Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Anmelden
Eckernförde Zukunft der „Eiche“ bleibt ungewiss
Lokales Eckernförde Zukunft der „Eiche“ bleibt ungewiss
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
07:00 22.01.2019
Von Kerstin von Schmidt-Phiseldeck
Der „Gasthof zur Eiche“ gilt als eines der letzten prägenden Gebäude der alten Dorfkern-Architektur in Dänischenhagen. Quelle: Kerstin v. Schmidt-Phiseldeck
Dänischenhagen

Der seit 2010 geschlossene Gasthof gilt als eines der letzten prägenden Gebäude der alten Dorfkernarchitektur und hat eine bewegte Geschichte. Das markante Vorderhaus stammt aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts, der Festsaal hinten entstand Ende des 19. Jahrhunderts. Vor knapp zwei Jahren gab es relativ konkrete Ideen für das historische Gemäuer: Ein Investor wollte die „Eiche“ samt Umfeld wieder mit Leben füllen, plante dort Wohnbebauung, Geschäfte, Parkplätze. Es gab Ideen für eine zeitweise Öffnung als Treffpunkt oder eine Art Dorfgemeinschaftshaus im Zentrum. Dann wurde es stiller um die Pläne.

Besitzer möchte das Gelände verkaufen

Auch die Zeit der Karneval- und Oktoberfeste, veranstaltet von den Altherren-Fußballern des MTV Dänischenhagen, ist vorbei: Besitzer Carl-Wilhelm Raddant stellt die „Eiche“ dafür nicht mehr zur Verfügung. Er möchte das etwa 4000 Quadratmeter große Areal im Herzen Dänischenhagens verkaufen, erklärt er. Es sei eine Belastung, das denkmalgeschützte Gebäude zu erhalten. Und ihm werde vom Denkmalschutz nicht geholfen, die Fördermittel seien beschränkt.

Auch innen steht das Gebäude jetzt unter Schutz

Von außen standen Gasthof und Saalanbau schon seit 1980 unter Schutz, durften nicht abgerissen werden. Im Zuge der Nachqualifizierung von Kulturdenkmalen kam 2018 auch das Innere des Gebäudes hinzu, erklärt das Landesamt für Denkmalpflege. Dazu gehören der tonnengewölbte Saal sowie seine „wandfeste Innenausstattung“. Auch die beiden Hauslinden vorne stehen unter Schutz. Beim Denkmalschutzamt hofft man weiterhin, dass die „Eiche“ eine Zukunft hat: „Das ist eine besondere Lage, ein besonderes Objekt.“

Investor sieht in Wünschen der Politik das Problem

Der mögliche Investor erklärt, man habe sich zwar bemüht, den Denkmalschutz von der „Eiche“ oder zumindest vom Saal zu bekommen: Dann wäre der bebaubare Raum auf dem Grundstück größer gewesen. Doch aus seiner Sicht seien vor allem die – teils auch unterschiedlichen – Wünsche der Fraktionen für das Areal ein Problem.

Kommunalpolitiker bedauern Stillstand

„Natürlich hat die Gemeinde ein Interesse an einer vernünftigen Entwicklung dort“, sagt Dänischenhagens Bürgermeister Horst Mattig (SPD) zum „Eiche“-Areal: „Aber es ist halt alles privat.“ Er wundert sich über die Vorwürfe des möglichen Investors. Christian Bock von der Wählergemeinschaft WIR hofft nach wie vor auf eine Wiederbelebung des Areals: Denn das Flair des Gasthofes sei einmalig. Er hofft, dass man die Dorfmitte wieder zum Leben erwecken kann: „Das wäre großartig für den Ort.“ „Als Kommunalpolitiker haben wir alles versucht, die ,Eiche’ zu retten“, sagt CDU-Fraktionschef Tim Gabrys. Ziel sei der Erhalt – wenn auch nicht um jeden Preis. Er fürchtet: „Es dauert nicht mehr lange, bis das zusammenfällt.“

Natur hat Konjunktur. Bei der Winterwanderung der Stiftung Naturschutz auf extensiven Weiden und im werdenden Urwald von Stodthagen bei Felm wurden die Naturführer am Sonntag fast überrannt. „Über 350 Wanderer kamen. Wir sind überwältigt“, sagt Ingrid Schulze von der Stiftung Naturschutz.

Cornelia Müller 21.01.2019

Auf den Feldern grasende Gänseschwäme sorgen derzeit in Sundacker und an anderen Orten in Schlei-Nähe derzeit für ungewöhnliche Ansichten. So überwintern gerade 2500 bis 3000 Nonnengänse in der Region, schätzt Karl-Christoph Jensen vom Nabu.

Rainer Krüger 21.01.2019

Mehr Einsätze gab es nur 2013, als Orkan „Christian“ über das Land fegte: 2018 war für die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Eckernförde ein forderndes Jahr. Insgesamt rückte die Wehr zu 345 Einsätzen aus. Für die 1997 gegründete Tauchgruppe war allerdings mangels Nachwuchs Schluss.

Kerstin von Schmidt-Phiseldeck 20.01.2019