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Eckernförde Stadtgärtner müssen bewässern
Lokales Eckernförde Stadtgärtner müssen bewässern
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06:21 24.04.2019
Von Christoph Rohde
Stadtgärtner Daniel Volmerg bewässert die gelben Mahonien in einem Beet an der Bergstraße. Quelle: Christoph Rohde
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Eckernförde

Wenn ein Hochdruckgebiet Wind aus Ost beschert, dann taucht sie auf: die Frühjahrstrockenheit. Blauer Himmel ohne Regen und eine steife Brise machen nicht nur den Land- und Forstwirten, sondern auch den Stadtgärtnern des Ostseebads zu schaffen. „Das Wasser im Boden hat sich im Winter nicht regeneriert“, erläutert Sylvia Bent, Leiterin der Eckernförder Stadtgärtnerei. Alle Frühjahrsblumen, Stauden, Gehölze, Bodendecker und Bäume, die im vergangenen Vierteljahr gepflanzt wurden, müssen jetzt gegossen werden. Überall sieht man die Tankwagen im Einsatz, die Wasser für das durstige Grün spenden.

Die im Stadtgebiet frisch gesetzten Stiefmütterchen beispielsweise halten zwar bei diesen Bedingungen noch ihre Blütenblätter hoch. „Ins Wachsen kommen sie aber nicht“, bedauert Bent. „Wir helfen ihnen, damit sie überleben.“ Auch den wasserliebenden Buchen sieht man an, dass die Böden zu trocken sind. Der Wind tut sein übriges. Wenn sich das nicht bald ändert, befürchtet die Stadtgärtnerei-Leiterin erste Schäden. Um gegenzusteuern, sind die Mitarbeiter in allen Revieren unterwegs, um Beete zu wässern. Das große Tankfahrzeug kommt in den Parkanlagen und an den Verkehrsinseln zum Einsatz. Auf Wassersprenger muss die Gärtnerei zurzeit verzichten, da es dafür zu windig ist.

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Ein mehrtägiger Landregen wäre jetzt erforderlich

Gleichzeitig fehlen die Mitarbeiter, die mit dem Bewässern beschäftigt sind, in der Pflege der Anlagen. „Gerade jetzt müssen die Beete gesäubert werden“, sagt Bent. In den nächsten Tagen weist der Wetterbericht zwar einige Regenwölkchen auf. Doch ob das ausreicht, darf bezweifelt werden. Um das Feuchtigkeits-Defizit in den tieferen Bodenschichten auszugleichen, wäre laut der Gartenexpertin nicht Nieselregen, sondern ein Landregen mit insgesamt 200 Litern pro Quadratmeter in den nächsten zehn Tagen erforderlich. So heißt es vorerst: weiter wässern.

Privaten Gartenbesitzern rät Bent, in den vergangenen drei Jahren gepflanzte immergrüne Gewächse wie Thuja oder Kirschlorbeer gut zu beobachten und bei Bedarf zu gießen. Auch frisch gesetzte Pflanzen und alles Größere, das Sonne und Wind ausgesetzt ist, verlangt jetzt nach Wasser. Der Rasen steht dagegen oft noch „gut im Saft“. Ihn sollte man jetzt nicht zu kurz mähen, zumal Gänseblümchen, Löwenzahn & Co erste Nahrungsquellen für Insekten sind. 

Versuchsballon mit nährstoffarmer Blumenwiese

Einen Versuchsballon hat die Stadtgärtnerei derzeit mit einem kleinen Magerbeet im Saxtorfer Weg gestartet. Hier hatte sich vorher die Quecke eingenistet. Nach dem Austausch mit nährstoffarmem Boden soll jetzt eine kleine Magerblumenwiese entstehen aus Margeriten, Malven und Natternkopf. „Wir wollen zeigen, dass sich auch an einem Standort mit wenig Schatten, viel Sonne und viel Wärme etwas Farbenprächtiges entwickeln kann“, sagt Bent.

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