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Neumünster 120 Gäste kamen nach Neumünster
Lokales Neumünster 120 Gäste kamen nach Neumünster
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18:32 09.09.2019
Von Susanne Wittorf
Die Fahne der Vielfalt bedeutet Edith Rousseau-Treetzen und ihrem Mann Willi Treetzen vom Bund der Vertriebenen Neumünster besonders viel. Quelle: Susanne Wittorf
Neumünster

Dass Vertreter sämtlicher Landsmannschaften aus Nieder- und Oberschlesien, aus West- und Ostpreußen, von Deutschen aus dem Sudetenland und aus Russland, aus Danzig und Pommern anwesend waren und ihre Fahnen mitgebracht hatten, freute Organisator Willi Treetzen besonders. Der 1. Vorsitzende vom gastgebenden Kreisverband Neumünster des Bund der Vertriebenen (BdV) und seine Frau Edith Rousseau-Treetzen hatten viel Zeit und Energie in die Organisation der vierstündigen Veranstaltung investiert.

Tag der Heimat zum 70. Mal gefeiert

Nach der Begrüßung durch den BdV-Vorsitzenden marschierten 15 unbegleitete, minderjährige Flüchtlinge unter dem Applaus der stehenden Gäste mit den Fahnen der Landsmannschaften, der Patenstadt Lötzen, der Europa-, Deutschland- und Schleswig-Holsteinfahne sowie ihrer eigenen Fahne der Vielfalt in den Saal. Pastor Hajo Peter erinnerte in seiner sehr persönlichen Andacht an die Christenpflicht, Schutzbedürftigen zu helfen. Und auch Festredner Dirk Schrödter, Chef der Staatskanzlei, griff in seinem Vortrag „Heimat – was ist das?“ die Erfahrungen seiner eigenen Familie auf der Flucht auf.

Anschließend gab es einen Darbietung zur Musikgeschichte Pommerns, dargeboten von Martina Doehring. Für ihr großes Engagement wurde die Sopranistin von der Pommerschen Landsmannschaft mit der Treuenadel in Gold ausgezeichnet.

Junge Flüchtlinge trugen die Fahne der Vielfalt

„Unsere Charta der Heimatvertrieben ist der Kompass für unsere Arbeit. Und das bereits seit 1950“, betonte Willi Treetzen. „Laut Charta müssen die Völker anerkennen, dass das Schicksal der deutschen Heimatvertriebenen sowie aller Flüchtlinge ein weltweites Problem ist, dessen Lösung höchste sittliche Verantwortung von jedem einzelnen fordert“, sagte der engagierte Neumünsteraner. Er freue sich deshalb besonders, dass die unbegleiteten Jugendlichen auch in diesem Jahr mit großer Freude die Fahne der Vielfalt in den Saal trügen. Nach der der gemeinsamen Kaffeepause, weiterer musikalischer Darbietungen von Martina Doehring und Aivars Kalejs am Klavier endete das Fest mit einem gemeinsamen Singen der Landsmannschaftenlieder.

„Die Arbeit und Aufregung im Vorwege haben sich mehr als gelohnt. So eine Veranstaltung gibt es nur in Neumünster“, sagte Willi Treetzen nicht ohne Stolz.

107 Mitglieder im Bund der Vertriebenen

30.000 Flüchtlinge strandeten nach dem Zweiten Weltkrieg in Neumünster. 90 Prozent fanden hier ein neues Zuhause. „Das ist eine ungewöhnlich hohe Zahl“, sagt Edith Rousseau-Treetzen. Als Grund nannte sie das weitsichtige Handeln Neumünsteraner Politiker. „Schon früh wurden hier Wohnungen für die Vertriebenen gebaut. Mit der Böcklersiedlung entstand ein ganz neuer Stadtteil, Einfeld gehörte nach dem Krieg zu den kinderreichsten Ortschaften Schleswig-Holsteins“, erzählte die gebürtige Neumünsteranerin.

„Die Flüchtlinge waren ein großer Gewinn für die Stadt“, ergänzte ihr Mann. Neumünster habe sich von Anfang an für ihre Eingliederung stark gemacht und die Arbeit des BdV unterstützt. 107 Mitglieder verbucht der Kreisverband momentan. „Alle sind zwischen 70 und 90 Jahre alt“, sagt Willi Treetzen. Nachwuchs gebe es nicht. „Auch wir wollten, dass unsere Kinder hier eine neue Heimat finden und sie nicht mit unserem Rucksack beladen.“ Willi Treetzen und seine Frau unterstützen statt dessen Projekte, bei denen Großeltern ihren Enkeln die Familiengeschichte erzählen. „Wenn unsere Generation nicht mehr da ist, ist der Vorhang zu. Man muss berichten“, sagt die pensionierte Lehrerin. „Der Frieden kommt nicht von allein.“

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