Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Anmelden
Eckernförde Partnergemeinde Rayol ehrt Chirac
Lokales Eckernförde Partnergemeinde Rayol ehrt Chirac
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:31 14.10.2019
Von Kerstin von Schmidt-Phiseldeck
Während des Jubiläumsfestes in Rayol (von links): die Bimare-Vorsitzende Christine Paustian, der französische Bürgermeister Jean Plénat, Thomas Behrenbruch (Gemeindevertretung Strande) und Pia Pons, für die Übersetzung zuständig. Quelle: Christine Paustian
Rayol/Strande

Jacques Chirac, der 86 Jahre alt wurde, ging in Rayol, das damals noch zur Gemeinde La Mole gehörte, zur Schule. Anfang der 1940er-Jahre waren seine Eltern mit ihm aus Paris in das Dorf mit damals nur etwa 200 Einwohnern gezogen. Chiracs Vater Francois Abel Chirac arbeitete dort für den Flugzeugbauer Henry Potez, dem die Domaine du Rayol gehörte, ein etwa 20 Hektar großer Park. Die Chiracs lebten in einem Casa Rosa genannten Haus etwa 50 Meter oberhalb der Domaine.

Jacques Chirac lebte als Junge hier

Nach dem strengen Leben in Paris habe Jacques Chirac hier eine ganz neue Welt entdeckt, erklärte Rayols Bürgermeister Jean Plénat in einer Rede zur Würdigung des früheren Präsidenten und Premierministers. In der Gemeindeschule habe dieser Freundschaften geschlossen, die ein Leben lang hielten. In der Kirche von Rayol-Canadel erlebte er seine erste Kommunion.

Seine Erinnerungen an Rayol seien von großer Freiheit geprägt, hatte Jacques Chirac einmal erklärt: „In Rayol-Canadel habe ich die schönsten Stunden meiner Jugend verbracht, und dort habe ich einen Teil meines Herzens gelassen.“

Politisches Erwachen während des Krieges

Allerdings erlebte Jacques Chirac in Rayol-Canadel auch den Zweiten Weltkrieg: So hörte er dort im November 1942 gigantische Detonationen – die Versenkung der französischen Flotte in der Bucht von Toulon. Als er nach Hause kam, erfuhr er vom Vater, was da passiert wer. „Er ist sehr wütend, dass Frankreich, oder besser gesagt Vichy, einen seiner letzten militärischen Vermögenswerte von sich aus zerstört haben könnte.

Die Tragödie von Toulon hat gewissermaßen zu meinem politischen Erwachen beigetragen“, erinnerte sich Jacques Chirac später in seinem Buch „Jeder Schritt muss ein Ziel sein“. 

Eine Straße trägt jetzt den Namen von Jacques Chirac

Nun erinnert eine Gedenktafel am Gärtnerhaus der Domaine du Rayol an den einstigen Staatspräsidenten: dort, wo er als Kind mit seinen Freunden aus dem Dorf gespielt hatte. Sie wurde dort angebracht, weil das einstige Wohnhaus der Familie in Privatbesitz ist. Zudem wurde die Avenue des Belges am Wochenende in Avenue Jacques Chirac umbenannt.

Dieser sei später immer wieder „gerne nach Rayol“ zurückgekehrt und sei der Gemeinde Zeit seines Lebens eng verbunden gewesen, erklärte Bürgermeister Jean Plénat.

Schauspieler, Sänger, Unternehmer lebten in Rayol

Der frühere Staatspräsident ist übrigens nur eine von vielen berühmten Persönlichkeiten, die schon in Rayol-Canadel-sur-Mer lebten: Dazu gehören nach Angaben des Bürgermeisters zum Beispiel auch die Kunstmäzenin Peggy Guggenheim, die Schauspieler Gary Cooper und Gregory Peck, Jean Marais (der auch Bildhauer war), der Künstler Jean Cocteau, der Sänger Charles Trenet – und Sir Henry Royce. Deshalb konnten die Besucher beim Jubiläum in Rayol-Candel auch zahlreiche Rolls Royce und Bentleys bestaunen. 

Ostseeheringe für die Franzosen

Acht Strander waren eigens zum Jubiläum angereist. Während der französische Partnerschaftsverein Rayol-Europe für deutsches Bier zum Fest sorgte, hatten die Strander herzhafte Kost mitgebracht: zehn Kilo eingelegte Ostseeheringe. Diese waren „in kürzester Zeit vergriffen“, sagte die Strander Bimare-Vorsitzende Christine Paustian. Ein Einwohner habe sogar erklärt: „Wir erheben diese Heringe zum Nationalgericht von Rayol-Canadel“. 

Auch mit Plakaten zur Historie der Gemeinde Strande präsentierten sich die Besucher aus dem Ostseebad am Mittelmeer. Der französische Bürgermeister Plénat dankte nach Angaben von Christine Paustian beim Festakt allen Beteiligten der Partnerschaft für ihren Einsatz. Im Frühjahr hatte Strande den Franzosen schon einen typischen Ostsee-Strandkorb geschenkt.

Deutsche Besucher loben Gastfreundschaft

Für Bürgermeister Holger Klink nahm stellvertretend Thomas Behrenbruch eine Lithografie entgegen, die der Rayoler Künstler Bertrand Commeny zum 70. Gemeinde-Geburtstag geschaffen hatte. „Die Franzosen verstehen es, Feste zu feiern“, sagte Thomas Behrenbruch: „Und die Gastfreundschaft, die uns hier von allen entgegengebracht wird, ist einfach fantastisch.“ Das gelungene Fest werde auch den acht Strandern „in Erinnerung bleiben“, ist Bimare-Vorsitzende Christine Paustian überzeugt.

Weitere Nachrichten aus der Region Eckernförde finden Sie hier.

Beim Kennenlernen wirkt Horst-Dieter Demske aus Dänischenhagen zunächst schüchtern. Doch sobald der 59-Jährige in die Rolle des Zauberers schlüpft, zeigt sich sein Show-Talent. Doch hinter der Illusion steckt harte Arbeit: „Man muss den inneren Schweinehund überwinden."

14.10.2019

Gemischte Gefühle beim Gettorfer SC: In der Fußball-Landesliga Schleswig konnte der GSC nach fünf sieglosen Spielen in Serie zwar 4:0 gegen den TSV Rantrum gewinnen, verlor dabei aber Keeper Lennart Weidner, der sich einen Handgelenksbruch und womöglich auch einen Kreuzbandriss zuzog.

14.10.2019

Existenzgründer, die mit ihrer Idee auf dem Markt bestehen wollen, brauchen am Anfang ihrer Karriere oft Hilfestellungen. Gründerzentren wie das Technik- und Ökologiezentrum in Eckernförde unterstützen dabei. TÖZ-Leiter Thorsten Liliental über seine Erfahrungen und aktuelle Trends.

Christoph Rohde 14.10.2019