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Eckernförde Wohnhäuser neben "Gasthof zur Eiche"?
Lokales Eckernförde Wohnhäuser neben "Gasthof zur Eiche"?
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07:00 16.07.2019
Von Kerstin von Schmidt-Phiseldeck
Der seit Langem geschlossene "Gasthof zur Eiche" (rechtes Bildviertel) ist eines der letzten prägenden Gebäude der alten Dorfkernarchitektur. Er steht von außen und innen unter Schutz.  Quelle: Ulf Dahl
Dänischenhagen

Geplant sind dort demnach vier Gebäude: ein Doppelhaus direkt an der Mühlenstraße sowie drei Einfamilienhäuser im Bereich dahinter. Laut unverbindlicher Angebotszeichnung wäre der Wohnbereich zweigeschossig, darüber gäbe es ein Spitzdach.

Es geht um Areal rechts vom Gasthof

Die Gebäude würden laut Bauvoranfrage auf der Fläche rechts neben dem historischen Gasthof entstehen – dort, wo derzeit unter anderem noch der alte Parkplatz liegt. Die Zufahrt würde direkt neben dem Gasthof verlaufen. Diesem drohte 2016 noch die Versteigerung.

Grundsätzlich dürfte auf diesem Areal eine Bebauung wohl auch leichter umzusetzen sein als auf der Fläche daneben: Denn der etwa 830 Quadratmeter große Gasthof, dessen markantes Vorderhaus aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts stammt, steht sowohl von außen als auch von innen unter Denkmalschutz. Das gilt auch für die beiden Hauslinden vorne.

Start: "So schnell wie möglich"

Wann soll es losgehen mit der Bebauung? „So schnell wie möglich – aber alles in geordneten Bahnen“ erklärt Detlev Koch, Technischer Leiter Baugesellschaft Strande, die das insgesamt gut 4600 Quadratmeter große Areal erworben hatte. WIR-Fraktionschef Ingolf Scheffler äußerte sich allerdings „extrem verärgert“ über das Vorgehen. Erst kündige der neue Eigentümer an, zur Zukunft des historischen Landgasthofs Gespräche mit der Kommunalpolitik führen zu wollen: „Und dann wird ohne ein weiteres Wort die Bauvoranfrage gestartet.“

WIR fürchtet um kommunikativen Mittelpunkt

Zumal mit dieser Art der Bebauung „sämtliche Bemühungen, das Areal um die ,Eiche’ wieder zu einem kommunikativen Mittelpunkt des Dorfes aufzuwerten und die historische Visitenkarte unseres Dorfs zu erhalten“, hinfällig wären, so Ingolf Scheffler. Die WIR hatte dazu Anregungen von Bürgern gesammelt. Sie wünscht sich dort zum Beispiel generationsübergreifende Wohnprojekte, bezahlbaren Wohnraum und zugleich die gelegentliche Nutzung der „Eiche“ für Veranstaltungen.

SPD hoffte immer auf gastronomische Nutzung

Doch wenn die neuen Häuser so nah an den Gasthof rückten, könne man sich vorstellen, wie die Besitzer darauf reagieren würden. Ingolf Scheffler kritisierte zudem, dass Bürgermeister Horst Mattig (SPD) und seine Fraktion „auf einer weiteren gastronomischen Nutzung des Gasthofes Eiche beharrt und damit jegliche neue Idee im Keim erstickt“ hätten.

Entscheiden muss letztlich der Bürgermeister

Grundsätzlich ist der jetzt einberufene Bauausschuss bei der Frage des Vorbescheids übrigens gar nicht zuständig. Da es für das Areal in Dänischenhagen keinen Bebauungsplan gibt, wird bei dem Bauvorhaben an der „Eiche“ geprüft, ob es sich in die Umgebung einfügt. Letztlich entscheidet darüber der Bürgermeister: „Ich darf nicht – ich muss“, sagt Horst Mattig dazu. Ihm gehe es aber darum, alle Gemeindevertreter und die Öffentlichkeit über die Pläne zu informieren und die Meinungen zum Projekt zu hören.

CDU: Häuser fügen sich gut ein

CDU-Fraktionschef Tim Gabrys äußert sich in einer ersten Stellungnahme zum Vorhaben auf dem „Eiche“-Areal“ positiv überrascht: Es füge sich in seinen Dimensionen gut in die Umgebung ein. Es sei gut, dass dort, wo schon Einfamilienhäuser stehen, auch ähnlich geplant werde. Auch er stört sich allerdings an der Zufahrt. Und: „Es ist wichtig, dass die Bäume erhalten werden.“

Der Bauausschuss am 24. Juli beginnt um 19 Uhr in der Amtsverwaltung. Neben der Beratung über die Bauvoranfrage steht wie immer auch eine Einwohnerfragestunde auf dem Programm.

Die „Eiche“ und der Denkmalschutz

Würde man dem Denkmalschutz für den „Gasthof zur Eiche“ eigentlich Genüge tun, wenn man das geschützte, sanierungsbedürftige Gebäude abreißt und es nur noch fotografisch erhält? Diese Frage beantwortet das Landesamt für Denkmalpflege mit deutlichen Worten: „Der Gasthof wurde unter Denkmalschutz gestellt, um ihn langfristig als wertvolles materielles Zeugnis zu erhalten. Damit ist kein Foto gemeint, sondern das tatsächliche Gebäude.“

Einer theoretisch möglichen Aufgabe eines Denkmals seien sehr hohe Hürden vorgeschaltet. Der Eigentümer muss dabei, kurz gefasst, die Unzumutbarkeit der Erhaltung nachweisen. Die sehe der Denkmalschutz bei dem alten Gasthof aber „keinesfalls gegeben“.

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