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Eckernförde Retter aus der Luft
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17:17 03.01.2019
Von Rainer Krüger
In der Schneekatastrophe machte Ulrich Cramer als Hubschrauberpilot der Bundeswehr Hilfsflüge nach Angeln. Quelle: Ulrich Cramer/ Repro Rainer Krüger
Eckernförde

Wenn er sich an die Wochen nach dem 28. Dezember 1978 erinnert, kommt er aus dem Erzählen kaum noch heraus. Dabei waren die Bedingungen zum Helfen damals im Marinefliegergeschwader 5 Kiel-Holtenau ideal. „Wir hatten damals gerade die Sea-King-Hubschrauber neu bekommen. Und mit unserem Funk konnten wir auch die Meldungen der Feuerwehr und der Polizei hören“, berichtet Cramer.

Schwangere Frauen flog er zur Entbindung

Und der Einsatz der Piloten war gefragt. Denn da Schneewehen die Straßen blockierten, mussten nötige Fahrten in die Luft verlagert werden. Die Piloten setzten alle Kräfte daran, ihre Aufgaben im Such- und Rettungsdienst (SAR) zu erfüllen. Zum Beispiel bei Flügen von Hochschwangeren. „Zwei bis drei Frauen habe ich zur Entbindung geflogen. Die Feuerwehren hatten den Schwangeren den Weg zum Hubschrauber frei geräumt. Das hatte später Folgen bei der Namensgebung. Viele damals geborene Jungen wurden nach dem Schutzpatron der Feuerwehr Florian genannt“, verrät er.

Die Schneekatastrophe in Schleswig-Holstein

Die Schneemassen türmen sich meterhoch, ganze Dörfer waren abgeschnitten, sechs Menschen starben: In einer Multimedia-Reportage "Stillstand - die Schneekatastrophe in Schleswig-Holstein" werfen wir einen Blick auf die Ereignisse im Winter 1978/79 und fragen, ob so etwas noch einmal passieren könnte. Zudem suchen wir das schönste Schneefoto. Stimmen Sie bis 6. Januar hier ab und gewinnen Sie tolle Preise.

"Als wir in der Luft waren, verlor der Arzt die Orientierung"

Auch Nierenkranke flog er zur Dialyse nach Kiel oder Flensburg. An einen Start mit einem Hausarzt in Steinbergkirche kann er sich noch gut erinnern. „Damals sorgte er sich um drei alte Damen, von denen er zu lange nichts mehr gehört hatte. Deshalb sollte ich ihn zum Haus fliegen. Als wir in der Luft waren, verlor der Arzt jede Orientierung. Die Lösung war, dass wir schließlich von seinem Haus die Route nachflogen, die er sonst mit dem Auto fuhr.“ So kam er Mediziner zu den Damen, denen zum Glück außer der Verbindung zur Außenwelt nichts fehlte.

Wer konnte, der flog, um zu helfen

Die Einsatzbereitschaft unter den Piloten war damals hoch. „Wer konnte, flog. Schließlich motivierte es, helfen zu können.“ Ungewöhnlich waren in dem Winter auch die Arten, wie die Piloten zu den Hubschaubern kamen. Laut Cramer waren manche auf Skiern zum Dienst gelaufen. „Wir hatten damals für gut fünf Stunden Sprit. Diese Zeit habe ich so gut wie möglich genutzt“, so Cramer.

Schneekatastrophe 1978/79 in Schleswig-Holstein in Bildern.

Wenn der erste Auftrag erledigt war, ließ er sich von den Helfern vor Ort sagen, was nötig war. „Fliegerisch war es an den meisten Tagen kein Problem“, sagt er. „So kam auch mal die Anfrage von Bäckern, die Hefe zum Backen brauchten,“ erzählt er. In diesem Fall dachte der Pilot gleich mit: „Angefordert war ein Kilogramm. Das hätte wohl nicht lange gereicht. Deshalb habe ich gleich fünf Kilo mitgenommen.“ 

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