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Eckernförde Windkraft: Kein großer Ausbau geplant
Lokales Eckernförde Windkraft: Kein großer Ausbau geplant
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19:09 18.12.2019
Drei Mühlen drehen sich in Schwedeneck: Mehr sollen es nach derzeitigem Stand werden. Quelle: Kerstin v. Schmidt-Phiseldeck
Schwedeneck/Sehestedt.

Die am Montag vom Innenministerium vorgestellte Planung des dritten Entwurfs sieht Vorrangflächen mit einer Größe von 3908 Hektar im Kreis vor. Das sind 345 Hektar mehr als im Sommer 2018. Im damaligen zweiten Entwurf war ein Viertel der ursprünglichen Fläche aufgrund der neuen Abstandsregelungen der Landesregierung weggefallen.

Dass nun wieder etwas hinzukommt, hat laut Innenministerium verschiedene Gründe. Zum Beispiel haben Bewohner ihre Häuser aufgegeben, die zuvor neue Windkraftanlagen wegen Unterschreitung der Abstandsgrenze von 400 Metern zu Splittersiedlungen und 1000 Metern zu Gemeinden verhindert haben. Zudem haben einiger Seeadler und Rotmilane ihre Brutstandorte gewechselt, sodass Windräder nun doch gebaut werden können. Beides sei aber eher im Süden des Kreises der Fall.

Keine völlig neuen Gebiete

Völlig neue Gebiete sind im Altkreis nicht hinzugekommen. Im Dänischen Wohld etwa bleibt es bei der Planung, die bereits aus dem zweiten Entwurf bekannt war. Anders als beim zweiten Entwurf, als die Schwedenecker Fläche zwischen Surendorf und Sprenge überraschend herausfiel, hatte Bürgermeister Sönke Paulsen nun schon damit gerechnet, dass hier erneut kein Vorranggebiet ausgewiesen wird.

„Die Anwohner werden sich freuen, für die Landwirte ist das sicher unbefriedigend“, gab er die Ansichten in der Gemeinde wieder. Das gelte umso mehr für den Investor, der viel investiert habe. Der Bürgermeister hofft, dass es nun nicht noch zu einer vierten Planungsrunde kommt: „Alle Argumente sind bewegt.“ Irgendwann müsse ein Verfahren auch mal zu Ende gebracht werden“. 

Investor warb mit Einspeisung ins Kieler Netz

Investor Stephan Haack hatte sich zuletzt für zwei bis drei Mühlen in Schwedeneck stark gemacht. Durch die jüngsten Klimadiskussionen spürte er wieder Aufwind für Windkraft. Der Investor hatte unter anderem angeboten, die Windräder während des Rotmilan-Flugs abzuschalten. Zudem warb er, auch hinter den Kulissen, dafür, dass in Schwedeneck noch die Möglichkeit bestehe, die erzeugte Energie direkt und ohne netzbedingte Abschaltungen ins Kieler Netz einzuspeisen.

Als Investor mit einer kleinen Firma habe er etwa 350.000 bis 500.000 Euro in das Projekt investiert, schätzt Stephan Haack. Auch er habe durch die Krise in der Windbranche Personal abbauen müssen. Er sei ein Kämpfer-Typ, sei aber angesichts der aktuellen Entwicklung unsicher, ob er aufhört oder sich weiter für das Projekt stark macht. Die Bürgerinitiative Schwedeneck sieht hingegen im Herausfallen des Gebietes „gute Nachrichten für den Natur- und Menschenschutz“, erklärt Tom Solisch.

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Unverändert bleibt die Lage nach dem dritten Entwurf auch in Felm: Dort könnte eine 150 Meter hohe Windmühle gebaut werden. Derzeit stehen auf Felmer Gebiet nach Angaben von Bürgermeister Friedrich Suhr zwei ältere Mühlen, die aber womöglich abgebaut werden.

Nördlich von Sehestedt fallen zwei Flächen weg

Im Norden der Gemeinde Sehestedt sind sogar zwei Flächen weggefallen. Die Vorranggebiete beiderseits der Landesstraße 42 Richtung Holtsee dürfen nicht mit Windkraftanlagen bebaut werden, weil deren Beleuchtung die Schifffahrt im Nord-Ostsee-Kanal stören könnte, heißt es aus dem Innenministerium. Der Kanal sei an der Stelle verengt, die Schiffe müssten dort eine Kursänderung vornehmen. Die Blinklichter der Windräder könnten mit Seezeichen verwechselt werden.

Dieses Gefahrenpotenzial habe das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt erst festgestellt, nachdem die ersten vier Räder westlich der L42 gebaut worden waren. Für den Investor bedeutet dies laut Amtsdirektor Andreas Betz, dass kein Repowering der bestehenden vier Anlagen möglich sein wird.

Weiterhin im Planverfahren sind Flächen in Holtsee, Lindau, Altenhof und Hohenholm. „Die Gemeinden des Amtes leisten ihren Beitrag zur Energiewende und es ist uns gelungen, das Zentrum der Hüttener Berge von Anlagen frei zu halten“, so Andreas Betz.

Etwas mehr Fläche in Schwansen

Sein Amtskollege im Amt Schlei-Ostsee Gunnar Bock hat bereits die neuen Vorrangflächen im Bereich Schwansen aufsummiert. „Es sind 350,4 Hektar. Im vorherigen Entwurf waren es nur 322,2 Hektar.“

Zum Zuwachs trage laut Bock maßgeblich das Vergrößern des Flächen im Bereich Gammelby und des südlichen Rieseby von 30,8 Hektar auf 47,9 Hektar bei: „Die Schutzzone um die Bahnstrecke hat sich verringert. Außerdem wurde der Riesebyer Ortsteil Saxtorf als Außenbereich eingestuft, so dass dort nur noch 400 Meter statt 1000 Meter Mindestabstand von der Wohnbebauung nötig sind.“

Neue Windräder könnten gemäß Planung auf den bestätigten Vorrangflächen im Norden von Waabs sowie im Bereich des geplanten Windparks Saxtorf in Rieseby entstehen. Ebenso auf der Fläche bei Sophienhof auf Waabser und Looser Gebiet. Im bestehenden Park in Loose und Waabs soll Windkraft auch weiter Vorrang haben.

Gunnar Bock hadert mit dem Flächenzuwachs. Insbesondere mit dem Blick auf mögliche Folgen für den Tourismus war gegen den Bau neuer Anlagen argumentiert worden. „Vor diesem Hintergrund können wir mit dem neuen Entwurf nicht zufrieden sein“, sagt Bock.

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