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Eckernförde Viel Kritik und einige neue Impulse
Lokales Eckernförde Viel Kritik und einige neue Impulse
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18:31 26.06.2019
Von Kerstin von Schmidt-Phiseldeck
Lag‘s an der Kieler Woche? Am tollen Wetter? Am Reizthema Grünflächen? Zum Runden Tisch kamen am Dienstagabend nur etwa 50 Besucher in die Aula des Gymnasiums. Quelle: Kerstin v. Schmidt-Phiseldeck
Altenholz

Die Stellwände, an denen auch ein neuer Entwurf der Planer für das Ortszentrum von Altenholz-Stift zur Diskussion in Kleingruppen hing, blieben weitgehend unbeachtet: Man diskutierte im Plenum. Viele Argumente, häufig vorgebracht von Anliegern wie den Turmhaus-Bewohnern, waren dabei nicht neu: Wir haben einen grünen Ortskern, wir wollen keine zugepflasterten Flächen, wir wollen nicht, dass die Straße Richtung Turmhäuser verschwenkt wird.

Verschwenkung bleibt

Planer Stefan Escosura räumte allerdings auch ein, man habe mit dem Siegerentwurf für das Ortszentrum in Stift „eine sehr städtische Entwicklung gezeichnet“. Im neuen Entwurf sind nun größere grüne Inseln eingeplant, mehr Bäume bleiben erhalten. Die Fläche sei nicht mehr so monoton: „Sie gehen auch mal durch Grünflächen durch – das ist auch angemessener für Altenholz.“

Die Straßenverschwenkung habe man beim Supermarkt abgemildert, sie bleibe aber im Plan: „Weil das ein wesentliches Element ist bei der Frage, wie man mit Verkehr und Tempo umgeht.“ Denn es gehe bei der Ortsentwicklung nicht um „gefällt mir“ oder „gefällt mir nicht“, sondern um eine fundierte Aufarbeitung von Defiziten. Auch Bianca Hess, Büroleiterin im Rathaus, betonte: „Wir wollen einen Ortskern entwickeln, der auch ein Anziehungspunkt für Leute von außerhalb wird.“ 

Es gibt noch keine Planungsrecht

Derzeit entsteht der Rahmenplan, der Grundzüge der Entwicklung festlegt. „Wir haben aber noch kein verbindliches Planungsrecht“, betonte Stefan Escosura. Das bedeutet zum Beispiel auch: Die bis zu dreistöckigen drei neuen Pavillons vor den Turmhäusern sind ein Vorschlag: Sie können zum Beispiel auch niedriger werden. Zu große Abweichungen vom Wettbewerbsentwurf könnten allerdings dazu führen, dass Fördergelder nicht fließen, erklärte der Planer.

In der knapp zweistündigen Diskussion gab es auch eine ganze Reihe neuer Hinweise und Impulse – sowohl von den Diskussionsteilnehmern als auch vom Podium. So gab es zur Idee, im Erdgeschoss der Pavillons Gewerbe anzusiedeln, den Verweis darauf, dass der Fahrradladen seit einem halben Jahr leer steht, der Bäcker Steiskal jetzt wegen Edeka seine Öffnungszeit reduzieren will. Mehrere Einwohner meinten, mit dem auf dem Apothekengrundstück geplantem Gewerbe sei man in Stift gut bedient. „So viel können wir ja gar nicht einkaufen“, erklärte eine Einwohnerin unter Applaus. 

Den Platz kleiner anlegen?

Man wolle natürlich keine Leerstände erzeugen, habe mit möglichen Investoren gesprochen, erklärte Stefan Escosura. Eine Einzelhandelsstudie gibt es allerdings nicht, brachte Klaus Mensing, Moderator und ebenfalls Planer, in Erfahrung. Die mache aber womöglich Sinn. Sollte man in Sachen Ortskern kleiner denken? Eine Einwohnerin schlug dazu statt des durchgängigen Platzes das „Knochenprinzip“ vor: Man könnte im Bereich Herrenhaus/Apothekengrundstück auf der einen und Rathaus/Kirche/Marktplatz auf der anderen Seite zwei Schwerpunkte schaffen.

Für den mittleren Bereich des Ostpreußenplatzes sehe sie hingegen wenig Entwicklungspotenzial. Zudem könne der Platz-Entwurf unter ökologischen Gesichtspunkten teuer werden, kritisierte sie. Es sei auch ein Beitrag zur CO2-Minimierung, wenn man in Altenholz eine attraktive Fläche schafft, in der man sich ohne Auto bewegen kann, entgegnete Planer Escosura

Verwaltung von Altenholz: Es gab Wunsch nach Läden und Wohnraum

Bianca Hess von der Verwaltung in Altenholz nahm „viele Anregungen mit“. Sie wunderte sich allerdings über die deutliche Kritik an den Pavillons: Bei Bürgerveranstaltungen zum neuen Ortskern sei gerade von Einwohnern immer der Wunsch nach Wohnungen und kleinen Ladeneinheiten gekommen. Der Moderator kündigte an, dass zu der Veranstaltung noch ein Protokoll angefertigt wird, das auf der Homepage der Gemeinde abgerufen werden kann.

Mehr zum Thema: Ein Kommentar von Kerstin von Schmidt-Phiseldeck

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