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Eckernförde Querhammer Fahrzeugbau besteht 100 Jahre
Lokales Eckernförde Querhammer Fahrzeugbau besteht 100 Jahre
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06:06 13.08.2019
Von Cornelia Müller
100 Jahre Firma Querhammer Fahrzeugbau: Martin Querhammer und Ehefrau Nadine freuen sich genauso wie Seniorchef Rolf Querhammer (von links) auf das besondere Jubiläum ihres Handwerksbetriebs in vierter Generation. Zum Tag der offenen Tür mit Aktionen am Sonnabend, 31. August, sind auch alle Gettorfer eingeladen. Quelle: Cornelia D. Mueller
Gettorf

Groß und öffentlich ist das Jubiläumsfest sein am Sonnabend, 31. August. Neben den offiziellen Vertretern aus dem Ort, von der Handwerkskammer, den Geschäftspartnern sind alle Gettorfer eingeladen zum Tag der offenen Tür.

„Natürlich waren wir damals keine GmbH“, sagt Martin Querhammer lächelnd. Der 39-Jährige ist geschäftsführender Gesellschafter und führt den Familienbetrieb in vierter Generation. Das Unternehmen am Ravensberg hat heute 45 Mitarbeiter. Dazu gehören sechs Auszubildende.

1919 macht sich Urgroßvater Wilhelm Querhammer selbständig auf Gut Marienthal in Goosefeld mit einer ländlichen Schmiede und Hufbeschlagstube. Um Fahrzeuge geht es da schon: Er baut Kutschen. In seiner Heimat Mecklenburg ist er an der Müritz in dem Metier groß geworden, wechselt dann nach Hamburg zur Werft Blohm und Voss.

„Mein Urgroßvater war mutig“, attestiert ihm der Urenkel 100 Jahre später. „Eine Marktanalyse für den abgelegenen Standort, wie heute üblich, hatte er ja nicht.“ Der Vorfahr hat den richtigen Riecher. Der Transportbedarf auf dem Lande ist groß. Noch geht es um Kutschen, auch für Trabrennen.

Bald sind aber auch Anhänger gefragt, die von Traktoren gezogen werden. 1936 übernimmt Querhammer die größere Schmiede von Heinrich Broocks in der Gettorfer Teichstraße 10. Vier Jahre später tritt die zweite Generation ein. Sohn Hans wird Mitinhaber.

Der Stellmacher- und Schmiedemeister wird den mit der Zeit gehenden Betrieb bis 1979 führen und 1968 den Umzug in die Teichstraße 4 bewältigen. Wiederum der Sohn Rolf, Vater des heutigen Inhabers Martin und 2019 mit 73 Jahren der Seniorchef, wagt 1981 den Umzug ins neue Gewerbegebiet Ravensberg.

Wiederholt erweitert er. Jetzt werden komplette Laster gefertigt. Nur das Fahrgestell, bestehend aus Fahrerhaus, Motor und Rahmen, wird geliefert. Der für den jeweiligen Zweck ausgelegte Aufbau wird in eigener Werkstatt nach Kundenwunsch konzipiert und gebaut. 

„Auch heute sind wir eine Schmiede – Spezialschmiede für den Lkw nach Maß“, bringt es Martin Querhammer auf den Punkt. Er selbst ist Karosserie- und Fahrzeugbauer. Gelernt hat er in einem Betrieb, der Feuerwehrfahrzeuge baut.

So kann er den Horizont erweitern, sich auf den verändernden Markt vorbereiten. In Stuttgart sammelt er Berufserfahrung bei einem Aufbauhersteller mit Kranerfahrung. 2003 tritt er in die väterliche Firma als Meister ein. Drei Jahre später machen der Senior und er aus dem allein geführten Betrieb die GmbH.

Und die Basis fürs Krangeschäft, wichtigstes Standbein und individuelles Erfolgsrezept, ist gelegt. 2012 überträgt Rolf Querhammer dem Sohn die Firma in Gettorf. Wichtigster Partner ist Ladekranhersteller Palfinger, für den die Gettorfer auch Servicebetrieb sind.

Es geht weiter mit Modernisierungen, Erweiterungen, Anschaffung von Hightech-Maschinen für die Fertigung von Teilen der komplexen Kundenwünsche. Laster, die ihre Container selbstständig auf- und abladen, aufs Warensortiment genau zugeschnittene Kühlfahrzeuge, offene und geschlossene Transportlösungen, die es nicht von der Stange gibt, Lkws mit Bohrvorrichtung, um auf der Baustelle auch Gründungspfähle zu rammen.

Achslasten, Schnittstellen für Steuerungselektronik, Energieversorgung werden konzipiert und abgestimmt. Die Projektierung ist Chefsache. Am Rechner entwirft ein Techniker das 3D-Modell. „Wir arbeiten alle Hand in Hand: Karosserie- und Fahrzeugbauer, Elektriker, Tischler. Bei unserer Unternehmensgröße ist das so händelbar, dass wir ein fairer, familiärer Handwerksbetrieb bleiben“, betont er. 

Querhammers Ehefrau Nadine steigt 2017 mit ein. Die Industriekauffrau hat in der Fahrzeugbranche in Kiel gelernt, an der Fachhochschule studiert. Gerade kümmert sich die 39-Jährige zwar um die kleine Tochter, ist in Elternzeit. „Aber nebenbei bin ich immer mit einem Bein in der Firma“, räumt sie ein.

Das macht ihr sichtlich Spaß. Auch ihre Schwiegermutter Ingeburg geht dem Sohn und ihrem Ehemann Rolf noch gern zur Hand, wenn es mal schnell gehen muss. Und die Querhammer-Betriebsfamilie scheint noch viel größer: Wer hier gelernt hat, bleibt der Firma meist lange treu. Oder immer. Dienstjubiläen von zehn bis zu 40 Jahren sind keine Seltenheit. Und die werden jedes Mal mit der ganzen Belegschaft gefeiert.

Anmelden zum Tag der offenen Tür

Am Sonnabend, 31. August von 10 bis 17 Uhr stehen die Türen für alle offen bei Fahrzeugbau Querhammer in Gettorf, Ravensberg 19. Aber die Firma bittet um Anmeldung (anmeldung@querhammer.de). Es soll ja auch bei den Betriebsführungen um 11, 13 und 15 Uhr geordnet zugehen. Für Kinder gibt es Hüpfburgen, den Streichelzoo aus dem Tierpark, einen Schminkstand. Für Kaffee, Kuchen und zünftige Verpflegung vom Grill sorgen Betrieb und Belegschaft mit vereinten Kräften. Überraschungen versprechen Aktionen mit und ohne Kraneinsatz, bei denen auch die Großen "mitspielen" dürfen und Technikfreaks Spaß haben.

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Hier sehen Sie mehr Bilder aus dem Gettorfer Betrieb Fahrzeugbau Querhammer.
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