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Eckernförde Auch ein Ostsee-Seehund braucht Pause
Lokales Eckernförde Auch ein Ostsee-Seehund braucht Pause
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20:01 29.01.2019
Von Cornelia Müller
Will er der Seejungfrau in Kopenhagen Konkurrenz machen? Der junge Seehund fühlt sich an der Ostseeküste zwischen Eckernförde und Kiel seit knapp einem Jahr zu Hause. Gerade macht er Ruhepause auf einem Stein vor Noer. Quelle: Andrea Jenk
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Noer

"Wir haben einen Sonntagsspaziergang am Strand gemacht. Es war zwischen Lindhöft und Noer, wo die Steilküste ist, saß auf einmal dieser kleine Seehund auf einem großen Stein und machte Pause", berichtet Andrea Jenk. Als die Spaziergänger auf seiner Höhe waren, tauchte der Meeressäuger lieber ab.

"Er behielt uns vom Wasser aus im Auge, wirkte aber nicht verängstigt", sagt sie."Er wollte eindeutig wieder auf seinen Platz, wenn die Luft rein ist. Ich habe schnell das Handy gezückt. Einen Seehund aus relativer Nähe sieht man ja nicht alle Tage bei uns."

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Das Tier vor dem Strand von Noer ist gesund und munter

Christopher von Dollen, Leiter des Hegelehrreviers Grönwöhld des Landesjagdverbands in Schwedeneck und Seehundjäger für den gesamten Küstenabschnitt von Eckernförde bis Kiel, bestätigt, dass das Tier "munter, gesund und gut genährt ist". Er bekam schon erste Meldungen, als das Tier noch ein Heuler, also ein Baby, war.

"Deshalb wissen wir, wie alt er ist", sagt er. "Er ist meistens vor der Küste bei Stohl, wurde aber auch schon in Kiel gesehen." Die Meldungen erhält er über die Wasserschutzpolizei, die Leitstelle der Polizei und auch über Spaziergänger.

Der Seehundjäger aus Schwedeneck beobachtet ihn schon lange

Er muss die Meeressäuger auch auf ihren Gesundheitszustand hin im Auge behalten. Er kann bestätigen, dass es deutlich mehr geworden sind. "Seehunde in der Ostsee sind nicht so weit verbreitet wie in der Nordsee. Aber seit fünf Jahren sehen wir die Tiere häufiger. Auch die Zahl der Schweinswale ist deutlich höher als vor einigen Jahren."

Seehunde und Schweinswale soll man nicht stören

Als von Dollen vor 17 Jahren seine Ausbildung zum Berufsjäger in Schleswig-Holstein begann, "habe ich nicht einen einzigen Seehund gesehen. Auch Schweinswale waren rar." 2018 musste er in seinem Revier rund 50 Schweinswale begutachten. "Wir haben auch schon Heuler, die Hilfe brauchten, in die Aufzuchtstation in Friedrichskoog bringen lassen."

Seine Bitte: "Nähern Sie sich den Tieren nicht, lassen Sie alle Meeressäuger in Ruhe. Es sind Raubtiere. Seehunde können kräftig zubeißen. Aber über eine Meldung, wo Sie ein Tier auf dem Strand oder direkt vor der Küste vielleicht krank beobachtet haben, freuen wir uns. Sie können Funde der Polizei melden."

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Cornelia Müller 28.01.2019
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Kerstin von Schmidt-Phiseldeck 29.01.2019