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Eckernförde Tierische Strategien gegen Affenhitze
Lokales Eckernförde Tierische Strategien gegen Affenhitze
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17:16 08.06.2018
Von Cornelia Müller
Sonne satt, ein Fest für Tiere aus warmen Regionen der Erde? Die Bewohner des Tierparks Gettorf halten ihr Nickerchen lieber im Schatten oder spielen miteinander im kühleren Teil der Gehege. Die kleine Berberaffen beobachten das Geschehen gern vom luftigen Ausguck. Quelle: Cornelia D. Mueller
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Gettorf

 „Kein Wunder“, sagt Tierpark-Kuratorin Gabriele Ismer schmunzelnd. „Unsere Tiere sind fast echte Norddeutsche.“ Die promovierte Biologin kennt die Vorlieben ihrer Pappenheimer in dem 50 Jahre alten Park wie sonst kaum jemand.

„Kühle Temperaturen und grauer Himmel nerven die meisten unserer Zootiere nicht. Sie sind in Deutschland oder zumindest in Europa geboren. Sie haben sich an unsere klimatischen Verhältnisse recht gut angepasst. Wenn dann mal ununterbrochen die Sonne scheint, hängen sie schnell durch und freuen sich über Abkühlung.“

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Tapire im Tierpark Gettorf mögen es vor allem feucht und schattig

Das glaubt man ihr aufs Wort beim Blick ins Tapirgehege. „Tambo“, das fünf Jahre alte Männchen, hält sich vornehm im Schatten zurück, obwohl es sonst extrem neugierig und zutraulich ist.

Und „Jule“ mit ihrem Nachwuchs „Tina“ zieht gleich das Innere der Südamerika-Anlage vor, nimmt ein kurzes Bad im Abkühlteich und legt sich zum Mittagsschläfchen hin. Die mit den Nashörnern verwandten Vierbeiner lieben nämlich von Haus aus Nässe. Ihre Heimat ist eigentlich der tropische Regenwald.

Erdmännchen ziehen sich in Höhlen zurück oder spielen in der Halle

Gleich nebenan tummeln sich die Erdmännchen. Die flinken Schleichkätzchen aus Südafrika sind eigentlich wärmebedürftig.

An diesem hochsommerlichen Tag tauchen sie gegen Mittag aber lieber in ihre Höhlen ab oder sausen zum Herumtollen in die „große“ klimatisierte Höhle, die Paradieshalle. Unter der Lampe aalen sie sich im Sand wie unter der Sonne, die hier weniger Wärme als das Original abstrahlt.

Der Ausguck im Schatten ist für Berberaffen jetzt der Lieblingsplatz

Die Berberäffchen begegnen „Affenhitze“ mit zwiespältigen Gefühlen. Am Zaun turnen sie nur so lange in der Sonne, wie Tierparkbesucher erlaubtes Futter anbieten. Danach geht es zum Dösen wieder hoch auf luftige oder schattige Äste, Plattformen und Seile.

„Die Nasenbären aus Süd- und Mittelamerika bleiben jetzt gleich ganz im Versteck“, erläutert Silke Plagmann, ebenfalls Biologin im Tierpark. Nicht versteckt, aber an der Kühle spendenden Hecke halten sich die Kängurus auf: Bennett- und Tammar-Wallabys. In ihrer südaustralischen Heimat haben es die Artgenossen auch eher feucht und kühl.

Hier sehen Sie mehr Bilder aus dem Tierpark Gettorf bei Sonnenschein.
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