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Eckernförde Tempo 50 in Altenholz: Vorschlag kommt nicht gut an
Lokales Eckernförde Tempo 50 in Altenholz: Vorschlag kommt nicht gut an
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18:34 11.02.2020
Von Kerstin von Schmidt-Phiseldeck
Schilderkombinationen wie hier in der Altenholzer Straße zwischen Dataport (im Hintergrund) und dem Kreisel zur Klausdorfer Straße entsprechen nicht dem Verkehrsrecht. Zudem wird an der Kreuzung mit der Ahornallee immer wieder die Rechts-vor-Links-Regelung missachtet. Nach der Empfehlung des Bauausschusses bleibt es hier aber bei Tempo 30. Quelle: Kerstin v. Schmidt-Phiseldeck
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Altenholz

Auslöser des Überlegung in Altenholz war die Vorgabe, dass Radfahrer in Tempo-30-Zonen wie hier nicht dazu verpflichtet dürfen, auf dem Radweg zu zu fahren. Deshalb wird in mehreren Tempo-30-Zonen in der Gemeinde die Benutzungspflicht aufgehoben.

Weil allerdings die Altenholzer Straße zwischen Dataport und dem Minikreisel zur Klausdorfer Straße sehr breit ausgebaut ist und auf beiden Seiten Radwege hat, schlug die Verwaltung vor, diese zur Vorfahrtstraße zu machen.

Davon erhoffte man sich eine Entschärfung der Kreuzung mit der Ahornallee, wo immer wieder die Vorfahrt von rechts missachtet wird. Nach Angaben der Polizei wird hier deshalb auch häufiger kontrolliert. 

Verkehrslärm und zu hohes Tempo

Das Argument, dass Tempo 30 hier meist ohnehin nicht eingehalten wird und deshalb bei der Polizei keine Bedenken gegen eine Erhöhung auf Tempo 50 bestehen, teilten Anwohner und Kommunalpolitik allerdings nicht. „Am besten wäre es, Tempo 30 beizubehalten und die Vorfahrtsregel zu ändern“, erklärte ein Anwohner.

Der Verkehr habe hier „eklatant zugenommen“. Er wies, wie ein weiterer Anwohner, darauf hin, dass die Häuser auf der östlichen Seite sehr nah an der Altenholzer Straße stehen. Durch Tempo 50 werde der Lärm noch zunehmen. 

„Wenn dort 50 erlaubt sind, wird eher 60, 70 gefahren“, kritisierte ein Anwohner. Um die Kreuzung sicherer zu machen, könne man dort auch baulich etwas ändern, schlug er vor. Die Bauausschussvorsitzende Karen Weisheit (CDU) wies darauf hin, dass die Verwaltung auch Briefe erhalten habe, in denen eine Tempoerhöhung kritisiert wurde. 

Auch Kommunalpolitik will bei Tempo 30 bleiben

SPD-Fraktionschef Ingo Baasch hielt es „für keine gute Idee, dort Tempo 30 aufzuheben“. Ziel sei eher, auch in der Klausdorfer Straße Tempo 30 einzuführen – was allerdings nicht geht, weil es sich um eine Kreisstraße handelt.

Auch Silke Worth-Görtz fand es „absolut rückschrittig“, das Tempo in der Altenholzer Straße zu erhöhen. Sie wies auf das Beispiel der Knooper Landstraße hin, auf der es eine Tempo-30-Zone gibt, obwohl auch diese sogar eine Kreisstraße ist. Beeke Hinrichsen (AWG) schlug vor, sich „sich mal grundsätzlich zu überlegen, wie man den Radverkehr sicher auf die Straße bringt“. 

Gestrichelter Schutzstreifen möglich

Rune Vollbehr, Mitglied des Jugendbeirats, sprach ebenfalls sich für die Beibehaltung von Tempo 30 und einen Schutzstreifen für Radfahrer auf der Straße aus; dieser ist gestrichelt gekennzeichnet – man kann ihn nutzen, muss es aber nicht.

So sah es auch Philipp Neuenfeldt (FDP). Das Meinungsbild des Bauausschusses für die Verwaltung war ebenfalls deutlich: Alle empfahlen, in der Altenholzer Straße weiter bei Tempo 30 zu bleiben und die Kreuzung zur Ahornallee besser sichtbar zu machen.

Für die Verwaltung ist das Tempo 50 damit „vom Tisch“, erklärte Bürgermeister Carlo Ehrich (SPD) auf Anfrage. Zudem würde ein gestrichelter Schutzstreifen „die Sicherheit der Radfahrer erhöhen“. 

Diskussion über Tempo in der Knooper Landstraße

Auf der Knooper Landstraße möchte der Kreis allerdings die Tempo-30-Zone aufheben, teilte der Bürgermeister dem Bauausschuss mit. Ingo Baasch fand das „grotesk“. Auch hier sprach sich der Ausschuss einhellig für das Beibehalten der aktuellen Situation aus.

Der Verkehr auf der langen, geraden Strecke wird derzeit nicht nur durch Tempo 30, sondern auch durch Hindernisse wie Parkplätze auf der Fahrbahn abgebremst. 

Lesen Sie auch: Ein Kommentar von Kerstin von Schmidt-Phiseldeck zum Thema

Eine Vertreterin der Verkehrsbehörde erklärte, seit 2017 gibt es einen Beschluss des Bundesverwaltungsgerichts, dass Tempo 30 auf Kreis- oder noch höher eingestuften Straßen nicht zulässig ist.

Die aktuelle Zonen-Regelung sei damit „hinfällig“. Man müsse aber schauen, ob es andere Möglichkeiten gibt  – zum Beispiel bauliche – um das Tempo zu reduzieren. 

Ob in Knoop künftig Tempo 50 oder 30 gilt, sei „ergebnisoffen“, erklärte die Vertreterin: „Wir wollen das nicht von oben herab regeln.“ Im Frühjahr ist dazu eine Verkehrsschau geplant.

Regeln für die Radweg-Nutzung

Radfahrer müssen nur auf Wegen fahren, die mit blauen Radwegschildern versehen sind. Ist dies nicht der Fall, dürfen sie auch die Straße nutzen. Dort gibt es auch immer mehr Radfahrstreifen: Diese sind durch eine durchgezogene Linie abgetrennt und rein rechtlich kein Teil der Fahrbahn. Autos dürfen nicht darauf fahren oder halten.

Bei engeren Platzverhältnissen kann als Teil der Fahrbahn ein Schutzstreifen markiert werden - mit einer gestrichelten Linie. Nach Angaben des ADFC dürfen diese von Autofahrern nur "bei Bedarf" mitbenutzt werden. Das bedeutet: ausschließlich dann, wenn der gegenläufige Verkehr sich anders nicht begegnen könnte.

Es ist mit einem Auto also nicht erlaubt, über den Schutzstreifen an wartenden Autos vorbeizufahren. Das gilt auch dann, wenn kein Radfahrer dort fährt.

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