die Wiedervernässung der Strander Salzwiesen würden zudem Lebensraum für Wasser- und Zugvögel schaffen, der immer knapper wird. Schon jetzt kann man dort immer wieder rastende Vögel beobachten. Durch die Umgestaltung der Salzwiesen, so die Hoffnung in Strande, könnte langfristig im Norden der Gemeinde ein attraktiver, vielschichtiger Naturraum entstehen, in dem auch Menschen gerne unterwegs sind. 

Logenplatz an der Huk

Im Juli hatte die Gemeinde zudem die Idee vorgestellt, auf der Bülker Huk einen bislang verschlossenen Logenplatz für alle zu öffnen, der seinesgleichen sucht: Er bietet einen Fast-Rundumblick über die Ostsee.

Das Areal mit Potenzial soll allerdings nur unter einer Voraussetzung geöffnet werden: Der Verkehr, der jetzt schon zu erheblichen Belastungen für die Bewohner des beliebten Ostseebades führt, darf nicht mehr werden. Da sind sich alle Strander Fraktionen einig. Lösungen dazu soll die Ortsentwicklungsplanung bieten, zu der es gerade einen Bürgerworkshop gab.

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