Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Anmelden
Eckernförde Wikinger fallen in Eckernförde ein
Lokales Eckernförde Wikinger fallen in Eckernförde ein
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:26 14.07.2019
Barbarisches Spektakel am Südstrand in Eckernförde: Die wilden Nordmänner lieferten sich bei den ersten Wikingertagen im Ostseebad erbitterte Schaukämpfe. Quelle: Jan Torben Budde
Eckernförde

 Laut Veranstalter Stephan Vollbehr tummelten sich mehrere tausend Besucher auf dem dreitägigen Event.

Während sich die Hobby-Barbaren in Sichtweite im Schaukampf vermeintlich die Köpfe einschlagen, knetet Bianca Kaneblei in aller Seelenruhe einen Brotteig. „Ich hätte mitkämpfen können, habe aber Küchendienst“, scherzt die Hamburgerin, deren Wikingername Svanhild lautet. Die 34-Jährige gehört zu den Hammerburg-Falken, deren Hobby die Darstellung der frühmittelalterlichen Epoche ist. Mehrere Tage ohne Handy und Fernsehen: „Das hat einen Erholungswert wie eine Woche Urlaub irgendwo im Süden“, sagt die Rechtsanwaltfachangestellte.

Die Wikingertage in Eckernförde gefallen der Gruppe, die ihre Zelte direkt am Südstrand aufgebaut hat. „Ist doch ein Traum, wenn man morgens aufsteht und gleich aufs Meer schaut“, schwärmt Sven Stein, der mit Ehefrau Wiebke auf einem Thron sitzt. Als Gründungsmitglied gilt er bei den Hammerburg-Falken zwar als Oberhaupt. Privilegien genießt der Jarl – was einem Grafen entspricht – in seiner Wikinger-Gruppe jedoch nicht: „Ich muss auch Holz holen“, winkt der Reinbeker schmunzelnd ab. Die Gattin erledigt sogar den Abwasch.

Unterdessen gibt Hobby-Wikinger Gunnar Schering einen Einblick in sein komfortabel eingerichtetes Zelt, worin sogar ein Bett steht. „Das konnten sich damals nur wohlhabende Menschen leisten“, sagt der 54-Jährige, der am Leib eine Tunika aus Leinen und eine Wollhose trägt.

Wie schwer ein Kettenhemd ist – um diese Erfahrung reicher ist nun Kilian (13) aus Elmshorn. Mittelalter-Fan Erik Baer ließ Besucher auf Wunsch in die 15 Kilo schwere Rüstung schlüpfen. „Die ist echt schwer“, stöhnte der Teenager. Wer möchte, dem setzte der Kieler zudem einen Edelstahl-Helm (sechs Kilo) aufs Haupt und drückte ihm ein langes Schwert in die Hand. Die Kinder standen Schlange. Na klar, das war ein beliebtes Fotomotiv im Eckernförder Wikingerdorf!

Es gab noch so viel mehr zu sehen und erleben bei dem bunten Spektakel. Ob nun Bernsteinschmuck, Körbe oder Trinkhörner, Jonglage und Feuershow – es war ein buntes Treiben mit Handwerkskunst und Gauklern. Die Mittelalter-Szene kam voll auf ihre Kosten. Wer sich vor Ort das passende Outfit zulegen wollte, fand an den Ständen alles vom Lederkorsett über Kleid und Rüstung bis hin zum Fellkragen. Bei Kindern standen Holzschwert, Schild, Pfeil und Bogen hoch im Kurs. Für den Nachwuchs gab es zudem ein vielfältiges Spiel- und Bastelangebot: Er konnte Armbrust schießen, Speckstein schleifen, Holzmesser schnitzen und vieles mehr. Metallgestalter Niels Bargheer schmiedete mit dem achtjährigen Merlin ein Messer. „Das ist doch eine bleibende Erinnerung“, sagte Mutter Judith Witt aus Hohn. Wer beim Bummel durch das Wikingerdorf einen Bärenhunger bekam, konnte sich mit Wildsau-Bratwurst, Spanferkel oder Krabbenbrötchen stärken. Auf einer Bühne erklang Folk- und Popmusik.

Was ist so faszinierend an der Wikingerzeit?

„Mich interessiert ihre Lebensweise und die Kultur“, erklärte Jörg Diestel aus Lübeck. Sein Wissen über die Nordmänner hat sich der Lagerist aus Büchern angeeignet. Gemeinsam mit Ziehkind Janik (14) sowie seinem Kumpel Frank Jahnke und dessen Sohn Leif (13) übernachtet der 46-Jährige während der Wikingertage in selbstgebauten Zelten – eine echte „Männer-Tour“. Ihre „Wikis“ aus Holz und Segeltuch waren mit Fellen, Wolldecken und einer Plastikplane ausgestattet. „In der ersten Nacht merkte man die Feuchtigkeit schon ein bisschen“, räumte Diestel mit Blick auf den Regen ein. „Doch für einen norddeutschen Wikinger ist das kein Problem.“

Noch ist unklar, ob es eine Neuauflage der Wikingertage gibt

Gibt es eine Neuauflage der Wikingertage in Eckernförde? „Vieles spricht dafür, doch jetzt müssen wir zunächst alles analysieren“, erklärt Vollbehr, der das Spektakel gemeinsam mit Kay-Uwe Dammann veranstaltet hat. Der Eventmanager freute sich über „viele positive Rückmeldungen von Aktiven und Besuchern“. Gleichwohl sprach Vollbehr von einer logistischen Herausforderung, solch eine Veranstaltung am Strand – also im Sand – zu machen. Er lobte die Zusammenarbeit mit Touristik, Ordnungsamt und DLRG.

Immer informiert: Mehr aus der Region lesen Sie hier

Von Jan Torben Budde

Nein, Strande bekommt noch kein 5G-Mobilfunknetz, wie mancher Einwohner schon optimistisch frohlockte. Die hohen Masten, die in den vergangenen Tagen im Ostseebad für einiges Aufsehen sorgten, dienen vielmehr der Verkehrszählung, erklärt Bürgermeister Holger Klink.

Kerstin von Schmidt-Phiseldeck 14.07.2019

Es soll die letzte Ausstellung eigener Werke sein, die der Künstler Falko Windhaus selbst kuratiert hat: Und so war der Andrang zur Eröffnung von „falko ... und neue Arbeiten“ am Freitagabend in der Galerie 66 in Eckernförde groß.

Kerstin von Schmidt-Phiseldeck 14.07.2019

Fleischlose Burger, vegane Döner, Tofu-Leckereien: Am Sonntag, 14. Juli, öffnet das vegane Sommerfest „Vegan Summer“ im Kurpark in Eckernförde von 11 bis 18 Uhr. Rund 40 Stände sind aufgebaut. „Die Nachfrage ist groß“, berichtete Veranstalter Maurice Bäcker (27).

14.07.2019