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Eckernförde Sie helfen schwangeren Frauen in Not
Lokales Eckernförde Sie helfen schwangeren Frauen in Not
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20:15 10.08.2019
Von Tilmann Post
Die Sozialpädagoginnen Gabriele Trede-Atayi (links) und Andrea Hackbart beraten Schwangere. „Viele Frauen wissen nicht, dass es einen Ort gibt, an dem sie nicht verurteilt werden, wenn sie nicht mit dem Kind leben wollen, das sie erwarten“, sagt Hackbart. Neben der „!Via“-Beratungsstelle kann auch die Diakonie den Weg zur vertraulichen Geburt ermöglichen. Quelle: Tilmann Post
Eckernförde/Rieseby

In ausweglosen Fällen ermöglichen die Sozialpädagoginnen die „vertrauliche Geburt“ und garantieren werdenden Müttern vollständige Anonymität. „Wir können den Fall in Rieseby nicht bewerten, aber vermutlich hat eine Notlage vorgelegen“, sagt Andrea Hackbart.

Dass die Entbindung – anscheinend nur zehn Autominuten entfernt von der Imland-Klinik – ohne Geburtshelfer stattfand, sehen Hackbart und Trede-Atayi als Zeichen, wie unbekannt moderne Hilfsangebote sind. „Aber Alternativen zur Geburt alleine zu Hause sind vorhanden“, versichert Gabriele Trede-Atayi.

Mutter des toten Babys schweigt weiter

Zu den Hintergründen des toten Babys schweigt die Mutter laut Staatsanwaltschaft weiterhin. Der mumifizierte Säugling war am 1. August von Anwohnern auf einer Pferdekoppel im Süden Riesebys gefunden worden.

Die Mutter wurde schnell ermittelt und gab lediglich an, dass das Kind bereits tot zur Welt kam. Die Staatsanwaltschaft untersucht derzeit, ob das stimmt. Zuletzt hieß es, dass das Kind bereits seit einem Jahr tot ist. Die Entdeckung hatte Betroffenheit in Rieseby ausgelöst.

Vertrauliche Geburt seit fünf Jahren möglich

„Seit 2014 gibt es das Instrument der vertraulichen Geburt“, erklärt Andrea Hackbart. Das sei neben dem Schwangerschaftsabbruch oder der Freigabe des Kindes zur Adoption eine der Möglichkeiten für Frauen, die nicht sicher sind, ob sie eine Schwangerschaft austragen wollen oder können.

Davon gab es bei „!Via“ mehr als 50 Beratungsfälle im vergangenen Jahr, insgesamt suchten 107 Schwangere Hilfe bei dem Verein in Eckernförde und Rendsburg. Die Frauen steckten aus unterschiedlichen Gründen in der Krise.

Zum Beispiel, weil es eine außereheliche Zeugung gegeben hat, weil der Vater einer anderen religiösen Gruppe angehört oder weil die Mütter selbst eine traumatische Kindheit hatten. „Zu uns kommen Betroffene aus allen Schichten und Altersgruppen“, so Andrea Hackbart.

Mutter entbindet strikt anonym

Sie ist die einzige Beraterin bei „!Via“, die Frauen zur vertraulichen Geburt begleiten darf. Das sei bislang erst einmal vorgekommen. „Die Betroffene erhält hier eine neue Identität, unter der ich sie zu Vorsorgeuntersuchungen und im Krankenhaus anmelde."

"Nur ich kenne ihren richtigen Namen“, erklärt Hackbart. Damit die Anonymität gewahrt bleibt, könne die Frau auch an einem anderen Ort entbinden. Danach wird das Kind zur Adoption freigegeben.

Alle Kosten übernimmt das Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben. Dort wird lediglich der Name und das Geburtsdatum der Mutter für 16 Jahre gespeichert, damit das Kind nach 15 Jahren die Möglichkeit hat, Kontakt zur Mutter aufzunehmen. Die kann dem jedoch widersprechen.

Appell auch an Familie und Freunde

Jede Schwangere sei willkommen, ob eine Notsituation vorliege oder nicht, unterstreichen die Beraterinnen, die zunächst jeder Klientin Anonymität zusichern.

Zudem bieten sie allen Hilfe, die in der Familie oder unter Freunden eine Frau haben, die offensichtlich schwanger ist, damit aber nicht zurecht zu kommen scheint. Jede Beratung sei ergebnisoffen. „Aber viele entscheiden sich für das Kind“, so Andrea Hackbart.

Kontakt: „!Via“ Eckernförde, Langebrückstraße 8, Tel. 04351/3570. „!Via“ Rendsburg, Königstraße 20, Tel. 04331/4354393. www.via-rendsburg-eckernfoerde.de, Hilfe gibt es auch unter www.geburt-vertraulich.de

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