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Eckernförde Felm erhält deutlich weniger als erhofft
Lokales Eckernförde Felm erhält deutlich weniger als erhofft
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12:25 02.08.2019
Von Kerstin von Schmidt-Phiseldeck
Die Tage des alten Gerätehauses in der Straße am Spritzenhaus sind gezählt: Wehrchef Norbert Begemann freut sich auf den Neubau nicht weit davon entfernt, am Kieler Weg. Zwischenzeitlich stand auch ein gemeinsames Gerätehaus für die beiden Ortswehren im Raum. Quelle: Kerstin v. Schmidt-Phiseldeck
Felm/Groß Wittensee

Für den Neubau des Gerätehauses in Felmerholz erhält Felm als eine von 73 Kommunen im Land voraussichtlich etwa 77.700 Euro. „Leider nicht das, was wir uns erhofft hatten“, sagt Bürgermeister Friedrich Suhr. Die Gemeinde hatte 216.600 Euro beantragt. Kosten soll die neue Fahrzeughalle laut Planung 552.000 Euro.

Auch der Wehrchef hatte auf mehr Geld gehofft

Auch Norbert Begemann, Chef der Freiwilligen Feuerwehr Rathmannsdorf-Felmerholz, hat die Zuteilung nicht so ganz verstanden. Denn während beim Projekt im Ortsteil Felmerholz nicht mal ein Drittel der beantragten Mittel bewilligt wurde, gab es andernorts ganz andere Quoten.

Zwei Wehren erhielten mehr als beantragt

So erhält die Stadt Reinbek zum Beispiel exakt die beantragten Fördermittel von 300.000 Euro – darauf waren die Zuschüsse gedeckelt. Steinfeld (Amt Süderbrarup) und Loop (Amt Bordesholm) bekommen laut Plan sogar mehr als die beantragten Fördermittel. Und fast die komplette Fördersumme erhielten Großenwiehe/Lindewitt (Amt Schafflund) und Ovendorf in der Gemeinde Ratekau.

Es gab allerdings auch Gemeinden, die nur die Zusage für einen Bruchteil der beantragten Fördersumme erhielten: zum Beispiel Galmsbüll (Amt Südtondern), das von beantragten 122.000 Euro nur 15.600 Euro erhalten soll.

Felmerholz braucht keinen Schulungsraum

Womöglich ist eine Erklärung für die geringere Fördersumme in Felmerholz, dass das neue Gerätehaus keinen Schulungsraum bekommt. „Man muss auch die Kirche im Dorf lassen“, sagt aber Wehrchef Norbert Begemann: In Felmerholz gibt es bereits die Alte Schule als Treffpunkt für die Gemeinschaft. Sie liegt nur etwa hundert Meter vom Grundstück am Kieler Weg entfernt, an dem das neue Spritzenhaus entsteht.

Die Gemeinde hat das Grundstück bereits erworben. Es grenzt an das letzte Haus auf der westlichen Seite des Kieler Wegs. Die Feuerwehr schlägt vor, die Zufahrt für die Privatautos auf der südlichen Seite einzurichten. Das würde dem Nachbarn „mehr Licht“ verschaffen, erklärt Norbert Begemann. Zudem vermeide man damit im Einsatzfall kreuzenden Verkehr.

Neubau bietet Platz für Wachstum

Der Parkplatz ist hinter dem Gerätehaus geplant. Die Ausfahrt für das Feuerwehrfahrzeug läge dann im nördlichen Bereich. Das Büro soll mit einem Eckfenster versehen werden, das den Blick sowohl zum Rolltor als auch zur Straße erlaubt. Hinten sind Sozialräume geplant. Auch die Schwarz-Weiß-Trennung ist im neuen Gebäude vorgesehen, ebenso getrennte Sanitärs für Männer und Frauen.

Das Gebäude ist nach Angaben des Wehrchefs so geplant, dass noch Luft für Wachstum auf bis zu 50 Brandschützer wäre. „Wir sind froh, dass das Ding gebaut wird“, sagt Norbert Begemann. Tatsächlich stand zwischenzeitlich auch die Zusammenlegung der Felmer und der Felmerholzer Wehr in einem gemeinsamen Gebäude im Raum.

Groß Wittensee Wehrchef ist zufrieden

Stefan Dirks, Feuerwehrchef in Groß Wittensee, ist „ganz zufrieden“ über die angekündigte Förderung in Höhe von gut 155.400 Euro. Damit habe man angesichts der Vielzahl an Bewerbungen um Fördergelder „gar nicht mehr gerechnet“. Das angewandte Punktsystem „fand ich in Ordnung und gerecht“. Irgendwie müsse man ja differenzieren, erklärt Stefan Dirks.

Geplant ist in Groß Wittensee eine Fahrzeughalle für knapp 1,8 Millionen Euro. Beantragt wurden 300.000 Euro – der Höchstwert. Die Fahrzeughalle erhält drei Stellplätze sowie Aufenthalts- und Umkleideräume. Grund für den Neubau: Wie in Felmerholz entspricht auch hier das alte Feuerwehrhaus nicht mehr den Vorschriften der Unfallkasse.

7,7 Millionen Euro für die Gemeinden

Insgesamt sollen noch in diesem Jahr in Fördermittel in Höhe von neun Millionen Euro an 79 Feuerwehreinrichtungen in Schleswig-Holstein fließen. Gefördert werden sechs Kreiseinrichtungen sowie 73 Feuerwehrhäuser und -hallen von Gemeinden. Für diese standen Mittel in Höhe von 7,7 Millionen Euro zur Verfügung.

Vergabe nach Punktesystem

An der Vergabe der Fördermittel mit Hilfe eines Punktesystems waren nach Angaben des Innenministeriums der Landesfeuerwehrverband, die kommunalen Spitzenverbände sowie die Hanseatische Feuerwehr-Unfallkasse beteiligt. Ziel sei es gewesen, auch kleinen Projekten Chancen zu eröffnen und die Mittel „nach bestem Wissen fair und gerecht“ zu verteilen. Denn die Gemeinden hatten insgesamt etwa doppelt so viel beantragt wie zur Verfügung stand. Die Fördersumme wurde durch die Gesamtpunkte aller Anträge geteilt.

Es gab vier Kriterien

Für die Vergabe gab es vier Kriterien. Die „Schwarz-Weiß-Trennung“ soll verhindern, dass nach Einsätzen Schadstoffe über die Kleidung der Brandschützer ins Gerätehaus oder das private Heim gelangen. Die verschmutzte Einsatzkleidung wird dafür im „Schwarzbereich“ abgelegt, danach geht es in die Dusche und von dort in den „weißen“ Umkleidebereich, in dem die Alltagsbekleidung liegt. Dieser Ablauf lässt sich bislang in Gerätehäusern oft nicht umsetzen, Um- oder Neubauten sind erforderlich.

Weitere Förderkriterien sind das Vorhandensein von getrennten Bereichen für Männer und Frauen, Schulungsräume sowie „Stellplätze, die den Mindestanforderungen der DIN-Norm für Feuerwehr-Stellplätze genügen“. Letzteres ist womöglich ein Kriterium, das so manche Wehr nicht erfüllte.

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