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Eckernförde Nachzügler Altenholz hat nachgebessert
Lokales Eckernförde Nachzügler Altenholz hat nachgebessert
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06:04 20.03.2019
Von Kerstin von Schmidt-Phiseldeck
Als letzte Gemeinde berät Altenholz in der kommenden Woche über die Unterzeichnung des Vertrags über das Bülker Klärwerk mit der Stadt Kiel. Im Dezember hatte die Gemeindevertretung das Thema überraschend vertagt. Quelle: Kerstin v. Schmidt-Phiseldeck
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Altenholz

Bei der Beratung im jüngsten Hauptausschuss herrschte nach der Verschiebung zumindest schon mal Zufriedenheit: Denn bei ganz spitzfindiger Betrachtung könnte die Gemeinde durch die Präzisierungen im Vertrag bis zu mehr als eine Million Euro gespart haben. Grund ist die gravierendste Änderung im Vertrag: Diese betrifft den Bau von Messeinrichtungen für das Abwasser vor Übergabepunkten an die Landeshauptstadt.

Änderung bei den Messstellen

An sieben von acht Einleitungspunkten sei der Bau von Messstellen allerdings entweder technisch gar nicht möglich oder völlig unwirtschaftlich, erklärt der Altenholzer Bürgermeister Carlo Ehrich (SPD). Das sei auch schon vor der Abstimmung im Dezember 2018 mit der Landeshauptstadt so besprochen worden.

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Schlimmstenfalls Kosten von über einer Million Euro

Allerdings hatten die Altenholzer Kommunalpolitiker und Juristen Andreas Piltz (CDU) und Norbert Worth (Grüne) darauf hingewiesen, dass man das auch schriftlich fixieren sollte. Schließlich kann das Wissen über mündliche Absprachen verloren gehen: Wer weiß, ob Altenholz dann nicht doch irgendwann einige oder alle dieser kostenträchtigen Messstellen für jeweils etwa 150 000 Euro hätte bauen müssen.

Sauberer Vertrag

Natürlich sei das eine „eher theoretische“ Annahme, erklärt der Hauptausschussvorsitzende Wolfgang Weiß (SPD): „Aber jetzt haben wir einen sauberen Vertrag.“ Da könne man die etwa 1000 Euro an Gebühren mehr, die durch die Verzögerung bei der Unterschrift entstehen, verschmerzen. „Wir freuen uns“, sagt CDU-Fraktionschef Mike Buchau zum Ergebnis der Nachverhandlungen. 

Das meiste Abwasser wird schon jetzt erfasst

In Altenholz gibt es insgesamt elf Einleitungsstellen an die Landeshauptstadt. Das meiste Abwasser wird schon jetzt auf seinem Weg ins städtische Klärwerk Bülk in Strande mengenmäßig erfasst: nämlich etwa 480.000 der jährlich im Schnitt anfallenden 500.000 Kubikmeter Abwasser.

Neue Messstation für Knoop

Geplant ist nun noch der Bau einer Messstation für den Übergabepunkt im Ortsteil Knoop. Durch die dadurch mögliche exakte Erfassung muss Altenholz künftig voraussichtlich nur noch für drei Prozent des Abwassers den sogenannten Fremdwasserzuschlag zahlen. 

Ende einer wilden Ehe

Falls die Gemeindevertretung in ihrer Sitzung am Mittwoch, 27. März ab 17.30 Uhr dem Vertrag zustimmt, würde damit gewissermaßen eine wilde Ehe enden. Denn Altenholz hat als einzige Einleitergemeinde seit 2011 gar keinen Vertrag mehr mit Kiel. Dieser war damals vermutlich gekündigt worden, um den Druck im Klärwerkskonflikt zu erhöhen.

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Christoph Rohde 19.03.2019
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