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Eckernförde "Gasthof zur Eiche" steht zum Verkauf
Lokales Eckernförde "Gasthof zur Eiche" steht zum Verkauf
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08:19 28.09.2019
Von Kerstin von Schmidt-Phiseldeck
Eiche und "Gasthof zur Eiche" sind prägender Teil des alten Ortskerns in Dänischenhagen. Gasthof und Saal stehen unter Schutz, weitere Nebengebäude allerdings nicht.
Dänischenhagen

„Historisches denkmalgeschütztes Gebäude im Dorfkern von Dänischenhagen“: Diese Anzeige steht erst seit Donnerstag im Internet. Und nach Angaben von Günter Waßner, der das Gebäude für den Besitzer, die Baugesellschaft Strande, vermittelt, gibt es sogar schon sehr konkretes Interesse an dem Objekt.

Interesse an Wohnungsvermietung

Er spricht von Interessenten, die dort vermietbaren Wohnraum planen. Es gebe im Obergeschoss Räume, die schon früher zu Zeiten des Gasthofs vermietet wurden. Und für die alte Gaststube mit ihrem Dielenboden „muss man eben Fantasie mitbringen“, sagt der Vermittler.

Zum Verkauf steht allerdings nur ein kleiner Teil des insgesamt 4000 Quadratmeter großen Grundstücks, nämlich 700 Quadratmeter. Zum Objekt mit elf Zimmern gehören vier Außenstellplätze.

Einstiger Gasthof ist sanierungsbedürftig

Der Objektzustand wird mit „renovierungsbedürftig“ angegeben. Der frühere Gasthof wird als „Wohnimmobilie“ feilgeboten. Günter Waßner erklärt zudem, neben dem Gasthof werde man „neue Häuser bauen“.

Ganz unerwartet kommt der gewünschte Verkauf des Gasthofs auch nicht: Im Juli hatte der Bauausschuss über eine Bauvoranfrage für das Areal daneben beraten. Damals ging es um ein Doppelhaus und drei Einzelhäuser

Areal gehört der Baugesellschaft Strande

Und damals hatte Detlev Koch, Technischer Leiter der Baugesellschaft, bereits erklärt, man wolle sich vom Gasthof trennen. „Es war nie anders geplant – was soll ich damit“, sagt er am Freitag zur Verkaufsanzeige. Die Baugesellschaft hatte das ganze Areal im Frühjahr vom früheren Betreiber des Gasthofs erworben. Lange galt die Zukunft als ungewiss.

Kommunalpolitik ist überrascht

„Ich war mehr als überrascht“, erklärt Bürgermeister Horst Mattig (SPD) zur Entwicklung. Er hatte die Anzeige wenige Stunden nach der Veröffentlichung selbst entdeckt. Wie es nun weitergehe, hänge natürlich von den Vorstellungen des Käufers ab. Seine persönliche Meinung: „Einen Kauf durch die Gemeinde kann ich mir nicht vorstellen.“

Das sieht auch CDU-Fraktionschef Tim Gabrys so. „Man kann nur offen, dass die ,Eiche’ an einen Liebhaber geht“, der zumindest das Äußere erhält, erklärt er zur für ihn überraschenden Entwicklung. Es sei aber „eine Frechheit“, dass der derzeitige Besitzer des Areals „uns immer hingehalten und Hoffnung auf Gespräche gemacht hat“.

Hoffnung auf Gespräche erfüllten sich nicht

WIR-Fraktionschef Ingolf Scheffler wurde ebenfalls von der aktuellen Entwicklung überrascht. Auch die Wählergemeinschaft hatte immer noch auf Gespräche der Fraktionen mit dem Eigentümer des Gesamtareals gehofft. Doch dieser habe wohl kein Interesse daran, mit den kommunalen Gremien über die Gestaltung des historischen Ortskerns zu sprechen.

Es gehe ihm wohl „um größtmöglichen Erlös. Das ist sein gutes Recht, aber dennoch bedauerlich.“ Doch vielleicht biete der Verkauf ja auch eine Chance, hofft Ingolf Scheffler: Es bestehe dann die Chance, dass der neue Eigentümer und die Gemeinde sich an einem Tisch setzen.

Fact Box

Nachdem der „Gasthof zur Eiche“ 2010 schloss, waren in den Folgejahren alle Bemühungen der Gemeinde, das zentral gelegene Gebäude wieder zu beleben, gescheitert. Es gilt als eines der letzten prägenden Häuser der alten Dorfkern-Architektur. Von außen standen Gasthof und Saalanbau schon seit 1980 unter Schutz. 2018 kam auch das Innere hinzu, ebenso die beiden Hauslinden davor.

Einer möglichen Aufgabe des Denkmals „sind sehr hohe Hürden vorgeschaltet“, heißt es vom Landesamt für Denkmalpflege Schleswig-Holstein. Dazu müsse der Eigentümer „die Unzumutbarkeit der Erhaltung nachweisen“ – in technischer als auch in wirtschaftlicher Hinsicht. Das sehe man beim Dänischenhagener Gasthof allerdings keinesfalls als gegeben an. Auf dem Areal stehen zudem noch ungeschützte Nebengebäude.

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